GfK untersucht aktuelle Daten für die D-A-CH-Region

Innerhalb der D-A-CH-Region haben die Schweizer die höchste Pro-Kopf-Kaufkraft. Symbolbild: Pixabay / gonghuimin

Mit insgesamt 42.067 Euro haben die Schweizer 2019 eine deutlich höhere Pro-Kopf-Kaufkraft als die Einwohner der benachbarten Länder Österreich und Deutschland. Den Österreichern stehen 2019 laut der neuen GfK-Studie 24.067 Euro pro Kopf für Ausgaben zur Verfügung, den Deutschen 23.779 Euro.

Doch nicht nur zwischen den Ländern zeigen sich Unterschiede im Niveau des verfügbaren Nettoeinkommens, sondern auch innerhalb der jeweiligen Länder gibt es deutliche regionale Unterschiede.

Die Gesamtsumme der Kaufkraft in der Schweiz liegt bei knapp 8,5 Millionen Einwohnern im Jahr 2019 laut GfK-Prognose bei 356,9 Milliarden Euro (ohne Liechtenstein). Die rund 8,8 Millionen Österreicher hingegen kommen 2019 auf eine Kaufkraftsumme von rund 212,3 Milliarden Euro, während sich die Gesamtkaufkraft der in etwa 82,8 Millionen Deutschen auf 1.968,7 Milliarden Euro beläuft.

Von Konsum bis Sparen

Die Kaufkraft misst dabei das nominal verfügbare Nettoeinkommen der Bevölkerung inklusive staatlicher Leistungen wie Arbeitslosengeld, Kindergeld oder Renten und steht für Konsumausgaben, Wohnen, Freizeit oder Sparen zur Verfügung. Der Fokus der Studie liegt in der Herausarbeitung der regionalen Unterschiede. Die Studie zeigt, wie verschieden die regionale Kaufkraft ist, sowohl zwischen als auch innerhalb der Länder.

 

Lage in der Schweiz

Mit einer Pro-Kopf-Kaufkraft von 60.935 Euro führt Zug das Schweizer Kantonranking an – Dort stehen den Einwohnern knapp 45 Prozent mehr als dem Landesdurchschnitt zur Verfügung. Auf den Plätzen zwei und drei folgen wie im Vorjahr die Kantone Schwyz und Nidwalden, die mit 33 bzw. 25 Prozent über dem Schweizer Durchschnitt ebenfalls sehr hohe Pro-Kopf-Kaufkraft-Werte aufweisen. Aufgrund der relativ geringen Anzahl an Einwohnern entspricht die Kaufkraftsumme dieser drei Kantone zusammen jedoch nur etwas mehr als fünf Prozent der Kaufkraftsumme der gesamten Schweiz. Den vierten Platz belegt der einwohnerstärkste Kanton Zürich: Mit rund 1,5 Millionen Einwohnern leben dort knapp 18 Prozent aller Einwohner der Schweiz und vereinen so etwas mehr als 20 Prozent der gesamten Schweizer Kaufkraft.

Veränderungen zum Vorjahr

Ein Blick auf die Top-Ten-Kantone zeigt, dass es ein paar Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr gab. So klettert mit Obwalden ein Kanton auf den fünften Platz, der voriges Jahr noch knapp den Einzug in die Top Ten  verfehlte. Genève hingegen verliert in diesem Jahr drei Plätze und fällt auf den achten Platz im Kantonranking, während Aargau mit Rang neun einen Platz schlechter abschneidet als im Vorjahr und Vaud aus der Top Ten verschwindet.

Die Bewohner des zweiteinwohnerstärksten Kantons Bern verfügen mit etwas mehr als 40 Milliarden Euro über rund elf Prozent der Schweizer Kaufkraft. Im nationalen Ranking nach Pro-Kopf-Kaufkraft landet der Kanton allerdings nur auf Rang 16 von 26.

Lage in Österreich

Ein Blick auf die österreichischen Bundesländer zeigt, dass die Pro-Kopf-Kaufkraft im Land recht homogen verteilt ist. Wie im Vorjahr belegt Niederösterreich mit 25.186 Euro pro Kopf den ersten Platz und liegt somit knapp fünf Prozent über dem österreichischen Landesdurschnitt, dicht gefolgt von Vorarlberg mit einer Pro-Kopf-Kaufkraft von 25.134 Euro. Schlusslicht des Bundeslandrankings ist die Hauptstadt Wien, die im Vergleich zu 2018 drei Plätze verliert und mit einer Pro-Kopf-Kaufkraft von 23.246 Euro etwas mehr als drei Prozent unter dem Landesdurchschnitt liegt.

Insgesamt weisen fünf der neun Bundesländer eine überdurchschnittliche Kaufkraft auf, während vier Bundesländer etwas unterdurschnittlich abschneiden. Am nächsten am österreichischen Landesdurchschnitt liegen Oberösterreich und die Steiermark, die mit 24.257 Euro bzw. 23.623 Euro rund 0,8 Prozent vom Landesdurchschnitt entfernt sind. Im Vergleich zum Vorjahr tauschen Oberöstereich und das Burgenland die Ränge vier und fünf. Die Steiermark, Kärnten und Tirol rücken jeweils durch die Letztplatzierung Wiens um einen Platz nach vorne.