IFH KÖLN hat Wachstumsentwicklung analysiert

Das Segment Lebensmittel hat Potenzial, online stark zu wachsen. Symbolbild: Unsplash / Visual Stories / Micheile

Die Sparte Lebensmittel bleibt laut IFH KÖLN online der stärkste Wachstumsmarkt, und auch für die Zukunft ist der Hebel allein aufgrund der Gesamtmarktgröße gewaltig.

Wie sich der Onlinelebensmittelmarkt entwickelt, beziffert die neue Studie „Lebensmittel online – Zahlen, Daten und Fakten“ des IFH KÖLN. 2020 betrug der Onlineanteil im Lebensmittelmarkt rund zwei Prozent. Was auf den ersten Blick eher wie aus der Kategorie Nachzügler wirkt, beläuft sich auf einen Onlineumsatz von rund 4,5 Milliarden Euro. Damit ist der Online-LEH bezogen auf das Marktvolumen der fünftgrößte Onlinemarkt in Deutschland.

Nicht nur das Onlinemarktvolumen wächst, auch das Lebensmittelmarktvolumen insgesamt steigt weiter an. Dies lässt nicht zuletzt den Onlineanteil naturgemäß schrumpfen. Während der prozentuale Anteil des Onlinehandels am LEH-Gesamtmarkt im Vergleich zur letzten Prognose gesunken ist, wird das Onlinemarktvolumen ordentlich zulegen können.

 

Bis zu acht Prozent in 2030 möglich

Dass das Lebensmittelmarktvolumen insgesamt aktuell stark wächst, liegt vor allem an der stay@Home-Zeit. Auch der Bedarf der Konsumentinnen und Konsumenten an frischen Produkten und einem gewachsenen Bewusstsein für höherwertige Lebensmittel spiegelt sich im Marktwachstum wider. Beides wird zukünftig auch zunehmend online bestellt werden, sodass der Onlineanteil bis 2030 auf bis zu acht Prozent des Umsatzes steigen könnte. Die Szenarioberechnung des IFH KÖLN zeigt, den coronabedingten Schub kann der Lebensmittelonlinemarkt noch bis etwa 2023 mitnehmen, erst dann ist mit einem weniger steilen Wachstum zu rechnen, sollte sich die Flächenabdeckung nicht rapide verbessern.

„Wie sich der Onlinemarkt für Lebensmittel weiterentwickelt, hängt stark davon ab, mit welchem Druck Anbieter den Markt bearbeiten. Die Konsumentinnen und Konsumenten sind grundsätzlich bereit, doch noch hat nur rund ein Viertel der Bevölkerung auch online wirklich eine Auswahl für ihren digitalen Wocheneinkauf“, erklärt Dr. Eva Stüber, Mitglied der Geschäftsführung des IFH KÖLN.

Abdeckung spielt große Rolle

Ein Blick auf die Liefergebietsabdeckung zeigt: Der Lieferdienst von REWE erreicht den größten Anteil der Bevölkerung. Besonders dynamisch sind die Quick-Commerce-Anbieter Gorillas und Flink unterwegs, die aktuell circa sechs beziehungsweise acht Prozent der Bevölkerung erreichen, und das, obwohl sie erst seit 2020 am Markt vertreten sind. Aber: Die flächenmäßige Abdeckung ist regional sehr unterschiedlich ausgeprägt und insgesamt gering. Nur zehn Anbieter liefern Vollsortiment, also alle Lebensmittelwarengruppen inklusive frischer Produkte, in mehreren Städten aus. Das heißt, obwohl sich der Markt dynamisch entwickelt, haben nur wenige Konsumentinnen und Konsumenten online eine Auswahl zwischen unterschiedlichen Anbietern. Nur circa 24 Prozent der Bevölkerung können zwischen mindestens zwei verschiedenen Onlineshops mit Vollsortiment und Auslieferung wählen.