Hohe Nachfrage treibt Preise von Shopping Centern in die Höhe. Mit vier Prozent liegt die Rendite unter dem Allzeittief im Jahr 2007 und sank um 25 Basispunkte, so JLL.

Das niedrige Zinsumfeld treibt die Nachfrage an. Die Preise für Shopping Center steigen. Foto: MichaelGaida / pixabay
Das Shopping-Center-Transaktionsvolumen 2016. Grafik: JLL

Die enorme Nachfrage der Investoren nach Shopping Centern hat die Rendite im abgelaufenen Jahr 2016 auf einen neuen Rekordstand gedrückt. Mit vier Prozent liegt der Ertrag sogar noch unter dem bisherigen Allzeittief aus dem Jahr 2007, so JLL.

Vor allem in der zweiten Bieterrunde haben die Akteure ihre Angebote in den vergangenen zwölf Monaten zum Teil deutlich erhöht, um den Zuschlag zu bekommen. Das drückte die Rendite auf Jahresfrist genauso wie im Jahr davor um 25 Basispunkte. Der Trend wird sich fortsetzen: Bis Ende 2017 rechnet JLL mit einer Rendite von 3,90 Prozent. Ein Grund dafür ist, dass das weiterhin niedrige Zinsumfeld die Nachfrage weiterhin antreibt.

Shopping Center: Transaktionsvolumen sank auf 3,65 Milliarden Euro

Insgesamt wurden 2016 Shopping Center mit einem Transaktionsvolumen von 3,6 Milliarden Euro gehandelt, was fast genau dem 5-Jahres-Schnitt von 3,65 Milliarden Euro entspricht. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Rückgang von 35 Prozent, was vor allem an der Größe der Abschlüsse lag.

Generell waren die Transaktionen kleiner, das durchschnittliche Volumen ging von 73 Millionen Euro auf 61 Millionen Euro zurück. Konstant blieb indes der Anteil der Portfoliotransaktionen mit 30 Prozent.

 

Deutsche Investoren dominieren wieder den Markt

Sabine Keulertz, Team Leader Shopping Center Investment Germany, sagt: "Aktuell laufen einige Transaktionen, die bereits 2016 begonnen und bis zum Sommer abgeschlossen werden." Allerdings werde sich der Rückgang auf der Angebotsseite 2017 spürbar auswirken. "Die Nachfrage übersteigt die Verfügbarkeit bereits jetzt deutlich", so Keulertz weiter.

Einen Führungswechsel hat es derweil bei der Käufernationalität gegeben. Lagen internationale Akteure 2015 noch mit 57 Prozent des Umsatzes deutlich vorn, sind es im abgelaufenen Jahr 2016 die nationalen Investoren gewesen, die mit 56 Prozent das Gros des Umsatzes bei Shopping Centern erzielten.

USA, Großbritannien und Schweiz: Hier kommt ein Gros der Käufer her

Bei Portfolien hielten sich die Investitionsvolumina hingegen die Waage. Rund zwei Drittel des ausländischen Anlagevolumens entfiel auf Akteure aus den USA, Großbritannien und der Schweiz. Die traditionell aktivsten Käufer waren die Asset/Fonds Manager mit 55 Prozent Marktanteil gefolgt von den offenen Publikumsfonds mit elf Prozent.

 

Beide legten deutlich zu, da sie im Vorjahr 36 Prozent beziehungsweise fünf Prozent Anteil verbucht hatten. Auf der Verkäuferseite haben die Asset/Fonds Manager ihren Anteil von 33 Prozent auf 42 Prozent nochmals deutlich ausgebaut. Mit Blick auf die Bestände haben die Asset/Fonds Manager ihr Volumen um rund 500 Millionen Euro erhöht. Derweil bauten die Entwickler ihren Bestand um mehr als 400 Millionen Euro ab, private Investoren immerhin um rund 300 Millionen Euro.