Markt ist weiter von Übernahmen und Personalmangel geprägt. Und die EBIT-Margen steigen nicht, so eine Lünendonk-Studie.

Sicherheitsdienstleister leiden unter Personalmangel. Foto: Ryan McGuire / pixabay

Lünendonk veröffentlicht die siebte Studie zum Markt für Sicherheitsdienstleistungen in Deutschland. Der Bericht fußt auf der Analyse von 40 führenden Sicherheitsdienstleistern mit einer Marktabdeckung von 49 Prozent. Schwerpunkte der Studie sind 2016 die Sonderkonjunktur durch den Betreuungsbedarf der Flüchtlinge, der Personalmangel im Markt sowie die zukünftige Nachfrage nach Sicherheitsdienstleistungen und Technik aus einer Hand.

Obwohl die Sonderkonjunktur für 2015 und 2016 zum Teil zu hohen zweistelligen Umsatzsteigerungen führte, liefern die Studienergebnisse keinen Nachweis für signifikant gestiegene EBIT‐Margen. Darüber hinaus sind die Grunddynamiken im Markt – Konsolidierung, Personalmangel und hoher Wettbewerbsdruck – unverändert. Diese und weitere Ergebnisse enthält die aktuelle Lünendonk‐Studie 2016 „Sicherheitsdienstleister in Deutschland“.

 

Sonderkonjunktur wirkt sich nur bedingt aus

80 Prozent der Anbieter generierten 2015 Umsätze mit der Bewachung von Flüchtlingsunterkünften. Im Mittel betrug der Umsatz der antwortenden Anbieter hier 8,4 Millionen Euro. Die Angaben der Dienstleister decken eine Spannbreite von wenigen hunderttausend Euro bis hin zu 25,5 Millionen Euro Umsatz ab. Dies trug zu den stark gestiegenen Umsatzwerten von bis zu 80 Prozent bei auf der Lünendonk‐Liste vertretenen Unternehmen bei.

Der kurzfristige Bewachungsbedarf konnte von vielen Anbietern nur mit Hilfe von Nachunternehmen gedeckt werden. Im Gegenzug berichteten die Anbieter in Summe nicht von steigenden EBIT-Margen. Diese sanken sogar leicht bei stabilen Antwortquoten gegenüber dem Vorjahr. Verschiebungen bei den EBIT-Margen sind in beide Richtungen zu beobachten.

Die Studienteilnehmer sind sich der eigenen Verantwortung in der Bewältigung der Herausforderungen durch die Flüchtlingsbetreuung bewusst. Entscheidende Faktoren sind der Einsatz von qualifiziertem Personal und die Einhaltung der vom Branchenverband BDSW formulierten Mindestanforderungen. Dies ist angesichts des Personalmangels im Markt eine nicht zu unterschätzende Herausforderung für die Anbieter. „Die Sicherheitsdienstleister stehen seit Jahren im Mittelpunkt einer emotional geführten Debatte, die geprägt ist von Misstrauen und Vorurteilen. Die Anbieter in Deutschland haben gerade im Herbst 2015 oftmals mit Vorlauf von nur wenigen Tagen Aufträge angenommen und gestartet. Diese Leistung wurde bislang zu wenig auf Basis von Zahlen, Daten und Fakten beurteilt und gewürdigt“, so Thomas Ball, Consultant bei Lünendonk und Studienautor.

 

Marktdynamik unverändert bei Sicherheitsdienstleistern 

Ungeachtet der Sondereffekte in 2015 und 2016 sind die Grunddynamikenim Markt unverändert. Dies zeigt auch das Stimmungsbild der Anbieter, die sich auch angesichts der Herausforderungen im Markt gut aufgestellt sehen. Der starke Wettbewerb äußert sich durch niedrige Margen und Übernahmen.

Allein im laufenden Jahr, das sich noch nicht in den Leistungskennzahlen der Studie widerspiegelt, ereigneten sich dre iÜbernahmen mit Auswirkungen auf die Lünendonk‐Liste: Die Kieler Wach- und Sicherheitsgesellschaft übernahm die insolvente DNZ Holding aus Dresden und ICTS die GSE Protect. Die W.I.S. übernahm kürzlich Sicherheitsdienstleistungen der überwiegend mit Geld‐ und Wertlogistik im Markt aktiven Brink’s.

Konsolidierungsphase schreitet voran

Die aktuelle Konsolidierungsphase schreitet damit weiter voran. 2014 hatte etwa Kötter die OSD Schäfer und große Teile der Sicherheitsdienstleistungen der ISS übernommen und damit den Abstand zum Marktführer Securitas in der Lünendonk‐Liste verringert.

Die aktuelle Lünendonk-Studie 2016 „Sicherheitsdienstleister in Deutschland“ liefert Zahlen, Daten und Fakten von 40 in Deutschland tätigen Sicherheitsdienstleistern mit einer Marktabdeckung von rund 50 Prozent des vom BDSW veröffentlichten Volumens – darunter die 25 führenden Anbieter. Die vollständige Studie kostet 1.200 Euro.