Der Handel experimentiert immer häufiger mit neuen Store-Formaten. In einem Whitepaper nehmen Experten das Phänomen unter die Lupe.

Der Flagship-Store von Breuninger in Stuttgart. Foto: Breuninger

Das Konsumverhalten von Kunden hat sich verändert, nicht zuletzt durch den fortschreitenden technischen Wandel – und Händler müssen sich etwas einfallen lassen. Der stationäre Einzelhandel experimentiert und reagiert mit neuen Store-Formaten, die sich verstärkt auf die Kundenwünsche Individualität, Emotionalität, gute Erreichbarkeit und günstige Preise konzentrieren.

Der Think Tank des German Council of Shopping-Centers hat passend dazu vier Trend-Formate in Deutschland und deren Standortpräferenzen unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse der Untersuchung sind im „Navigator für neue Store-Formate“ zusammengefasst.  

 

Attraktive Aushängeschilder 

Flagship Stores erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und ihre Verbreitung nimmt deutlich zu. Als prominentes Aushängeschild eines Unternehmens beziehungsweise einer Marke sind Flagship Stores typischerweise an attraktiven innerstädtischen Standorten zu finden. Zwar sind die Quadratmeterpreise hier sehr hoch, doch die unmittelbaren Rentabilitätsziele des einzelnen Standorts sind häufig zweitranging. Im Vordergrund stehen die Imagebildung und die Positionierung des eigenen Labels in der Kundenwahrnehmung. Indem sie sich in puncto Architektur, Einrichtung, Größe, Mitarbeiter und Sortiment klar von den übrigen Filialen abheben, sorgen Flagship Stores für eine aufmerksamkeitsstarke Inszenierung von Marke und Produkt.

Lifestyle-Läden

Concept Stores legen ihren Fokus eindeutig auf Zielgruppen, die ein hohes Interesse an Design, Trends, Inspiration und Individualität haben. Dementsprechend befindet sich dieser Store-Typus vorrangig an Standorten in Großstädten, die ein trendiges Umfeld bieten und sich klar vom Massenkonsum abheben. Das spiegelt sich auch im Sortimentsmix wieder, der häufig auf Design-, Trend- und Luxus-Artikel reduziert ist. Die Produkte sollen zum Lifestyle des Kunden passen, damit dieser sich mit dem Angebot identifizieren kann. Die Handelsfunktion von Concept Stores wird oft durch andere Nutzungen ergänzt wie Gastronomie- oder Kulturangebote. 

Kurzweilige Konzepte

Pop-up Stores sind oft kleinflächige Läden oder Verkaufsstände und dienen als kostengünstiges und explizit kurzweiliges Testumfeld für Produkte und Konzepte. Durch ihre zeitlich begrenzte Präsenz vermitteln Pop-up Stores Exklusivität und Innovation. Sie sind flexibel in ihrer Standortwahl und häufig dort zu finden, wo sich potenzielle Kunden aufhalten. Deshalb können für Pop-up Stores mobile Verkaufsräume, Container oder zwischengenutzte Läden in Geschäftsstraßen, aber auch Shopping-Center, Szene-Lagen oder Standorte ohne Handelsbezug wie Galerien oder Festivals genutzt werden.

 

Günstig gelegen

Aus Gründen der Kostenersparnis sind für Offprice Stores eine schlichte, kostengünstige Ladengestaltung und die Warenpräsentation auf engem Raum charakteristisch, ähnlich wie bei Fachdiscountern. Auch die Standortwahl folgt dieser Prämisse. So kommen für dieses Store-Format alle Arten von Stadtgrößen in Frage. Meist handelt es sich dabei um Standorte außerhalb von Innenstädten, die sich mit dem Auto gut erreichen lassen, es expandieren aber auch City-Spezialisten. Das Sortiment variiert je nach Verfügbarkeit von Überschuss- oder Insolvenzware sowie Auslaufmodellen oder Ware zweiter Wahl und beschränkt sich in der Regel auf Nonfood-Produkte, darunter Markenartikel, die deutlich vergünstigt unter dem üblichen Preisniveau angeboten werden.

Der German Council of Shopping-Centers Think Tank besteht aus Experten der folgenden GCSC-Mitgliedsunternehmen: ATP architekten ingenieure München, COMFORT -  Research & Consulting , ECE Projektmanagement, EHI Retail Institute, Galeria Kaufhof, GfK Geomarketing und Unibail-Rodamco Germany.