ILG und HBB veröffentlichen vierte Studie „Der Mieter im Fokus"

Gastronomie bekommt in Handelsobjekten einen immer höheren Stellenwert. Symbolbild: Pixabay / StockSnap
Florian Lauerbach, Geschäftsführer der ILG. Foto: ILG
Harald Ortner, Geschäftsführer der HBB. Foto: HBB

In der neuen und vierten Auflage der Studie „Der Mieter im Fokus" haben die Initiatoren ILG und HBB mit Unterstützung der BBE Handelsberatung und dem German Council of Shopping Centers herausgearbeitet, dass die vorherrschenden vier Trends Spezialisierung, Individualisierung, Erlebnis und Digitalisierung zu einer neuen Nutzungsart von Handelsimmobilien führen.

Was das Warenhaus in seinen Ursprüngen mit großem Warenangebot und vielfältiger Form der Präsentation seit dem 19. Jahrhundert vorangetrieben hat, das erfährt nun eine neue Dimension der Angebotsvielfalt, die weit über die damaligen Vorstellungen hinaus geht.

Mixed-use-Objekte auf dem Vormarsch

„Was früher deutlich getrennter entwickelt und betrieben wurde, das wird heute erfolgreich miteinander in den Immobilien vernetzt", stellt Florian Lauerbach, Geschäftsführer der ILG, fest und erläutert weiter: „Die Mieteinnahmen aus dem reinen klassischen Handelsgeschäft pendeln sich je nach Mixed-use-Objekt zwischen 25  und 62 Prozent ein. Alle anderen Mieteinnahmen kommen aus den Segmenten Büro, Gastronomie, Hotel, Fitness und dem weiterhin wichtigen Konzeptbaustein Parkflächen. Und genau dieser lokal ausgewogene Mix scheint sehr erfolgsversprechend für alle Mietpartner zu wirken."

 

Lebendige Marktplatzfunktion

Ein besonderer Schwerpunkt wurde in dieser Studie auf den Gastronomieanteil gelegt. Die hierbei untersuchten Daten zeigen in der Prognose auf, dass die Umsatzentwicklung der Gastronomie von 2007 mit 39,1 Milliarden Euro um gut 57 Prozent auf nahezu 61,5 Milliarden. Euro bis zum Jahr 2021 anwachsen wird. „Wir sehen an der deutlichen Nachfrage nach geeigneten Gastronomieflächen in Handelsimmobilien zum einen die Bestätigung der lebendigen Marktplatzfunktion, die diese Immobilienklasse ausübt" erklärt Harald Ortner, Geschäftsführer der HBB. „Gastronomie braucht ebenso wie der klassische Einzelhandel Frequenz, und damit unterstützt ein attraktiver Foodcourt den gesamten Standort. Entscheidend ist aber ein breites und diversifiziertes Angebot, und dieses wird es in Zukunft nur dann geben, wenn auch internationale Gastronomieketten den Markteintritt in Deutschland wagen. Hier hindern jedoch regulatorische Vorgaben und auch die hohen Löhne derzeit die Expansionslust."

Im europäischen Vergleich liegt Spanien mit rund 86 Prozent Außer-Haus-Konsum in Restaurants und To-go-Konzepten an der Spitze. Deutschland belegt mit knapp 65 Prozent Außer-Haus-Konsum einen Mittelplatz, dessen Abstand zur Tabellenspitze mit einem 20-prozentigen Wachstumspotenzial in den kommenden Jahren bewertet wird.

Zukunftsorientierte Investments

„Wir erkennen zum einen an der Mieterbefragung, dass sich die beiden Kopplungspartner Einzelhandel und Gastronomie speziell mit Quickservicerestaurants ideal unterstützen. Aber auch, dass besonders Non-Food-Händler an ein interessantes Potenzial mit Full-Service-Restaurants bis hin zur umfangreichen Freizeitgastronomie glauben“, stellt Harald Ortner fest. Florian Lauerbach ergänzt: „Es gilt trotz aller Digitalisierungskonzepte, dass die Kunden bevorzugt Standorte mit guter Erreichbarkeit und ausreichendem Stellplatzangebot bevorzugen. Damit bleiben Fachmarktzentren und neue Mixed-used-Objekte in Stadtteillagen und Innenstädten zukunftsorientierte Investments mit spannendem Potenzial. Vorausgesetzt, diese komplexen Immobilien werden sehr professionell gemanagt."