BNP Paribas hat die aktuellen Passantenfrequenz-Zahlen ermittelt

Eine Studie über Passantenfrequenzen in europäischen Städten hat BNP Paribas Real Estate erhoben. Foto: Unsplash / Tom Sodoge
Eine Karte zeigt den Footfall in Europa. Grafik: BNP Paribas
Die Top Ten beim Kaufkraftindex. Grafik: BNP Paribas

Sie sind nah dran an den großen Metropolen Europas: In Städten mit 500.000 bis einer Million Einwohnern flanierten 2017 durchschnittlich 7000 Besucher pro Stunde über die Vorzeige-Lagen deutscher und europäischer Innenstädte. Das ergab eine paneuropäische Passantenfrequenzstudie von BNP Paribas Real Estate in 23 europäischen Städten.

Mit diesen Werten folgen die Großstädte dicht auf die nächstgrößere Städtegruppe mit ein bis zwei Millionen Einwohnern, in der im Schnitt fast 7700 Passanten unterwegs waren. Vor allem die Städtegröße und das Kundenpotenzial, das sich aus dem Zusammenspiel der Einwohner- und Touristenzahlen in den Metropolen ergibt, beeinflussen die Frequenzzahlen.

10.000 Passanten in großen Metropolen

Am höchsten ist somit das Passantenaufkommen in den größten europäischen Städten von mehr als zwei Millionen Einwohnern mit durchschnittlich knapp unter 10.000 Personen pro Stunde, zu denen London, Madrid, Paris oder Rom zählen. Eine Ausnahme bildet Berlin: Die Hauptstadt gehört zwar zur größten Städtekategorie, mit ihrer höchsten Passantenfrequenz von fast 7100 Besuchern in der Tauentzienstraße fällt sie jedoch etwas hinter den anderen Metropolen zurück. Der Grund: In Berlin verteilen sich die Shoppingströme durch die Struktur der City auf viele attraktive Straßenzüge und Viertel wie die City-West oder die City-Ost mit dem Alexanderplatz und den Top-Lagen rund um den Hackeschen Markt.

 

Teuerste Shopping-Meilen Europas

Nicht nur auf europäischer, sondern auch auf internationaler Ebene sind die genannten Städte Reise- und auch Shoppingdestinationen mit globaler Strahlkraft und im Mittel mehr als zehn Millionen ausländischen Gästeankünften in 2016. Somit verwundert es nicht, dass sich in dieser Gruppe auch die teuersten Shoppingmeilen Europas befinden. Auf den Plätzen eins und zwei landen mit großem Abstand die Avenue des Champs Elysées und die Oxford Street mit Top-Mieten von 1833 beziehungsweise 1119 Euro pro Quadratmeter. Berlin rangiert mit 320 Euro pro Quadratmeter in der Spitze noch vor den Hochfrequenzlagen Calle Preciados in Madrid (255) und der Via del Corso in Rom (250).

Kaufingerstraße ist top frequentiert

In der Städtekategorie zwischen einer und zwei Millionen Einwohnern verfügt München mit der Kaufingerstraße (12.832 Besucher) über die bestfrequentierte europäische Einkaufsstraße und ist gleichzeitig seit Jahren die belebteste Top-Lage in Deutschland. Auch die Kölner Schildergasse (11.618 Besucher) schneidet im europäischen Vergleich dieser Städtegrößenklasse, in der die Passantenfrequenz im Schnitt bei fast 7700 Besuchern liegt, sehr gut ab. Neben München und Köln kommen weitere Städte Europas auf hervorragende Zahlen, unter anderem die meistbesuchte Lage in Barcelona (Avenida del Portal del Angel mit 10.216 Personen) sowie die Top-Meilen in Wien, Mailand, Zürich und Prag, die jeweils auf Werte zwischen 8000 und 9000 Passanten kommen.

Einen Spitzenwert erzielt die bayerische Landeshauptstadt auch in punkto Kaufkraftkennziffer. Mit einem Wert von 216,3 landet München unter den Top 3 und muss sich in der Gesamtbetrachtung nur Zürich (348,0) und Oslo (225,5) geschlagen geben. In die Top 5 der kaufkräftigsten europäischen Retailmärkte mit einem Indexwert über 200 geschafft haben es darüber hinaus Paris (208,8) und Stockholm (205,1).

Kleinste Klasse kann punkten

Bemerkenswert ist vor allem der Blick auf die kleinste Klasse - europäische Städte zwischen 500.000 und einer Millionen Einwohner - die mit durchschnittlich 7000 Besuchern nur knapp hinter der nächstgrößeren Gruppe der Millionenstädte zurückbleibt. Zu nennen sind neben den deutschen Städten Frankfurt (Zeil mit 10.280 Passanten) und Hannover (Georgstraße mit 9388 Passanten) Dublin (Grafton Street mit 8802 Personen) sowie die nordeuropäischen Städte, die mit Stockholm (Drottninggaten mit 8430) und Kopenhagen (Amagertov mit 8094) überdurchschnittliche Ergebnisse aufweisen und durch ihr nordisches Flair vor allem in den Sommermonaten Besucher in die Innenstädte locken. Die niederländische Metropole Amsterdam bleibt mit der Kalverstraat (rund 7900 Passanten) nur knapp hinter der schwedischen und der dänischen Hauptstadt zurück. Ähnlich viele potenzielle Kunden kann Dortmund auf dem Westenhellweg begrüßen, nämlich 7598 Besucher.

Attraktivität durch Anpassungen bewahren

Insgesamt sprechen die erhobenen Passantenfrequenz-Daten über alle Städtekategorien hinweg für die nach wie vor hohe Attraktivität der bedeutendsten europäischen Städte und deren Einzelhandelslandschaften. Nichtsdestotrotz werden auch die größten Shoppingdestinationen im Zuge des fortschreitenden Bedeutungszuwachses des E-Commerce in unterschiedlichem Maße strukturelle Anpassungsprozesse durchlaufen