Die Konsumstimmung bei den deutschen Verbrauchern ist gut. Beim Einkommen schwindet der Optimismus aber.

Die Kauflaune der Deutschen ist gut. Das geht aus dem Konsumklimaindex der GfK hervor. Foto: Alexas_Fotos / pixabay

Die deutschen Verbraucher sind in guter Stimmung. Das legen die Werte des Konsumklimaindexes nahe, den die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Mittwoch in Nürnberg vorstellte. Im Juni klettert der Zähler auf 9,8 Punkte. Das sind 0,1 mehr als noch im Vormonat. „Das Konsumklima setzt damit seinen Aufwärtstrend – wenn auch abgeschwächt – fort“, heißt es bei der GfK.

Die Verbraucher erwarten in Deutschland ein moderates Wirtschaftswachstum. Mit einem Plus von zwei Punkten legte die Konjunkturerwartung in der GfK-Umfrage noch einmal zu. „Die Konsumenten gehen davon aus, dass sich die deutsche Wirtschaft im weiteren Verlauf positiv entwickelt“, so die GfK.

Bruttoinlandsprodukt stiegt an

Den Optimismus der Deutschen stützen auch die Zahlen des Statistischen Bundesamtes: So stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 2016 im Vergleich zum Vorquartal um 0,7 Prozent. Damit hat die konjunkturelle Entwicklung sogar noch an Schwung gewonnen. Im letzten Quartal 2015 betrug das Wachstum im Vergleich zur Vorperiode lediglich 0,3 Prozent. Gründe für die Konjunktur sind vor allem im Inland zu finden: Laut dem Statistischen Bundesamt sind sowohl erhöhte Konsumausgaben der privaten Haushalte als auch des Staats zu Jahresbeginn verantwortlich für die dynamische Entwicklung.

Und daran ändert sich nichts: „Die Kauflaune bleibt ungebrochen“, so die GfK. Die sogenannte Anschaffungsneigung klettert mit einem Plus von 2,3 Punkten auf 57,7. Das ist der höchste Wert in den vergangenen zwölf Monaten, den die GfK beim Konsumklima gemessen hat. Im Mai 2015 erreichte der Indikator zuletzt mit 62,6 Zählern einen besseren Wert.

 

Privater Konsum bleibt Stütze der Konjunktur

Die GfK bestätigte zudem seine Prognose vom Anfang dieses Jahres: So steigen die realen privaten Konsumausgaben um etwa zwei Prozent in 2016. Im vergangenen Jahr waren es 1,9 Prozent. „Der private Konsum bleibt damit auch in den kommenden Monaten eine wichtige Stütze der Konjunktur in Deutschland“, erklärt die GfK.

Dass die deutschen Verbraucher aktuell in so starken Maß bereit sind, Geld für Konsum auszugaben, befeuert aus Sicht der GfK auch die „Diskussion um Negativzinsen, die durch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank wieder aufflammt. “Hinzu kommen eine „exzellente Verfassung des Arbeitsmarktes, spürbar steigende Realeinkommen sowie stabile Preise“, die die Konsumstimmung der Deutschen aufhellen.

Einkommenserwartung sinkt ab

Eine niedrige Inflationsrate (0,1 Prozent im April), ein guter Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie oder eine stabile Beschäftigungssituation sorgen dafür, dass die Deutschen mehr Geld im Portemonnaie haben. Trotz „spürbarer Einkommenszuwächse“ sind die Bundesbürger allerdings recht verhalten, was ihre Einkommenserwartung anbelangt. Der Wert ist in der GfK-Umfrage für diesen Monat von 57,5 auf 51,8 Zähler gesunken. Das ist ein Verlust von 5,7 Punkten. „Die Einkommenserwartung behauptet sich dennoch auf einem sehr guten Niveau oberhalb der 50-Punkte-Marke“, erklärt die GfK.

 

Die positive Gesamtstimmung beim Konsumklima birgt aber gewisse Unwägbarkeiten, wie die GfK ausführt. So droht im Juni im Rahmen eines Referendums der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, der sogenannte Brexit. „Sollte es dazu kommen, ist zu befürchten, dass dies auch unter deutschen Verbrauchern Verunsicherung über die wirtschaftliche Zukunft der Union auslöst. Dann würde auch die Konsumstimmung leiden“, schlussfolgern die Meinungsforscher. Die Verhandlungen um die Schuldenkrise Griechenlands, die in den kommenden Monaten weitergehen, sind ein weiterer Unsicherheitsfaktor.