Report „Winning in Growth Cities“ belegt: Top-25-Investmentmärkte bauen ihre Marktposition auf 53,3 Prozent aus.

Laut dem Report „Winning in Growth Cities“ von Cushman & Wakefield führt New York die Top 25 der weltweiten Investmentmärkte für Immobilien an. Foto: mpewny / pixabay
Die Top-25-Investmentmärkte (ohne Entwicklungsgrundstücke). Grafik: Cushman & Wakefield und RCA

New York ist weltweit die attraktivste Stadt für Immobilieninvestitionen. Die US-Metropole behauptet damit ihre herausragende Stellung am internationalen Markt. Dies belegt die aktuelle Studie „Winning in Growth Cities“ des Immobilienberaters Cushman & Wakefield.

Der jährlich herausgegebene Report fasst die globalen Entwicklungen bei gewerblichen Immobilieninvestments zusammen und evaluiert die attraktivsten Städte für Kapitalanlagen. Demnach blieb der Immobilieninvestmentmarkt zwischen Juni 2015 und Juni 2016 global auf Wachstumskurs und erreichte einschließlich Entwicklungsgrundstücken ein Gesamtvolumen von 1,35 Billion US-Dollar. Erstmals seit 2013 wurde das Wachstum wieder stärker von heimischen statt ausländischen Kapitalflüssen angetrieben.

Großteil der Investitionen floss in US-Markt

Zwischen Juni 2015 und Juni 2016 konnten die Top-Städte für Immobilieninvestments ihren globalen Marktanteil im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 52,7 auf 53,3 Prozent ausbauen. Der größte Anteil der Investitionen floss dabei in den US-Markt. Gleich 15 der größten 25 Investmentmärkte weltweit befinden sich in den USA. In Europa schaffen es London (Platz 3), Paris (Platz 5), Berlin (Platz 18) und Amsterdam (Platz 20) in die Top 25.

 

London größter Verlierer

Der Fokus grenzüberschreitender Anleger richtete sich im aktuellen Untersuchungszeitraum vor allem auf den nordamerikanischen und asiatischen Raum. Zeitgleich musste London den größten Einbruch verkraften: Die Transaktionsvolumina im Immobiliensektor fielen von 39 Milliarden US-Dollar auf 25 Milliarden US-Dollar. Auch Frankfurt, Tokio und Washington mussten Einbußen hinnehmen – vor allem aufgrund des mangelnden Angebotes an geeigneten Immobilien sowie der verschärften Wettbewerbssituation am Markt.

David Hutchings, Head of EMEA Investment Strategy bei Cushman & Wakefield und Autor des Reports, sagt: „Unabhängig von der allgemeinen Unsicherheit an den Märkten setzen Anleger weiter auf grenzüberschreitende Immobilieninvestments. Dabei bleibt insbesondere der EMEA-Raum attraktiv für ausländisches Kapital, was sich nicht zuletzt darin zeigt, dass zum Kreis der 25 Märkte mit den höchsten Zuflüssen aus dem Ausland zehn Städte im EMEA-Raum gehören.“

Europa weiter attraktiv

Wenngleich London aufgrund des drohenden EU-Austritts und der damit verbundenen Unsicherheiten in der ersten Jahreshälfte 2016 Vertrauen bei Investoren verloren hat, so behauptete die Stadt dennoch innerhalb Europas ihre Position als attraktivster Standort für Immobilieninvestitionen. Paris, Berlin und Amsterdam vervollständigen die Gruppe der europäischen Märkte unter den weltweiten Top 25. Darüber hinaus gehören nicht nur Paris, Kopenhagen und Mailand zur Gruppe der Märkte mit hohem Wachstum, sondern auch Rom und Helsinki sowie etliche europäische B-Standorte wie Liverpool, Birmingham, Nürnberg (+ 115,6 Prozent) und Stuttgart (+ 40,0 Prozent).

 

Nordamerika profitiert

Los Angeles und San Francisco haben für Immobilieninvestoren weiter an Attraktivität gewonnen und konnten ihr weltweites Ranking auf Platz 2 beziehungsweise Platz 4 verbessern. Darüber hinaus ziehen auch weniger namhafte Städte immer mehr Kapital an. So zählen 24 US-Standorte zu den globalen Top-50-Städten, in denen das neu in Immobilien investierte Kapital am stärksten gestiegen ist, wobei ausschließlich Märkte mit einem Transaktionsvolumen von mindestens einer Milliarde US-Dollar analysiert wurden. Philadelphia gehört mit einem Investitionsplus von 50,5 Prozent zu den großen Gewinnern. Toronto, Denver, San Diego und Phoenix können ebenfalls punkten.

Tokio verliert

Im asiatisch-pazifischen Raum zählen fünf Märkte zu den globalen Top 25. Zwar hat Tokio seinen zweiten Platz aus der letzten Analyse verloren, liegt jedoch mit Platz 6 weiterhin an der Spitze der großen Städte in der APAC-Region – vor Hongkong (Platz 13), Shanghai (Platz 15), Sydney (Platz 19), Melbourne (Platz 25) und Singapur (Platz 26). Von den chinesischen Städten konnte sich nur Peking unter den Top 50 platzieren. Städte wie Chonqing und Shenzhen überraschten dagegen mit außerordentlichen Wachstumsraten von 866 Prozent und 243 Prozent.

Fokus auf lebenswerte Städte

Derzeit sorgen laut dem Report „Winning in Growth Cities“ verschiedene Faktoren für Verunsicherung an den Märkten: so der bevorstehende Brexit, die sinkende Wirtschaftsleistung in China oder der ungewisse Ausgang der US-Präsidenten-Wahl. Gleichwohl zeigen sich die Autoren der Studie davon überzeugt, dass das Interesse von Investoren, Kapital in Immobilien anzulegen, hoch bleiben wird. Weiter verschärfen dürfte sich der Wettbewerb der Städte um Kapital. Laut den Autoren des Reports steht London als Investitionsstandort für ausländisches Kapital dabei angesichts des Brexits vor besonderen Herausforderungen und kann nur dann zu alter Größe wiederfinden, wenn es sich erfolgreich neu erfindet und attraktive Investments mit viel versprechenden Renditen für ausländische Investoren präsentiert.

Der Report betont, dass sich im globalen Wettbewerb um Kapital die Anforderungen an die Städte verändert haben. Demnach bedarf es vor allem an Investitionen in effiziente, nachhaltige, sichere und gesündere Städte, in denen Menschen gerne leben, arbeiten und die sie gerne besuchen. Dies wird unter anderem erreicht, indem die Standorte gut angebunden, zu Fuß oder mit dem Rad erlebbar sowie attraktiv durchmischt sind. Darüber hinaus erwarten die Autoren steigende Ansprüche an das Design und die Infrastruktur von Immobilien, nicht zuletzt im Hinblick auf die Attraktivität des Arbeitsplatzes. Dies gilt insbesondere auch für B-Standorte.