COMFORT-Flashlight analysiert Handel in der Main-Metropole

COMFORT hat die Situation der Händler in Frankfurt am Main gecheckt. Foto: COMFORT

Frankfurt am Main haben dieses Mal Olaf Petersen, Geschäftsführer und Chefresearcher des Einzelhandelsspezialisten COMFORT, und seine Kollegen vor Ort im Visier. Bei der Analyse geht’s um die Situation für den Einzelhandel und die Handelsimmobilien der 1A-Lagen deutscher Metropolen.

In Frankfurt fiel die Arbeitslosenquote im Oktober 2021 mit 6,1 Prozent um immerhin 1,2 Prozentpunkte niedriger aus als im Vorjahr. Die innerstädtischen Passantenfrequenzen hinken nach den Zahlen von hystreet aktuell dem 2019-er Niveau noch um rund ein Drittel hinterher. Damit ist das Delta tendenziell etwas größer als in den anderen Top-Sieben-Metropolen.

Touristen fehlen im EH

Die auswärtigen Besucher - insbesondere aus dem Ausland – sind bislang noch sehr überschaubar vertreten und fehlen dem innerstädtischen Einzelhandel. Zudem erlebt das Homeoffice durch die jüngsten Corona-Beschlüsse der Politik eine Renaissance. Und hat angesichts eines arbeitstäglichen Einpendlerüberschusses Frankfurts von über 250.000 Erwerbstätigen ein erhebliches Gewicht. Gegenwärtig zeigt die amtliche Statistik obendrein noch ein relativ niedriges Tourismusaufkommen auf dem Level von nur 33 Prozent des Niveaus von vor zwei Jahren auf.

Als Sitz der Europäischen Zentralbank, der Frankfurter Börse sowie einer ganzen Reihe bedeutender europäischer Unternehmen zählt die Stadt auf internationalem Parkett auch in einem globalen Maßstab zu den führenden Finanz- und Dienstleistungsstandorten. Nicht zuletzt zählt der Flughafen in Frankfurt zu den wichtigsten Luftverkehrskreuzen weltweit. Frankfurt ist laut COMFORT-Analyse unbestritten der Kristallisationspunkt für den Einzelhandel der gesamten Region.

 

Hohes Kaufkraftniveau

Dabei profitiert der Handel von der hohen Kaufkraft der Einwohner in der Stadt sowie im übrigen Einzugsgebiet mit durchschnittlich rund zehn Prozent oberhalb des Bundesniveaus. Insgesamt reflektiert der Frankfurter Einzelhandel auf ein Einzugsgebiet mit etwa 2,4 Millionen Einwohnern sowie auf ein Nachfragevolumen von etwa 16 Milliarden Euro pro Jahr. Die City ist mit rund 260.000 Quadratmetern Verkaufsfläche und einem gesamtstädtischen Umsatzanteil von etwa einem Drittel eindeutig der wichtigste Einkaufsstandort der Stadt und spielt mit ihrem Angebot auf der Gesamtklaviatur modernen Shoppings in Deutschland.

Angesichts direkt umliegender regionaler Konkurrenzstandorte unter anderem in Wiesbaden, Mainz, Darmstadt und Sulzbach mit dem Main-Taunus-Center fällt die Frankfurter Einzelhandelszentralität laut GfK mit 103,8 metropolenuntypisch relativ niedrig und nur gering positiv aus. Im Corona-Jahr 2020 erzielte der Frankfurter City-Einzelhandel einen Gesamtumsatz von deutlich mehr als 900 Millionen Euro.

Namhafte Deals getätigt

Nach wie vor zählt die hessische Metropole zu den absoluten Top-Destinationen für national und international erfolgreiche Immobilienunternehmen hierzulande wie auch in ganz Europa. Inmitten der Corona-Krise wurden namhafte Deals getätigt – unter anderem der Erwerb des Objekts Goethestraße 2 / Rathenauplatz 1a von Medcap Real Estate zusammen mit Luwin oder der Erwerb des Lorey-Hauses durch LBBW-Immobilien. Für die Toplagen bewegen sich die Kaufpreise weiter auf einem sehr hohen Niveau, wobei für herausragende Objekte in 1A-Lagen mit einem nachhaltigen Mietniveau Kaufpreisfaktoren von mehr als dem 32-Fachen der Jahresmiete zu verzeichnen sind.

Allerbeste Lagen

Die Zeil verzeichnet mit aktuell rund 9000 Passanten - gemessen von hystreet - in der besten Stunde eine der höchsten Passantenfrequenzen Deutschlands. Alle großen Waren- und Textilkaufhäuser sind dort ebenso vertreten wie zahlreiche Flagship-Stores namhafter Filialisten. Trümpfe: die 2001 neu eröffnete GALERIA, das Shopping-Center MyZeil sowie sehr breite Fußgängerzone mit mittigen Platanen und Gastronomiepavillons. Auch hoch im Kurs sind unter anderem Steinweg, Biebergasse als Verbindung zwischen Zeil und Fressgass sowie die Goethestraße mit ihren Luxus-Shops wie Chanel, Tiffany und Hermès oder auch neu Saint Laurent. Bei letzterer liegen die Mieten zwischen 295 bis 305 Euro pro Quadratmeter.