BBE-Expertenforum zu Stadtmarketing, Tourismus und Retail

Rothenburg ob der Tauber steht vor einem Wandel. Foto: Pixabay / Th G

45 Experten haben in einem Expertenforum über die Neuausrichtung von Stadtmarketing, Tourismus und Einzelhandel von Rothenburg ob der Tauber diskutiert. Die Teilnehmer repräsentierten lokale Vereine und Institutionen.

Eingeladen hatten die BBE Handelsberatung, das Institut für Stadt- und Regionalmanagement sowie das Architektur- und Stadtplanungsbüro PLANKREIS, alle aus München.

Eine Botschaft: Die Rothenburger sollen wieder Lust haben, in ihrer Innenstadt einzukaufen. Dafür muss das Angebot für Einheimische attraktiver sein und die Aufenthaltsqualität erhöht werden. Zudem soll Rothenburg attraktiver für junge Leute werden. Das Thema Bildungsangebote ist hier das zentrale Thema. Oberbürgermeister Dr. Markus Naser zieht für die Veranstaltung eine positive Bilanz: „Wir sind einen großen Schritt weitergekommen.“

Zukunftsthemen vorantreiben

„Ich nehme von der Veranstaltung mit, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Kompetenz, Engagement, Zusammenarbeit und Aufbruchsstimmung die maßgeblichen, zukunftsorientierten Themen vorantreiben wollen“, sagt Timm Jehne, Teamleiter Standort und Immobilie bei der BBE Handelsberatung.

Jehne und sein BBE-Team haben monatelang die innerörtlichen Strukturen von Rothenburg analysiert und eine Liste mit Stärken und Schwächen erstellt. Die Handelsstärken der Stadt liegen in den Sortimentsbereichen Glas, Porzellan und Geschenkartikel sowie einer grundsätzlichen Breite im Angebot. Andererseits fehlen ausreichende Angebote im Bekleidungsbereich sowie Läden mit stark regionalisierten Produkten, „die das Rothenburger Publikum und das Umland ansprechen“, sagt Handelsfachmann Jehne.

 

Bürger in die Stadt ziehen

Das Marktgebiet von Rothenburg umfasst ein Bevölkerungspotenzial von rund 35.500 Einwohnern, die für eine einzelhandelsrelevante Kaufkraft von jährlich 272 Millionen Euro stehen. Die BBE hat für die Rothenburger Innenstadt rund 11.500 Quadratmeter Verkaufsfläche ermittelt, auf denen ein jährlicher Umsatz von rund 42 Millionen Euro erzielt wird. „Aber diese 42 Millionen Euro stammen überwiegend aus dem touristischen Bereich. Doch wir wollen, dass auch die Rothenburger wieder in ihrer Stadt einkaufen. Zudem muss das Umland stärker angesprochen werden“, formuliert Jehne eines der Ziele.

In vier Themenblöcken legten die Teilnehmer*innen unter anderem fest, die Marke „Made in Rothenburg“ zu stärken, Handelsimmobilieneigentümer und -mieter mehr zu unterstützen sowie in der Innenstadt Pop-up-Stores und höhere Aufenthaltsqualität zu schaffen. Ferner sollen Bildung und Kultur gefördert, die Verweildauer für Touristen in der Stadt erhöht und ein ganzheitliches Verkehrskonzept entworfen werden.