COMFORT analysiert Lage des Retails in NRW-Landeshauptstadt

Düsseldorfs Einzelhandel steht trotz Corona gut da. Foto: COMFORT

Olaf Petersen, Geschäftsführer und Chefresearcher des Einzelhandelsspezialisten COMFORT, hat sich bei der aktuellen Winter-Analyse zum Thema Retail dieses Mal der traditionsreichen rheinischen Einkaufsmetropole Düsseldorf gewidmet.

Die Arbeitslosenquote in Düsseldorf fiel im November 2021 mit 7,1 Prozent um immerhin 0,9 Prozentpunkte niedriger aus als im Vorjahr. Die innerstädtischen Passantenfrequenzen hinken nach den Zahlen von hystreet im November samstags den 2019er Werten noch rund zehn bis 15 Prozent hinterher. Allerdings weisen diese im Bereich der Schadowstraße sogar eine Sonderkonjunktur auf. Auswärtige Besucher, insbesondere aus dem Ausland, sind bislang noch sehr überschaubar vertreten. So erreichte die Gesamtzahl der Düsseldorfer Hotel-Übernachtungen in 2021 nach den Zahlen bis einschließlich September 2021 mit rund 1,1 Millionen nur rund 31 Prozent des Niveaus von vor zwei Jahren.

Herzstück in Rhein-Ruhr

Als Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens ist Düsseldorf gleichzeitig die siebtgrößte Stadt Deutschlands und bildet das Herzstück der Metropolregion Rhein-Ruhr. Das rheinische Oberzentrum weist eine sehr breite Aufstellung auf: als zweitwichtigster deutscher Banken- und Börsenplatz, Sitz der Landesregierung, Messe- und Modestadt sowie mit weiteren Schwerpunkten in den Bereichen Telekommunikation, Chemie, Life Science, Beratungsunternehmen und als Hochschulstandort. Die hohe übergeordnete Bedeutung für die gesamte Region findet auch in dem positiven Berufspendlersaldo von arbeitstäglich nahezu 180.000 Erwerbstätigen ihren Ausdruck.

Und nicht zuletzt auch mit Blick auf den Einzelhandel steht Düsseldorf gut da. Sowohl die Vielfalt als auch das Renommee der Düsseldorfer Einkaufslagen sind herausragend. Vor allem die urbane Stadtstruktur, die Vielzahl internationaler Einzelhandelskonzepte, die gute Erreichbarkeit, verbunden mit einer großen Anzahl an innerstädtischen Parkplätzen, bilden die Basis für einen der attraktivsten und gesündesten Einzelhandelsstandorte Deutschlands. In diesem Kontext verfügt die Rheinmetropole über ein sehr stattliches Einzugsgebiet von mehr als zwei Millionen Einwohnern.

 

Kaufkraft auf hohem Niveau

Zudem rangiert die Einzelhandelskaufkraft der Düsseldorfer auf einem sehr hohen Niveau. Nach Angaben der GfK erreichte sie im Jahr 2020 einen Indexwert von 115,9. Das heißt, diese lag knapp 16 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Dieser Wert wird von den Top-Städten lediglich in München übertroffen. Die städtische Einzelhandelszentralität fällt mit 113,3 positiv aus und bringt die per Saldo beträchtlichen Kaufkraftzuflüsse aus dem Einzugsgebiet sowie von externen Besuchern zum Ausdruck.

Dabei punktet Düsseldorf als Shopping-Destination insbesondere mit seiner klaren Fokussierung auf die Innenstadt. In der City befindet sich mit knapp 340.000 Quadratmetern mehr als ein Drittel der städtischen Verkaufsfläche, auf der selbst im Krisenjahr 2020 ein Milliarden-Einzelhandelsumsatz von konkret mehr als 1,2 Milliarden Euro realisiert wurde. Klangvolle Einkaufsstraßen mit internationalem Ruf und die zukunftsorientierte städtebauliche Weiterentwicklung positionieren Düsseldorf als Shopping-Metropole von internationalem Rang. Das Angebot in Düsseldorf reicht von Top-Luxus und Premium über gehobenes Genre, Standard und Konsum bis hin zu Szene. Insgesamt ist es also ein leistungsstarkes, differenziertes und internationales Einzelhandelsangebot.

City hat sich enorm entwickelt

Nicht zufällig plant die Top-Warenhauskette KaDeWe am Standort des prominenten Carsch-Hauses ein weiteres deutsches Nobel-Kaufhaus. Es ist das erste neue in Deutschland in der Reihe der Traditionshäuser in Berlin, Hamburg (Alsterhaus) und München (Oberpollinger). Die Innenstadt hat sich im zurückliegenden Jahrzehnt enorm entwickelt, wobei städtebauliche Großprojekte eine maßgebliche Rolle spielen. Zu nennen sind hier der Kö-Bogen, die neue U-Bahnstrecke Wehrhahn-Linie, der Pkw-Tunnel unter der Schadowstraße, der Joachim-Erwin-Platz, die Neugestaltung des Schadowplatzes, die CENTRUM-Projektentwicklung KII - vormals Kö-Bogen II - und die gerade fertig gestellte Erweiterung der Fußgängerzone Schadowstraße.

Düsseldorf gilt als echte Top-Destination für erfolgreiche Immobilienunternehmen hierzulande wie auch in ganz Europa. In diesem Kontext wurden auch inmitten der Corona-Krise namhafte Deals getätigt. So erwarb die CENTRUM nach der Königsallee 36 und 44 nun auch die 52-54, die Steinstraße 4 sowie zuvor die Schadowstraße 26, Schadowplatz 18 und andere diverse Objekte in echten Toplagen. Nach dem Verkauf des Quartiers Königsallee 37 seitens der Commerzbank folgte der Komplex Königsallee 21-23 (HSBC), womit die westliche „Bankenseite der Kö“ nun weiter aufgebrochen wird. Auch die Fachmarktzentren-Hausse ging nicht an Düsseldorf vorbei. So erwarb beispielsweise Cube Real Estate das B 8-Center an der Erkrather Straße.