Ausschuss Handel: Leisten in der Krise wichtige Funktion

Wichtige Marktteilnehmer fordern die teilweise Öffnung von Shopping-Malls. Symbolbild: Unsplash / Marcin Kempa

Die aktuellen Äußerungen von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder im Zuge der Vorstellung der Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern, Shopping-Malls könnten nach wie vor nicht geöffnet werden, haben für Irritationen gesorgt, so der ZIA. Der GCSP schließt sich dem an.

„Shopping Malls leisten in der Corona-Krise eine wichtige Funktion, denn sie bieten Zugang zu den Supermärkten, Drogerien, Apotheken und anderen auch bislang geöffneten Geschäften“, sagt Iris Schöberl, Vorsitzende des ZIA-Ausschusses Handel. „Gerade an diesen Orten sind Hygieneauflagen und mögliche Ansammlungen von Kunden vor einzelnen Läden oder in der Mall durch ein professionelles Management, Reinigung und Wachschutz besser zu organisieren als in den Innenstädten.“

Um Missverständnisse zu vermeiden und Unsicherheiten zu beseitigen, sei es wichtig, klarzustellen, dass Shopping-Center auch weiterhin diesen Zugang gewährleisten und die im Beschluss genannten Geschäfte öffnen dürfen – unabhängig davon, wo sie sich befinden.

Entlastungsfunktion erfüllen

Shopping-Center verfügen anders als Fußgängerzonen über moderne Frequenzzählanlagen, durch die eine Steuerung des Besucherstroms durch entsprechendes Personal an den Eingängen erst möglich wird. Shopping-Center können zudem – anders als Läden in einer Fußgängerzone – die Parkplätze im eigenen Parkhaus bei Bedarf beschränken und so ebenfalls den Besucherstrom mindern, stellt der ZIA klar. „Sie erfüllen in vielen Städten Deutschlands eine Entlastungsfunktion, die vor allem in der heutigen Zeit wichtig ist“, so Schöberl.

ECE zur Situation: „Ob unsere Center öffnen dürfen, wissen wir leider noch nicht“, lässt das Unternehmen verlauten. Man müsse jetzt abwarten, wie die einzelnen Länder und Kommunen die Beschlüsse auslegen.

 

Die ganze Zeit geöffnet

Zwar sei in der Pressekonferenz die Rede davon gewesen, dass Shopping-Malls weiterhin nicht öffnen dürfen. In der offiziellen schriftlichen Mitteilung der Bundesregierung sei davon aber nicht die Rede. „Außerdem sind unsere Malls ja die ganze Zeit geöffnet, damit die Kunden zum Beispiel in den Lebensmittelmärkten und Drogerien einkaufen können."

Dazu der Verband German Council of Shopping Places: „Diese Handelsimmobilienklasse ist derzeit schon offen und liefert einen wesentlichen Beitrag zur Grundversorgung der Bevölkerung in vielen Teilen Deutschlands.“

Zu kurz gesprungen

Vorstand Harald Ortner von HBB: „Die begrenzte Liberalisierung der Öffnung auf Flächen bis 800 Quadratmetern ist zu kurz gesprungen, da insbesondere die Shopping-Center heute schon technisch einwandfrei die geforderte Regulierung der Kundenströme bewerkstelligen können. Frequenzzählanlagen, eine Zufahrtsregulierung der Parkhäuser und Parkplätze oder auch der Einsatz von Sicherheitspersonal zur Regulierung und Überwachung der Warteschlangen, all dies ist in einem gut gemanagten Center darstellbar und kann gemäß den Anforderung der aktuellen Beschlüsse gleich umgesetzt werden.“

Auslegungsmöglichkeiten gefordert

Da davon auszugehen sei, dass bis Ende April mit der Regelung von 800 Quadratmetern gelte, müsse es Auslegungsmöglichkeiten für die Länder und Kommunen geben, die auch größeren Läden, sofern sie sich auf 800 Quadratmeter Verkaufsfläche selbst beschränken, die Öffnung erlauben. Gleiches gelte für übereinanderliegende Verkaufsflächen eines Betreibers, die durch die Trennung der Verbindungen zum Beispiel mit der Sperrung der Rolltreppe zwischen den Stockwerken auf je 800 Quadratmeter je Etage beschränkt werden könnten. „Abgesehen davon muss spätestens Anfang Mai eine größenunabhängige Öffnung möglich sein“, sagt Harald Ortner.