Die Ladenmieten stiegen im Schnitt um vier Prozent in den Großstädten. In Düsseldorf legten sie mit acht Prozent am stärksten zu.

Die höchsten Mieten in NRW müssen Einzelhändler in Düsseldorf bezahlen. Foto: Michael Gaida / pixabay

Der aktuelle Preisspiegel für Gewerbeimmobilien des Immobilienverband Deutschland (IVD) für die Region West zeigt unter anderem die Trends des Immobilienmarktes für Ladenmieten sowie Preise für Gewerbegrundstücke in NRW. Bei den Ladenmieten in den Zentren der Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern ist ein Preisanstieg von knapp vier Prozent zu verzeichnen. In kleinen Kommunen setzt sich in diesem Segment allerdings der Preisverfall fort.

„Die Einzelhandelsentwicklungen sind nicht mehr alleiniger Motor in den Cities. Der Trend geht ganz klar zu hybriden Immobilien, also einer Mischung aus Wohnen und Arbeiten“, so Axel Quester, stellvertretender Vorsitzender des IVD West. Im Segment der Ladenmieten in NRW ist Bewegung vor allem in den Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern zu verzeichnen. Besonders hervorzuheben ist hier Bielefeld mit durchschnittlichen Preissteigerungen im zweistelligen Prozentbereich.

 

Düsseldorfer KÖ bleibt renommierte Einkaufsstraße

In der Landeshauptstadt Düsseldorf verteuern sich die Mieten in den Top-Lagen um 8 Prozent auf einen Wert von 280 Euro pro Quadratmeter. Die weit vorangeschrittenen Neubaumaßnahmen rund um die Königsallee sind der Hauptgrund für diese Entwicklung. Im hochpreisigen Segment der Luxusgüter bleibt die Düsseldorfer KÖ mit ihrer Exklusivität auch international eine renommierte Einkaufsstraße, während die Kölner Mittelstraße selbst im bundesweiten Vergleich gehobener Shoppingmeilen noch Potential nach oben behält.

Im Ruhrgebiet gab es die deutlichsten Veränderungen in Bochum. Dort kam es jenseits der Toplagen zu teils zweistelligen Abschlägen. Auch in Duisburg sanken die Mietpreise in den Toplagen. Teuerster Standort an der Ruhr bleibt Dortmund mit stabilen 220 Euro pro Quadratmeter in den besten Verkaufslagen. In Duisburg muss man in vergleichbarer Lage etwa 85 Euro pro Quadratmeter einkalkulieren. Im Bereich der Städte von 100.000 bis 300.000 Einwohnern wie Aachen, Leverkusen und Neuss waren im Jahresvergleich im Wesentlichen unveränderte Preise zu beobachten. Die bedeutendsten Preisanstiege in Toplagen gab es in Paderborn (+ 20 %) und Hagen (+ 17 %).

 

Regionalen Schwankungen in kleineren Städten

Die Ladenmieten in kleineren Städten waren regionalen Schwankungen unterlegen, sanken aber im Durchschnitt um ein bis drei Prozent. Dabei sind Gemeinden mit günstigerer Anbindung an die Ballungszentren tendenziell weniger von sinkenden Zahlen betroffen als ländlichere Gemeinden. Zu letzteren zählen beispielsweise Emmerich (-11 %), Brilon (-20 %) und Plettenberg (-17 %).

Konstant mit leicht positiver Tendenz blieben die Preise für Gewerbegrundstücke in den mittleren und großen Kommunen Nordrhein- Westfalens. Dennoch kam es vereinzelt zu deutlicheren Preisveränderungen: Bei den Großstädten über 300.000 Einwohner stiegen in Bielefeld und Köln die Preise zwischen 5 und 7 Prozent. Auch in Duisburg waren Steigerungen bis zu 7 % zu beobachten. Am teuersten sind die Grundstücke in der Landeshauptstadt mit 270 Euro pro Quadratmeter in guten Lagen. In Köln, Duisburg und Essen sind es noch 160 bzw. 150 Euro pro Quadratmeter und in Dortmund 130 Euro. In einigen Mittelstädten waren stärkere Preisveränderungen erkennbar. So stiegen in Krefeld die Preise um bis zu 17 Prozent – genauso wie in Moers. Selbst in Gelsenkirchen stiegen die Preise um 7 – 11 Prozent. „Wir brauchen in allen genannten Städten neue Flächen für Gewerbeansiedlungen.

Der kostspieligste Boden liegt in Ratingen

„Bestandsflächen sind oft Planungsleichen und können nicht verwendet werden“, erläutert Axel Quester vom IVD West die Situation. In kleinen Kommunen mit weniger als 50.000 Einwohnern sanken die Preise für Bauland im Durchschnitt hingegen leicht. Ratingen bleibt wie im vergangenen Jahr mit 310 EUR pro Quadratmeter noch vor Düsseldorf mit 270 EUR pro Quadratmeter der kostspieligste Boden für Gewerbegrundstücke in ganz NRW.

 

 

Erstellt von dah