Aktuelle Studie der Marktforscher liegt vor

Minimale Einbußen verzeichnet laut GfK das Konsumklima in Deutschland. Symbolbild: Pixabay / rawpixel

Die Verschärfung der geopolitischen Lage sehen die deutschen Konsumenten im Großen und Ganzen noch gelassen: Die Stimmung kann sich im Mai im Wesentlichen behaupten. Die Konjunkturerwartung bleibt unverändert, und die Einkommenserwartung legt leicht zu. Dagegen muss die Anschaffungsneigung Einbußen hinnehmen. GfK prognostiziert für Juni einen Rückgang des Konsumklimas gegenüber dem Vormonat um 0,1 Zähler auf 10,7 Punkte.

Die Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch den amerikanischen Präsidenten hat die Stimmung der Konsumenten nicht sonderlich beeinträchtigt. Die Konjunktur- und Einkommensaussichten zeigen sich im Mai auf gutem Niveau stabil, während die Kauflaune etwas weniger euphorisch ist. Als Konsequenz verzeichnet das Konsumklima minimale Einbußen.

Immer noch leicht im Plus

Nach einem Rückschlag im Vormonat behauptet sich die Konjunkturerwartung der Verbraucher im Mai dieses Jahres. Der Indikator zeigt keinerlei Veränderung und bestätigt damit seinen April-Wert in Höhe von 37,4 Zählern. Gegenüber dem Vorjahr ist dies noch immer ein leichtes Plus von 2,6 Punkten.

Die weitere Zuspitzung der internationalen Lage durch die einseitige Aufkündigung des Iran-Atomabkommens seitens der USA hat die Konsumenten im Hinblick auf die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland nicht weiter verunsichert. Dies belegt die hohe Stabilität des Konjunkturindikators.

 

Allerdings zeigt der Verlauf des Indikators seit Anfang des Jahres, dass nach Einschätzung der Konsumenten die wirtschaftliche Dynamik in Deutschland etwas nachlassen könnte. Und hier sehen sie sich durch die Realität bestätigt. Nach den ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamtes stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal dieses Jahres gegenüber dem letzten Quartal 2017 um 0,3 Prozent. Dabei kamen die wesentlichen Impulse aus dem Inland in Form steigender Investitionen und Konsumausgaben. In den beiden Vorperioden stieg das Wirtschaftswachstum mit 0,7 Prozent im dritten Quartal 2017 beziehungsweise 0,6 Prozent im vierten Quartal noch etwa doppelt so stark.

Einkommenserwartung stabil

Die Einkommenserwartung kann ihr exzellentes Niveau weiterhin halten. Der Indikator gewinnt 0,7 Zähler hinzu und kompensiert damit die Verluste aus dem April zur Hälfte. Im Mai erreicht der Indikator 54,2 Punkte. Im Vergleich zum Vorjahr steht damit ein kleines Minus von rund vier Zählern zu Buche.

Stabile Konjunktur- und Arbeitsmarktaussichten sind die wesentlichen Stützen des Einkommensindikators. Sie sorgen für gute Einkommenszuwächse sowohl bei den Beschäftigten als auch den Rentnern, denn deren Rentenerhöhungen sind an die allgemeine Lohnentwicklung gekoppelt. Da die Inflation auch in den kommenden Monaten moderat bleiben soll, wird auch real ein Plus in den Geldbeuteln der Konsumenten ankommen.

Anschaffungsneigung mit Einbußen

Im Gegensatz zu den Konjunktur- und Einkommensaussichten erleidet die Anschaffungsneigung in diesem Monat Verluste. Mit einem Minus von 4,1 Zählern rutscht der Indikator auf 55,9 Punkte. Trotz der Einbußen ist die Anschaffungsneigung weiterhin auf einem sehr hohen Niveau und nahezu exakt auf dem Wert des Vorjahres.

Die ausgezeichnete Beschäftigungslage, geringe Angst, den Job zu verlieren, sowie steigende Einkommen sorgen dafür, dass die Bundesbürger weiter bereitwillig ihre Geldbeutel für Konsumausgaben öffnen. Gestützt wird dies zudem durch ein anhaltend stabiles Preisklima, wenn auch die Rohölpreise durch die geopolitische Unsicherheit zuletzt etwas gestiegen sind.

Niveau nach wie vor gut

Nach 10,8 Zählern im Mai prognostiziert GfK für Juni einen Wert von 10,7 Punkten. Damit geht das Konsumklima zum zweiten Mal in Folge leicht zurück. Das Niveau des Indikators ist aber nach wie vor gut. Deshalb bestätigt GfK seine zu Beginn des Jahres vorgenommene Prognose, wonach der reale private Konsum in diesem Jahr um etwa zwei Prozent steigen wird. Hierfür sind vor allem die überaus guten inländischen Rahmenbedingungen, wie zunehmende Beschäftigung, steigende Einkommen und moderate Inflation, verantwortlich.

Mögliche Risiken für das Konsumklima ergeben sich in erster Linie aus der geopolitischen Lage. Die Konfrontation mit Russland im Syrienkonflikt, aktuell das Aufkündigen des Iran-Atomabkommens durch Trump sowie drohende Handelssanktionen können die Spannungen weiter erhöhen. Vor allem eine Beeinträchtigung des Handels durch US-Sanktionen würden die Exportnation Deutschland nachhaltig treffen, so GfK. In diesem Falle wären auch das bislang gute Konsumklima in Gefahr und die guten Konsumprognosen vermutlich obsolet.