Modebranche befindet sich im größten Umbruch ihrer Geschichte

Gerade Ankermietern liegt laut ILG ein gemeinsamer Center-Auftritt am Herzen – wie hier im E-Einz in der oberbayerischen Stadt Ebersberg. Foto: ILG
Auch das Forum Gummersbach ist ein Fondsobjekt der ILG. Foto: ILG

Die Veränderungsprozesse des deutschen Einzelhandels stehen im Mittelpunkt der Neuauflage von „Der Mieter im Fokus 2017/2018 - Handelsimmobilien neu denken". Die ILG bringt damit zum dritten Mal zusammen mit der Berlin Hyp und der BBE eine Studie heraus, die sich umfassend mit den Anforderungen und Zukunftserwartungen der Mieter von Handelsimmobilien befasst.

Im Vergleich zu den Erhebungen der Vorjahre bestätigt sich: Agglomerationsstandorte sind bei den Lebensmitteleinzelhändlern weiterhin am gefragtesten. Non-Food-Anbieter bevorzugen gemanagte Fachmarkt- und Shopping-Center.

Drogerien sind Wunschnachbarn

Neben dem Lebensmitteleinzelhandel gewinnt die Drogeriebranche an Bedeutung als Ankermieter und wird als Wunschnachbar sogar bereits bevorzugt. H&M ist der mit Abstand gefragteste Textilankermieter.

 

Gerade die Textilbranche treibt die Verzahnung der einzelnen Verkaufskanäle sowohl online als auch offline weiter voran. Trotzdem ist die Situation im stationären Modehandel angespannt. Die Händler müssen sich den Herausforderungen durch die voranschreitende Vertikalisierung preiswerter Fast-Fashion-Anbieter und nicht zuletzt dem weiterhin boomenden Online-Handel stellen. Oftmals fehlt zudem eine klare Positionierung.

Amazons „find“ erhöht den Druck

Auch der Markteintritt des Online-Giganten Amazon in die Textilbranche mit seiner Eigenmarke „find" erhöht den Druck auf die Konkurrenz erheblich. Um auch in Zukunft in diesem Verdrängungswettbewerb bestehen zu können, müssen Themen wie Aufenthaltsqualität, Kundenbeziehungsmanagement, Trendbewusstsein sowie Geschwindigkeit im stationären Modehandel in den Vordergrund treten. Diese „Fashion Revolution“ ist das diesjährige Fokusthema der Studie.

Verkaufsfläche immer digitaler

Der stationäre Handel vernetzt sich. Der Anteil der Händler, die über einen eigenen Online-Shop verfügen, steigt im Vergleich zu 2015 um fast ein Viertel. Auch die Verkaufsfläche wird immer digitaler. Click-and-Collect ist die erste Wahl bei zunehmender Digitalisierung des Handels. Verfeinerte Marketinginstrumente wie Instore-Marketing verbreiten sich immer mehr.

Mehr als ein Drittel der Befragten geht von abnehmenden Verkaufsflächen aus - insbesondere die Branchen Sport, Möbel, Schuhe und Unterhaltungselektronik.

Individuelle Lösungen erwartet

Der Mieter erwartet vom Management nach wie vor individuelle Lösungsansätze. Gerade den Ankermietern liegt ein gemeinsamer Center-Werbeauftritt am Herzen. Immer mehr Lebensmittelhändler und Drogeristen sind bereit, einen finanziellen Werbebeitrag zu leisten. Die Umsatzmiete wird bei den Mietern zwar immer beliebter - die Fixmiete bleibt aber weiterhin mit großem Abstand auf Platz Eins.

940 Betreiber von Einzelhandels- und Gastronomiekonzepten wurden im Rahmen der Studie kontaktiert. Mit einer Rücklaufquote von neun Prozent beantworteten 80 Teilnehmer die Umfrage im April und Mai dieses Jahres.