Zwei Drittel der Mieter sind internationale Unternehmen. Das Flächenvolumen sank um fünf Prozent auf 236.500 Quadratmeter.

Die Nachfrage nach kleinen Flächen ist auf dem deutschen Markt aktuell besonders hoch. Foto: Unsplash / pixabay

Den deutschen Retail Leasing Markt dominierte nach Zahlen von JLL im ersten Halbjahr 2016 die Nachfrage nach kleinen Flächen. Bei mehr als 56 Prozent der abgeschlossenen Deals ging es um weniger als 250 Quadratmeter. Lediglich elf Prozent des gesamten Volumens entfielen auf Flächen mit mehr als 1.000 Quadratmetern.

So ist das Flächenvolumen mit einer Gesamtsumme 236.500 Quadratmetern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auch um fünf Prozent gesunken, heißt es bei JLL. Damit zeigt sich der Markt im zweiten Quartal wesentlich verhaltener als noch zu Jahresbeginn. Allerdings stieg wegen der Nachfrage für kleinere Flächen die Zahl der Abschlüsse an. Die Zahl der abgeschlossenen Deals kletterte von 484 auf 509.

 

Gastronomen sollen Freiräume nutzen

Für Dirk Wichner, bei JLL Head of Retail Leasing Germany, sind „die Probleme des Textileinzelhandels“ ein Grund für den Trend auf dem deutschen Retail Leasing Markt. „Gerade abseits der zehn größten Städte ist die Verunsicherung groß. Deshalb wägen sowohl Vermieter als auch Mieter derzeit länger ab, ob und zu welchen Konditionen sie Mietverträge über in der Regel 10 Jahre Laufzeit abschließen“, sagt Wichner.

Da sei es nur logisch, dass JLL sinkende Vermietungszahlen misst. „Deshalb ist es erfreulich und gesamtwirtschaftlich wichtig, dass die sich so ergebenden Freiräume von Gastronomen und kleinen lokalen Konzepten genutzt werden. Ein Trend, der großes Potenzial hat und sich sicherlich weiter fortsetzen wird”, erklärt der JLL-Experte.

 

Ba&sh und Royal Republiq eröffnen in Berlin

Dabei drängen vor allem internationale Handelsunternehmen laut JLL auf den deutschen Markt. Mit 53 Prozent des Flächenvolumens machen sie mehr als zwei Drittel aller Abschlüsse aus. Unter den Mietern sind viele Unternehmen, die ihren ersten Store in Deutschland eröffnet haben.

So etwa die französische Modemarke Ba&sh oder das niederländische Taschen- und Schuhlabel Royal Republiq. Beide Marken haben ihr erstes deutsches Geschäft in Berlin eröffnet. Ebenfalls seine Premiere auf dem deutschen Markt feierten die lettischen Gastronomen Kirsons. Sein Filialnetz baute der dänischen Wohndesigner Normann Copenhagen weiter aus.

 

 

 

Erstellt von dah