Großer Transaktionen sind 2016 selten. Das Volumen insgesamt liegt in den ersten drei Quartalen bei 32,5 Milliarden Euro.

32,5 Milliarden Euro beträgt das bisherige Transaktionsvolumen 2016 in Deutschland. Foto: pixabay
Das Gewerbetransaktionsvolumen in den vergangenen Quartalen. Grafik: Savallis
Das Transaktionsvolumen nach Investorentyp. Grafik: Savallis

Das Transaktionsvolumen deutscher Gewerbeimmobilien summierte sich laut Savills Germany in den ersten drei Quartalen 2016 auf etwa 32,5 Milliarden Euro – ein Rückgang von 18 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

 „Trotz des rückläufigen Volumens handelt es sich um das zweithöchste Neun-Monats-Ergebnis seit dem Jahr 2007, so dass bislang von einem umsatzstarken Jahr am deutschen Gewerbeinvestmentmarkt gesprochen werden kann. Die Nachfrage ist weiterhin sehr hoch“, so Marcus Lemli, CEO von Savills Germany.

Einzelhandel: Minus von 46 Prozent

Besonders stark rückläufig war im bisherigen Jahresverlauf die Zahl an großvolumigen Transaktionen. Waren es in den ersten neun Monaten des Jahres 2015 noch 80 Verkäufe mit Kaufpreisen von über 100 Millionen Euro, ging deren Zahl im bisherigen Jahresverlauf auf 61 zurück.

Während Umsatzrückgänge vor allem auf die Nutzungsarten Büro (- 15 Prozent) und Einzelhandel (- 46 Prozent) entfielen, konnten Hotels (+ 47 Prozent) sowie Logistik- und Industrieimmobilien (+ 17 Prozent) deutliche Umsatzanstiege verzeichnen. Einen bemerkenswerten Boom erlebt auch der Markt für Pflegeheime – im bisherigen Jahresverlauf flossen fast 2,3 Milliarden Euro in das Segment und damit mehr als in den vergangenen fünf Jahren zusammen (2,2 Milliarden Euro). „Der Investmentzyklus ist bereits fortgeschritten und folglich rückt die Einkommenskomponente eines Investments gegenüber der Wertsteigerungskomponente stärker in den Fokus“, berichtet Matthias Pink, Director und Head of Research bei Savills Germany: „Immer mehr Investoren schauen sich deshalb auch Objekte jenseits von Büro- und Handelsimmobilien an, die stabile Cash-Flows bieten.“

Spitzenrenditen für Geschäftshäuser gestiegen

Die Spitzenrenditen für Büroobjekte und Geschäftshäuser sind im dritten Quartal nochmals auf 3,8 Prozent beziehungsweise 3,6 Prozent im Durchschnitt der Top-7-Standorte gefallen und lagen damit jeweils zirka 100 Basispunkte unter ihrem zehnjährigen Durchschnitt. „Eine weitere nennenswerte Renditekompression erwarten wir nur noch dort, wo die Investoren mit Mietwachstum rechnen. Das gilt beispielsweise für Büroimmobilien in Berlin und München sowie für Logistikimmobilien in den großen Ballungsräumen“, erläutert Lemli.

 

Angesichts weiterhin extrem niedriger Zinsen sowie günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dürfte weiterhin überdurchschnittlich viel Geld nach Anlagemöglichkeiten am deutschen Immobilienmarkt suchen. Aufgrund der Angebotsknappheit wird das Transaktionsvolumen den Vorjahreswert jedoch höchstwahrscheinlich verfehlen. „Wir rechnen für das Gesamtjahr mit einem Transaktionsvolumen von bis zu 50 Milliarden Euro“, so Pink.