Die Investoren weichen verstärkt auf das Fachmarktsegment aus. Angebot existiert überwiegend im Non-Core-Segment.

Fachmärkte gehören zu den Gewinnern auf dem Investmentmarkt. Im Bild: Das Hanse-Center bei Rostock. Foto: friesede / Wikipedia
Die Spitzenrenditen bei Handelsimmobilien nach Assetklassen. Grafik: Savallis
Das Transaktionsvolumen bei Handelsimmobilien in den vergangenen Quartalen. Grafik: Savallis

In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres wurden am deutschen Handelsinvestmentmarkt nach Berechnungen von Savills Objekte für insgesamt etwa 8,8 Milliarden Euro gehandelt. Das sind 46 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auch der Gewerbeimmobilienmarkt insgesamt verzeichnet Rückgänge bei den Transaktionen.

Vom Umsatzrückgang sind alle Nutzungsarten betroffen. „Das Kernproblem am Handelsinvestmentmarkt besteht unverändert fort: Während die Nachfrage überwiegend core-fokussiert bleibt, existiert Angebot vor allem im Non-Core-Segment. Wir stellen jedoch eine gewisse Aufweichung der Risikoprofile der Investoren fest“, erläutert Jörg Krechky, Director und Head of Retail Investment Germany bei Savills und ergänzt: „Viele Investoren haben spezielle Value-Add-Fonds initiiert, so dass dem bestehenden Angebot im Non-Core-Segment nun auch eine steigende Nachfrage gegenübersteht“.

Attraktive Fachmarktzentren profitieren

Vor allem um attraktive Fachmarktzentren und Shopping Center in B-Standorten gäbe es laut Krechky einen äußerst starken Bieterwettstreit, weshalb diese Standorte eine weitere spürbare Renditekompression erfahren würden.

Neben der Erweiterung der Suchprofile im Hinblick auf die Risikoklassen ist auch ein verstärktes Ausweichen auf Fachmarktzentren sowie Fach- und Lebensmittelmärkte festzustellen. Zwar ist auch hier ein Umsatzrückgang zu verzeichnen (- 16 Prozent gegenüber in Q1-Q3 2015), dieser fiel jedoch deutlich moderater aus als bei Geschäftshäusern (- 44 Prozent) und Shopping-Centern (- 68 Prozent). Dementsprechend stieg die Bedeutung von Fachmarktzentren sowie Fach- und Lebensmittelmärkten am Handelsinvestmentmarkt spürbar an. Sie zeichneten in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres für fast ein Drittel des Transaktionsvolumens verantwortlich – im Vorjahreszeitraum lag der Anteil bei 21 Prozent.

 

Non-Core-Segment sorgt für Dynamik

Die steigende Nachfrage im Non-Core-Segment dürfte in Verbindung mit dem relativ großen Angebot im Schlussquartal für eine steigende Dynamik sorgen. „Die Transaktionsaktivität wird sich in den kommenden Monaten weiterhin vor allem im Volumenbereich unter 100 Millionen Euro abspielen. Diese Kleinteiligkeit ist ein wesentlicher Grund dafür, dass das Transaktionsvolumen dieses Jahr deutlich niedriger ausfallen wird als im letzten. Wir rechnen mit etwa 14 Milliarden Euro“, prognostiziert Matthias Pink, Director und Head of Research bei Savills Germany.