HAHN Gruppe veröffentlicht Retail Real Estate Report 2018

Sie präsentierten den neuen Retail Real Estate Report Germany im Schloss Bensberg (von links): Michael Hahn, Vorstand HAHN Gruppe, Ralf-Peter Koschny von bulwiengesa, Jan-Dirk Poppinga von CBRE, Isabel Lenzen, Research Management HAHN Gruppe, und Thomas Kuhlmann, Vorstand HAHN Gruppe. Foto: HI HEUTE / Thorsten Müller
Spannenden Vorträgen lauschten die Teilnehmer am HAHN German Retail Property Day im Schloss Bensberg. Foto: HI HEUTE / Thorsten Müller

Im Vorfeld ihres Retail Property Days in Bergisch Gladbach präsentierte die HAHN Gruppe bei einer Pressekonferenz in Frankfurt Auszüge ihres neuen HAHN Retail Real Estate Reports, der in Kooperation mit CBRE, bulwiengesa und dem EHI Retail Institute erstellt worden ist.

Der Optimismus im stationären Einzelhandel hat laut Studie gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Rund 52 Prozent der befragten Entscheidungsträger des Einzelhandels erwarten für das zweite Halbjahr 2018 steigende Umsätze im Vergleich zur Vorjahresperiode (2017: 43 Prozent). Mit zumindest stabilen Umsätzen rechnen 37 Prozent (2017: 49 Prozent). Umsatzrückgänge erwarten nur elf Prozent der Einzelhändler (2017: acht Prozent).

Investoren wollen weiter zukaufen

In Bezug auf die Flächennachfrage planen die Vertreter der Branchen Hobby / Freizeit und Gastronomie für die kommenden zwölf Monate besonders häufig mit einem Anstieg.  So berichten 100 beziehungsweise 80 Prozent von einer steigenden Flächennachfrage. Ebenfalls expansiv eingestellt sind die Branchen Lebensmittel und Drogerie, die zu 44 beziehungsweise 33 Prozent von einer zunehmenden Flächennachfrage ausgehen. Tendenziell weniger Fläche fragen insbesondere die Branchen Schuhe / Accessoires und Gesundheit / Beauty nach. Rund 75 beziehungsweise  50 Prozent der Befragten prognostizieren hier einen Rückgang der Nachfrage. Entsprechend zuversichtlich beurteilen die Handelsimmobilieninvestoren den Markt: 68 Prozent der im Rahmen der HAHN-Befragungen interviewten Investoren wollen in den kommenden zwölf Monaten weiter Handelsimmobilien zukaufen (2017: 63 Prozent). Nur 17 Prozent (2017: 15 Prozent) wollen tendenziell verkaufen, und 15 Prozent (2017: 22 Prozent) beabsichtigen, ihren Immobilienbestand zu halten.

 

Trendumkehr bei Rendite erwartet

Bezüglich der Renditeentwicklung rechnen 68 Prozent der befragten Investoren mit stabilen Renditen in den kommenden sechs bis zwölf Monaten (Vorjahr: 73 Prozent). Nach den langjährigen Renditerückgänge am Investmentmarkt erwarten nun 17 Prozent eine Trendumkehr (Vorjahr: fünf Prozent), indem sie von steigenden Renditen ausgehen. Dies ist der höchste Anteil seit 2011. 15 Prozent erwarten weiter sinkende Renditen (Vorjahr: 22 Prozent).

Chancen auch jenseits der Core-Immobilien

Da ein Nachfrageüberhang im Investmentmarkt besteht und das Angebot bei erstklassigen Handelsimmobilien, so genannten Core-Objekten, nicht ausreicht, ist der Anteil der Investoren, die bereit sind, in Immobilien mit Entwicklungs- und Optimierungspotenzial zu investieren, so groß wie noch nie seit dem Start der Umfragen in 2010. So erwägen bei der diesjährigen Befragung 55 Prozent der Akteure Core-Plus-Investments, 45 Prozent Value-Add-Investments und 40 Prozent gar opportunistische Projekte. In 2017 lag der Anteil der risikogeneigten Investoren bei lediglich 35, 38 beziehungsweise 13 Prozent.

Lebensmittel-EH führt Vermietungsstatistik an

Im ersten Halbjahr 2018 hat sich ein langjähriger Trend fortgesetzt. Mieter aus dem Lebensmitteleinzelhandel und Drogerien waren in der Vermietungsstatistik von CBRE die aktivsten Neumieter von Handelsflächen. REWE, EDEKA, ALDI, ROSSMANN und dm belegen die ersten fünf Plätze. Im Non-Food-Bereich rangieren preisorientierte Fachmärkte auf den vorderen Plätzen der Vermietungsstatistik. Bei Betrachtung der aktivsten Anmieter von Flächen in Fachmarktzentren fällt auf, dass diese weitgehend deckungsgleich mit den aktivsten Mietern über alle Objekttypen sind.

Bewertung zukünftiger Risikofaktoren

Die Veränderung des Konsumverhaltens wird von gut der Hälfte der befragten Einzelhändler als größtes wirtschaftliches Risiko der kommenden zwölf Monate eingestuft. Respekt vor dieser Entwicklung haben unter anderem die Handelsbranchen Bekleidung, Schuhe / Accessoires sowie Unterhaltungselektronik, wohingegen Lebensmittel- und Drogeriemarkthändler für die Zukunft kaum einen Wandel des Einkaufsverhaltens ihrer Kunden sehen. Die zuletzt genannten Branchen sind auch diejenigen, die sich mit ihren stationären Dependenzen gut gegenüber dem Online-Handel aufgestellt fühlen, da sie diesen nur zu 13 und 33 Prozent als potenziellen Risikofaktor einstufen. Insgesamt schätzen rund 47 Prozent der Einzelhändler E-Commerce als Risiko ein. Weitere 38 Prozent sehen steigende Immobilienkosten als kritisch an.

Deutlich mehr Respekt vor dem E-Commerce haben hingegen die Immobilieninvestoren, die zu 88 Prozent eine zunehmende Verbreitung als Risikofaktor für ihr Investment ansehen. Weniger häufig werden von den Investoren Sorgen in Bezug auf einen deutlichen Zinsanstieg (53 Prozent) oder eine wirtschaftliche Eintrübung (53 Prozent) genannt.

Immobilienwirtschaft offen für Digitalisierung

Die Immobilieninvestoren stehen Neuerungen sehr offen gegenüber und sagen zu 75 Prozent Innovationen im Gebäudemanagement beziehungsweise bei Smart Buildings großes Potenzial für die Zukunft voraus. 70 Prozent erhoffen sich bei Planung und Verwaltung, 60 Prozent bei Visualisierung und Navigation Chancen für Effizienzsteigerungen.