GfK zu Megatrend: Mehr Geld für umweltfreundliche Produkte

Nicht nur bei Lebensmitteln sind Verbraucher bereit, für nachhaltige Produkte mehr zu zahlen. Symbolbild: Pixabay / Brigitte Wagner

Nachhaltigkeit ist ein Megatrend des 21. Jahrhunderts. Der erstmals herausgegebene GfK-Nachhaltigkeitsindex untersucht die Einstellung der Deutschen zu diesem Thema fortlaufend in einer repräsentativen Studie.

Die aktuellen Daten von GfK zeigen, dass Nachhaltigkeit trotz großer Veränderungen wie dem Ukraine-Krieg wichtig für Verbraucher bleibt. Konsumenten sind bereit, mehr Geld für umweltfreundliche Produkte auszugeben – trotz Inflation.

Sorgen um die Umwelt gehören zu den wichtigsten Themen für Konsumenten. Für 74 Prozent der Deutschen ist deren Verschmutzung ein ernstzunehmendes Problem, 69 Prozent fürchten den Klimawandel. Knapp zwei Drittel (68 Prozent) der Deutschen fordern von Unternehmen, nachhaltig zu handeln. „Nachhaltigkeit ist tief in den persönlichen Werten der Deutschen verankert", informiert Petra Süptitz, Expertin für Nachhaltigkeit und Consumer Insides bei GfK. „In einer Liste von 57 persönlichen Werten, die jährlich im Rahmen der GfK-Consumer-Life-Studie gemessen werden, liegt Nachhaltigkeit auf Rang zehn, noch vor Werten wie Gesundheit und Fitness.“

 

Nur geringe Schwankungen

Im Februar lag der Index bei einem Wert von 39,0. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs legte er für März um 3,3 Punkte auf 42,3 zu. Für Konsumenten hat Nachhaltigkeit in diesem Zeitraum an Bedeutung gewonnen. Im April zeichneten sich zeitlich versetzt die Einflüsse des Ukraine-Kriegs, der Inflation und des allgemein sinkenden Konsumklimas jedoch auch im GfK-Nachhaltigkeitsindex ab. Er sank auf ein Niveau von 39,7. Das ist jedoch immer noch ein sehr stabiler Wert im Vergleich zu dem parallel dramatisch sinkenden Konsumklima, das in der April-Erhebung auf ein historisches Tief gefallen ist. Der GfK-Nachhaltigkeitsindex im April zeigt: 81 Prozent der Befragten machen sich Sorgen wegen steigender Lebensmittelpreise, 61 Prozent wegen steigender Preise für größere Anschaffungen. Das führte auch bei umweltfreundlichen Produkten zu sinkender Anschaffungsbereitschaft.

Überall sinkende Anschaffungsneigung

Im vergangenen Jahr hat etwa ein Drittel der Deutschen bei größeren Anschaffungen auf Nachhaltigkeitskriterien geachtet. Die Planung größerer Käufe hat sich in den vergangenen Monaten jedoch deutlich verändert. Gingen im März noch 35 Prozent der Konsumenten davon aus, in den nächsten zwölf Monaten größere Anschaffungen unter Nachhaltigkeitsaspekten zu tätigen, sank dieser Anteil im April auf 25 Prozent. Vor allem in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen ging die Anschaffungsneigung bei nachhaltigen Produkten stark zurück.

Bei Fast Moving Consumer Goods (FMCG) wie Lebensmitteln oder Hygieneartikeln haben sogar drei Viertel der Deutschen (72 Prozent) im März nachhaltig eingekauft. Im April sank der Anteil derjenigen, die planen, beim Einkauf dieser Kategorien auch weiterhin auf Nachhaltigkeitsaspekte zu achten, auf 68 Prozent – im Vergleich zu größeren Anschaffungen aber ein deutlich kleinerer Rückgang.

Weiterhin wichtiges Kaufkriterium

Insgesamt deckt sich der Rückgang der Anschaffungsneigung mit der Zurückhaltung der Deutschen, die das GfK-Konsumklima für April festgestellt hat – diese wirkt sich auch auf den Kauf nachhaltiger Produkte aus. Dennoch ist Petra Süptitz zuversichtlich: „Vor allem Verbraucher, denen es finanziell gut geht und die sich nur wenige Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen, achten auf Nachhaltigkeit und werden das trotz der derzeit steigenden Preise weiterhin tun. Das sehr hohe Sparvermögen der Deutschen erlaubt das.“

Gleichzeitig zeigt der GfK-Nachhaltigkeitsindex, dass die Bereitschaft, für nachhaltige Produkte höhere Preise zu zahlen, seit Februar trotz leichter Rückgänge weitgehend stabil geblieben ist. „Nachhaltigkeit wird trotz großer Veränderungen wie des Ukraine-Kriegs weiterhin ein wichtiges Kaufkriterium bleiben. Konsumenten erwarten von Unternehmen, nachhaltig zu handeln. Der GfK-Nachhaltigkeitsindex zeigt, dass sie bereit sind, für diesen Mehrwert einen höheren Preis zu bezahlen“, so Süptitz. „Jetzt wegen der Inflation und ohnehin schon hohen Preisen auf ein konventionelles, nicht nachhaltiges Produktportfolio zu setzen, wäre für Unternehmen der falsche Schritt. Hersteller und Händler sollten sich weiterhin umweltfreundlich aufstellen – das ist langfristig der richtige Weg, um am Markt erfolgreich zu bleiben.“