Ein Minus von 57 Prozent im Vergleich zum Vorjahr: Beratungskonzern Savills sieht deutlichen Rückgang bei Investitionen.

Weniger Geld auf dem Konto: Beratungskonzern Savills sieht deutlichen Rückgang bei Investitionen. Foto: pixabay

In seinem Marktüberblick für den deutschen Handelsinvestmentmarkt zeigt das Beratungsunternehmen geringere Transaktionen als im vergangenen Jahr.

Im ersten Halbjahr 2016 wechselten in Deutschland laut Savills’ Handelsimmobilien für insgesamt etwa 4,5 Milliarden Euro den Eigentümer. Das entspreche einem Rückgang von 57 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dies geht hervor aus dem „Marktüberblick – Handelsinvestmentmarkt Deutschland Q2 2016“.

Rückgang betrifft liquide Formate

Dieser Rückgang betreffe vor allem die liquiden Formate, etwa Einkaufs- und Fachmarktzentren sowie Geschäftshäuser. Dass das Transaktionsvolumen nicht höher ausgefallen sei, läge vor allem daran, dass Angebot und Nachfrage im Hinblick auf das jeweilige Risikoprofil nicht zueinander passten.

 

„Die Nachfrage nach deutschen Handelsimmobilien ist nach wie vor immens hoch. Aber: Von einzelnen Ausnahmen abgesehen sind die Investoren auf Core- und eventuell Core-Plus-Immobilien fokussiert. Value-Add-Objekte kommen dagegen bestenfalls als Portfoliobeimischung in Frage“, sagte Jörg Krechky, Director und Head of Retail Investment Germany bei Savills. „Gerade jene Core-Objekte sind aber de facto ausverkauft“.

Eigentümer solcher Core-Immobilien trennten sich wegen fehlender Reinvestitionsmöglichkeiten nur sehr selten von ihnen, Projektentwicklungen gebe es ebenfalls nur sehr wenige. In Bezug auf Shopping-Center stelle sich die Situation deshalb wie folgt dar: Von den etwa dreißig Centern, die sich aktuell im Verkaufsprozess befänden oder bei denen dieser bevorstünde, seien lediglich zwei Objekte dem Core-Segment zuzuordnen.

Sinkende Anfangsrenditen für Core-Objekte

Diese extreme Knappheit führe dazu, dass für Core-Objekte nach wie vor sinkende Anfangsrenditen zu verzeichnen seien. „Im Non-Core-Segment ist die Zahlungsbereitschaft der Investoren jedoch weitgehend ausgereizt – die Risikoprämien sinken kaum noch“, sagt Andreas Wende, COO und Head of Investment Germany bei Savills.

 

Da im zweiten Halbjahr mit mehr nachfragekompatiblen Angeboten zu rechnen sei, könne erwartet werden, dass die Investmentaktivität höher ausfallen dürfte als zuletzt.