Für die Macher der Lünendonk-Studie sind die Ergebnisse ein „Paradigmenwechsel“. Qualität spiele eine größere Rolle.

Bei den Facility-Service steigt die Nachfrage nach komplexen Dienstleitungen. Foto: pixabay

Der Facility-Service-Markt in Deutschland befindet sich im Übergang zu einer neuen Reifegradphase. Zu diesem Ergbenis kommt die aktuelle Lünendonk-Studie 2016 „Facility-Service-Unternehmen in Deutschland“. Die Marktforscher haben dafür 70 Diensleister mit einer Marktabdeckung von 28,5 Prozent in ihre Untersuchung einbezogen.

Merkmale des Transformationsprozesses sind nach den Ergebnissen von Lünendonk-Studie eine steigende Nachfrage nach gebündelten Services, Service-Management, Qualitätsdienstleistungen und komplexeren Services wie Beratungsleistungen. Durch den Einsatz der Digitalisierung wird sich die Erbringung von Facility Services wandeln. Die verstärkte Kundennachfrage nach Gebäudedienstleistungen aus einer Hand treibt die Übernahme von mittelgroßen und kleinen technischen Dienstleistern. Der Trend zum Multidienstleister mit breitem Portfolio in Eigenleistung hält weiter an.

 

Marktvolumen steigt deutlich an

Das Marktvolumen ist nach Berechnung von Lünendonk um 5,0 Prozent von 48,1 Milliarden Euro in 2014 auf aktuell 50,5 Milliarden Euro angestiegen. Hierfür sind sowohl die stärkere Nachfrage nach höherwertigen Services verantwortlich als auch punktuell die Einführung des allgemeingültigen Mindestlohns und Sonderkonjunktureffekte durch den Betreuungsbedarf für Flüchtlinge.

Noch in den vergangenen Jahren wurde die Diskussion im Markt von den niedrigen Marktpreisen bestimmt. Hierauf reagierten die Anbieter mit einer Anpassung ihres Geschäftsmodells, das sich an den veränderten Kundenanforderungen orientierte. In der voranschreitenden Konsolidierung zeigen sich einige Anbieter gestärkt. Unter den mittelgroßen und kleinen Dienstleistern sind Verkäufe und Übernahmen sowie die Konzentration auf einzelne Gewerke zu beobachten. „Die stärkere Nachfrage nach Qualität und komplexen Dienstleistungen deutet auf einen Paradigmenwechsel hin“, sagt Thomas Ball, Consultant bei Lünendonk und Studienautor. „Die Facility-Service-Anbieter werden stärker als professionelle Partner für das Gebäudemanagement gesehen und die Einzelgewerke treten in der Wahrnehmung stärker in den Hintergrund.“

 

Mittelständische Unternehmen nutzen Potenziale zu wenig

In mittelständischen Unternehmen nimmt das professionelle Gebäudemanagement derzeit noch nicht den Stellenwert ein, den ihm Großunternehmen und Konzerne einräumen. Hohe Eigenleistungsquoten und Steuerungsaufwand der zahlreichen Dienstleister binden Ressourcen, die durch eine Fremdvergabe für das Kerngeschäft frei würden. Dennoch generieren die Studienteilnehmer bereits rund zwei Drittel ihrer Umsätze mit kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU). „Ein zentraler Einkauf, Fremdvergabe von Sekundärdienstleistungen, Service-Bündelung und das Verständnis für Strukturen und Entscheidungswege in KMUs sind wesentliche Erfolgsfaktoren, um Effizienzpotenziale zu heben“, weiß Antonia Thieg, Analystin bei Lünendonk und Co-Autorin der Studie.

Die detaillierte Lünendonk-Studie über den deutschen Facility-Service-Markt ist zum Preis von 1.800 Euro (zzgl. Mehrwertsteuer, inkl. Versand als PDF-Datei) verfügbar. Mit den am Jahresende 2015 erstmals erstellten Studien über die FM-Märkte Österreich und Schweiz weitete Lünendonk die Marktübersicht auf den gesamten deutschsprachigen Raum aus.