Keine Diskriminierung – Musterhandbuch herausgegeben

Die Forderungen nach der kompletten Öffnung des Einzelhandels werden lauter. Symbolbild: Pixabay / Miles D. Miller

Im Vorfeld der Beratungen der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefs der Länder über eine mögliche weitere Lockerung der Beschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung der Corona-Epidemie hat der Handelsverband Deutschland (HDE) Vorschläge für eine Rückkehr zu einem regulären Geschäftsbetrieb im Einzelhandel ab dem 4. Mai präsentiert.

„Die Wiedereröffnung der Einzelhandelsgeschäfte mit bis zu 800 Quadratmetern Verkaufsfläche ist durchweg sehr verantwortungsvoll verlaufen. Ein Kundenansturm auf die Geschäfte ist ausgeblieben, die Kunden verhalten sich besonnen und risikobewusst“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Angesichts dieser positiven Erfahrungen sollte in einem nächsten Schritt die Wiedereröffnung des gesamten Einzelhandels nach einheitlichen, nicht diskriminierenden Vorgaben flächendeckend im gesamten Bundesgebiet ermöglicht werden. Genth: „Der Einzelhandel steht bereit, unabhängig von der Größe der Verkaufsfläche unter Einhaltung der erforderlichen Infektionsschutzkonzepte zu öffnen.“

Verlässlicher Rahmen vonnöten

Um Rechtssicherheit und Planbarkeit für die Unternehmen sicherzustellen, sollte dabei auf den geltenden Vorgaben zum Gesundheitsschutz und den entsprechenden Hygiene- und Verhaltensregeln aufgebaut werden. „Um einen geordneten Geschäftsbetrieb und damit die Versorgung der Bevölkerung sicherstellen zu können, benötigen die Unternehmen einen verlässlichen Rahmen mit umsetzbaren und transparenten Vorgaben“, so Genth weiter. Verhindert werden müsse ein föderaler Flickenteppich mit vielen lokal unterschiedlichen Regelungen. Auch bei der Maskenpflicht beim Einkauf sollten die Vorgaben eindeutig sein, um unterschiedliche Interpretationen auf städtischer und kommunaler Ebene auszuschließen. Zudem müsse sichergestellt werden, dass bei Verstößen gegen die Maskenpflicht nicht der Händler zur Verantwortung gezogen werde. Genth: „Die Einzelhändler sind keine Ersatz-Polizei. Die Durchsetzung der Maskenpflicht ist eine hoheitliche Aufgabe.“

 

Zudem macht der HDE deutlich, dass die sehr gut funktionierende Versorgung der Bevölkerung durch den Lebensmittelhandel nicht durch neue Sonderregelungen und Vorgaben gefährdet werden sollte. „Der Lebensmittelhandel arbeitet nach wie vor unter erschwerten Bedingungen und bewältigt Tag für Tag große Herausforderungen. Dieses krisenerprobte System darf jetzt nicht leichtfertig gefährdet werden“, so Genth.

Einkaufen sicher gestalten

Rückenwind gibt der German Council of Shopping Places (GCSP). „Seit dem 20. April darf ein großer Teil der Läden unter Berücksichtigung der behördlichen Vorgaben wieder öffnen. Für das Einkaufen wurden vom Gesetzgeber zusätzliche Maßnahmen gefordert, um die Hygiene- und Sicherheitsstandards zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu erfüllen. Der Deutsche Interessenverband der Handels- und der Handelsimmobilien-Branche German Council of Shopping Places (GCSP) hat in den vergangenen Tagen bundesweit mit einem Expertenkreis aus den Reihen seiner Mitglieder Musterlösungen für die Umsetzung von Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen zusammengetragen und katalogisiert“, so der Verbund. Entstanden ist daraus das erste Musterhandbuch für Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen am Beispiel von Einkaufszentren. „Wir freuen uns sehr, den Entscheidern auf kommunaler Ebene, im Handel und in den Centern eine Handlungshilfe an die Hand geben zu können, um das Einkaufen insgesamt sicher zu gestalten und die Risiken einer Ansteckung zu minimieren“, erklärt Vorstand Harald Ortner und stellt fest: „Damit ist bei Anwendung dieser Musterlösungen die Begrenzung auf 800 Quadratmeter Verkaufsfläche nicht mehr notwendig und sollte so schnell wie möglich entfallen.“