Deutschland bleibt ein sicherer Hafen. Im Einzelhandel geht die Branche aber davon aus, dass die Mieten nicht steigen werden.

Der Brexit drückt auf die Stimmung im britischen Immobilienmarkt - vor allem London sei betroffen. Foto: pixabay

Der Brexit drückt auf die Stimmung im britischen Immobilienmarkt. Das geht aus der Umfrage „Global Commercial Property Monitor Q2 2016“ von RICS hervor. Die Erwartungen an die Kapitalwert- und Mietentwicklung sind negativ. Gleichzeitig bleibt der europäische Markt für Gewerbeimmobilien positiv gestimmt.

Außerhalb Europas stehen die Zeichen mit Ausnahme Indiens in den meisten Schwellenländern auf Abschwung. In einigen Industrieländern wie den USA und Japan scheint sich nur die Dynamik abzuschwächen. Auf dem deutschen Gewerbeimmobilienmarkt sorgt ein mangelndes Angebot auch weiterhin für ein kräftiges Kapitalwertwachstum.

 

Kein Mietzuwachs im Einzelhandel

Für die kommenden drei Jahre wird von einem sich leicht verlangsamenden Preiszuwachs ausgegangen, der voraussichtlich bei durchschnittlich 3,5 Prozent jährlich liegen wird. Dazu korrespondiert, dass 51 Prozent der Befragten annehmen, dass sich ihr jeweiliger Markt auf den Höhepunkt des Zyklus zubewege. 42 Prozent gehen indes davon aus, dass der Aufschwung zwar schon fortgeschritten sei, aber noch ausreichend Luft nach oben bestehe.

Die Verfügbarkeit von Mietflächen in Deutschland ging insgesamt das dritte Quartal in Folge zurück. Die Verfügbarkeit von Einzelhandelsimmobilien veränderte sich aber kaum. Ähnlich verhält es sich bei den Mieten. Während sie in den kommenden 12 Monaten insgesamt um etwa 2,5 Prozent zulegen werden, gehen die Umfrageteilnehmer im Einzelhandel davon aus, dass das Niveau konstant bleiben wird.

 

Deutschland als sicherer Hafen

„Der deutsche Immobilienmarkt bleibt seinem Ruf als traditionell ´sicherer Hafen´ weiterhin treu. Der Zufluss, insbesondere auch von ausländischem Kapital, scheint ungebrochen, was zu einer weiteren Verknappung des Angebots in der Breite und fast allen Immobiliensegmenten führt. Wir sehen weiterhin hohe Preise, die in Premiumlagen sogar noch leicht steigen“, so Hanno Schrecker, stellvertretender Vorsitzender der Professional Group (PG) Commercial Property der RICS Deutschland.

Während es dem deutschen Immobilienmarkt gut geht, kriselt es in Großbritannien. Im zweiten Quartal 2016 zeigen sich bei den Teilnehmern der RICS-Umfrage die negativen Effekte des Brexit-Votums auf dem britischen Markt für Gewerbeimmobilien. Das gilt vor allem für die Londoner City. Da die Lage weiterhin unklar ist, lässt sich jedoch noch nicht deutlich beurteilen, ob es sich dabei um den Beginn einer langen Phase des Abschwungs (wie 54 Prozent der Befragten vermuten) oder lediglich um eine kurzfristige Reaktion handelt, die schon bald überwunden sein wird.

Stimmung in Europa optimistisch

Auch in Ungarn ist die Stimmung äußerst optimistisch. Hier sind die Kapitalwert- und Mieterwartungen vor allem in Budapest besonders optimistisch.  In Irland, Spanien und Portugal ist die Stimmung ebenfalls gut, denn dort gehen die Umfrageteilnehmer davon aus, dass Kapitalwerte und Mieten in den kommenden Monaten steigen werden. Im Vergleich zu den letzten Quartalen zeigt sich jedoch eine erste Abschwächung dieser Dynamik. „Vorerst bleibt man in weiten Teilen Europas zuversichtlich und vor allem Deutschland kann man sich erneut über solide Ergebnisse freuen. Die andauernde geldpolitische Stimulierung durch die EZB dürfte den Investitionsfluss weiter vorantreiben, da Anleihen immer weniger Erträge erzielen und so Immobilien als Anlageobjekt interessanter machen“, sagt Simon Rubinsohn, RICS Chief Economist.

Erstellt von dah