COMFORT misst Frequenzen in Haupteinkaufsmeilen

Das Leben kehrt in die Innenstädte zurück, wie hier in Köln. Symbolbild: Pixabay / Michael Gaida

Die Besucherzahlen in den deutschen Einkaufsstädten sind mit dem Ende wesentlicher Corona-Beschränkungen für Einzelhandel und Gastronomie teilweise drastisch gestiegen.

Zu diesem Schluss kommt Olaf Petersen, Geschäftsführer und Chefresearcher des Einzelhandelsspezialisten COMFORT, der den Blick auf die aktuelle Entwicklung der Passantenfrequenzen in den deutschen Haupteinkaufsmeilen richtet. So überstieg die Zahl der City-Besucher in Düsseldorf und Dortmund am vergangenen Samstag, 5. Juni 2021, wie auch am Dienstag, 8. Juni 2021, bereits wieder den langfristigen Durchschnitt. COMFORT untersuchte die Passantenfrequenzen für verschiedene Top-Einkaufsmeilen in ganz Deutschland am Samstag und Dienstag im Vergleich zu den entsprechenden Werten vier Wochen zuvor.

Nachholbedarf groß

Ausgehend von den täglich auflaufenden und per Laser erhobenen Frequenzzahlen von hystreets.com, die auch jeden Tag über die COMFORT-App „High Streets 8.0“ nachvollziehbar sind, ließ sich in diesem Zusammenhang bereits klar konstatieren, dass der Nachholbedarf für einen City-Besuch offensichtlich hoch ist. Denn im Vergleich zu dem niedrigen Niveau vom 8. Mai 2021 - bedingt durch Lockdown, Click & Meet, Testzwang, weitgehend ohne Gastronomie und geprägt durch weitere Einschränkungen - haben sich die Frequenzen in den untersuchten Städten Hamburg, Hannover, Dortmund, Düsseldorf, Köln, Frankfurt, Leipzig, Stuttgart und München massiv verbessert.

 

Run auf Kölner Schildergasse

Mit 9784 Menschen in der Stunde waren hierbei auf der Schildergasse in Köln am vergangenen Samstag die meisten Besucher unterwegs - knapp vor der Neuhauser Straße in München, wo mit 9764 nur 20 Personen weniger unterwegs waren. Auf dem dritten Rang folgt die Schadowstraße in Düsseldorf, wo mit 8034 Passanten sogar der langfristige Durchschnitt von 6791 Menschen übertroffen wurde. Es folgen Hannover, Dortmund und Frankfurt am Main mit Passantenzahlen von jeweils mehr als 7000 Personen noch vor Hamburg, Stuttgart und Leipzig. „Auch die Auswertung der Dienstag-Zahlen bestätigen im Vier-Wochen-Vergleich den kräftigen Aufwärtstrend für unsere Innenstädte“, sagt Olaf Petersen. „Das Leben kehrt zurück!“

Abgesänge verfrüht

Dabei, so Petersen weiter, sei zu berücksichtigen, dass aktuell ja immer noch gewisse Einschränkungen gelten: Maskenpflicht, Höchstzahl an Kunden in den Geschäften mit der Folge von Schlangen vor denselben, dazu die Einschränkungen der Innengastronomie, besondere Hygienebestimmungen und andere. Dies zeige eindeutig, dass die Menschen den Besuch der Innenstädte keineswegs verlernt oder aus dem Blick verloren hätten. Im Gegenteil bestehe unzweifelhaft ein Nachholbedarf nach öffentlichem Leben, Einkaufen, Treffen und große Lust am Besuch der Innenstädte. Die zwischenzeitlich vermehrt formulierten Abgesänge auf die Lebendigkeit der Innenstädte bedürften vor diesem Hintergrund zumindest einer Überarbeitung.