COMFORT untersucht Passantenfrequenzen in Einkaufsstädten

Laut COMFORT rangieren die aktuellen Frequenzen in der Regel noch signifikant unterhalb des Vor-Corona-Niveaus. Symbolbild: Pixabay / Darko Stojanovic

Der Einzelhandelsspezialist COMFORT hat ein weiteres Update seiner Analyse der Besucherzahlen in deutschen Einkaufsstädten vorgelegt. Diese waren mit dem Ende wesentlicher Corona-Beschränkungen für Einzelhandel und Gastronomie ab dem Juni 2021 teilweise wieder signifikant gestiegen.

Im November schließlich konnte konstatiert werden, dass sich die Passantenfrequenzen weitgehend auf einem „normalen“ Vor-Corona-Niveau befanden. Interessant, so Olaf Petersen, Geschäftsführer und Chefresearcher von COMFORT, war zu sehen, wie sich die 2G-Verschärfung für den Zugang zum Einzelhandel in der heißen Phase des Weihnachtsgeschäfts auf die Besucherzahlen auswirken würde.

Checks am Samstag und Donnerstag

Gegenstand der COMFORT-Analyse waren die Passantenfrequenzen für verschiedene Top-Einkaufsmeilen in ganz Deutschland am Samstag, dem-Top-Einkaufstag, und am Donnerstag als Repräsentant für einen normalen Wochentag voriger Woche im Vergleich zu entsprechenden Werten aus dem Vorjahr 2020, dem Vor-Coronajahr 2019 sowie dem langfristigen Durchschnitt. Da im Vorjahr der Donnerstag und Samstag vor dem vierten Advent bereits im Lockdown lagen, wurden für 2020 die entsprechenden Tage vor dem dritten Adventssamstag zum Vergleich herangezogen. Für 2019 sind es der Donnerstag und Samstag vor dem vierten Advent – immer ausgehend von den tagtäglich und per Laser erhobenen Frequenzzahlen von hystreet.com. Dargestellt ist jeweils immer die Höchstfrequenz pro Stunde am jeweiligen Tag.

Grundsätzlich, so Olaf Petersen, sei festzustellen, dass die aktuellen Frequenzen die langfristigen Durchschnittswerte für den Wochentag überschreiten. Dies sei eingedenk der Bedeutung des Weihnachtsgeschäfts im Jahresverlauf aber auch normal. Zudem sei zu berücksichtigen, dass die langfristigen Durchschnittswerte durch die langen Phasen des Lockdowns im Frühjahr 2020 und insbesondere Ende 2020 bis in das Frühjahr 2021 - mit außerordentlich niedrigen Frequenzen - deutlich nach unten gedrückt worden seien.

 

Beträchtliche lokale Unterschiede

Der Vergleich mit den 2019er Werten, also noch vor der Corona-Pandemie, mache dagegen deutlich, dass die aktuellen Frequenzen in der Regel noch signifikant unterhalb des Vor-Corona-Niveaus rangieren – wenn auch mit beträchtlichen lokalen Unterschieden. So schlage in der Düsseldorfer Schadowstraße beispielsweise offensichtlich die Fertigstellung des K II sowie die Erweiterung der Fußgängerzone so positiv zu Buche, dass dort auch unter Corona-Bedingungen 2021 die 2019er Werte überschritten werden. Und auch die Stuttgarter Königstraße und Frankfurter Zeil erreichen aktuell rund 90 Prozent des 2019er Frequenzniveaus.

Die Werte der anderen Haupteinkaufsmeilen rangieren dagegen aktuell deutlich niedriger als diejenigen des Jahres 2019. Der Rückgang beträgt zwischen 25 und 40 Prozent. Schlusslicht ist aktuell die Leipziger Petersstraße in dem besonders von der Corona-Pandemie betroffenen Sachsen. Dort erreichen die aktuellen Frequenzen nicht einmal 50 Prozent des 2019er-Niveaus.

Den absoluten Frequenz-Spitzenreiter stellt trotz erheblicher Frequenzverluste sowohl am Donnerstag wie auch am Samstag jeweils die Kölner Schildergasse vor der Münchner Neuhauser Straße und der Frankfurter Zeil.

Überraschung: relativ konstante Zahlen

Interessant sei auch, erklärt Petersen, dass der Rückgang, der nunmehr mit dem Wechsel auf 2G über alle Städte und Lagen beobachtet werden konnte, zumindest gegenüber den zuletzt analysierten Daten aus dem November dieses Jahres nur unwesentlich sei. Freilich könnten aktuell natürlich auch Ungeimpfte die Innenstädte aufsuchen, da ja die 2G-Regel nur für bestimmte Läden gelte und nicht etwa für Lebensmittelgeschäfte, Drogerien und Buchhandlungen. „Dass die Zahlen aber weitgehend konstant bleiben“, sagt Petersen, „damit ist so nicht unbedingt zu rechnen gewesen.“ An manchen Orten wie etwa in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und Köln lagen die Besucherzahlen sogar höher als im November – was in der Hochphase des Weihnachtsgeschäfts unter normalen Bedingungen natürlich auch die Regel ist. „Von normalen Bedingungen“, sagt Petersen abschließend, „sind wir aber derzeit leider schon wieder weit entfernt.“