Investitionsvolumen klettert auf 50,7 Milliarden Euro. Die größten Einbußen müssen Handelsimmobilien hinnehmen.

Den größten Anteil am Gesamtinvestitionsvolumen verbuchen nach wie vor Büroimmobilien mit einem Investitionsvolumen. Foto: MichaelGaida / pixabay

Der europäische Immobilienmarkt lockt aktuell viele Investoren an. Laut einer Analyse des Immobilienberatungsunternehmens CBRE lag im ersten Quartal 2016 das Investitionsvolumen bei 50,7 Milliarden Euro. Es ist damit das drittstärkste seit Aufzeichnungsbeginn: nur 2007 und 2015 erreichte der Markt ein höheres Investitionsvolumen.

Trotzdem heißt es bei CBRE: Die Investitionen im ersten Quartal dieses Jahres seien saisonal bedingt eher verhalten, wobei sie über dem Zehn-Jahres-Durchschnitt von 43 Milliarden Euro liegen. Trotz des schwachen Starts rechnet CBRE mit einem starken Investitionsjahr 2016.

Deutschland bleibt attraktivstes Investitionsziele

Die Gewerbeimmobilienmärkte in Großbritannien, Deutschland und Frankreich bleiben dabei weiterhin die attraktivsten Investitionsziele in Europa – auch wenn das Volumen in diesen Ländern stark gesunken ist. Den größten Anteil des europaweiten Investitionsvolumens des ersten Quartals 2016 machte Großbritannien mit 19,3 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verlor Großbritannien allerdings 26 Prozent. Auch Deutschland büßte 14 Prozent ein und liegt bei 8,2 Milliarden Euro. Auf Frankreich entfielen 3,1 Milliarden Euro (minus 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) aus.

 

„Der europäische Gewerbeimmobilienmarkt ist trotz makroökonomischer Unsicherheiten in einigen Märkten noch immer sehr attraktiv. Große Kapitalvolumina sowohl aus dem In- und Ausland wollen in den Markt investieren. Der vorherrschende Trend ist etwas weniger opportunistisch als wir es in vorigen Quartalen vernommen haben und die Nachfrage fokussiert sich auf qualitative Erträge und Core-Assets“, sagt Jan Linsin, Head of Research bei CBRE Deutschland. „Vor allem der deutsche Gewerbeimmobilienmarkt bleibt aufgrund der insgesamt starken wirtschaftlichen Lage und der politischen Stabilität Kernmarkt für internationale Investoren“, ergänzt Klein.

Finnland verzeichnet stärksten Zuwachs

 

Den größten Investitionszuwachs konnte im ersten Quartal 2016 Finnland verzeichnen. Mit einem Anstieg des Investitionsvolumens um 214 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro hat Finnland das stärkste Quartalsergebnis seit dem ersten Quartal 2008 erreicht. Neben Finnland haben außerdem die Niederlande, Portugal, Belgien und Russland einen großen Investitionszuwachs im ersten Quartal aufgewiesen.

Einzelhandelsimmobilien haben im Vergleich zu anderen Gewerbeimmobilien die größten Einbußen verbucht. Mit einem Verlust von 33 Prozent im ersten Quartal 2016 macht der Investitionsanteil von Einzelhandelsimmobilien noch 22 Prozent der Investitionen auf dem Gewerbeimmobilienmarkt aus – dies liegt erheblich unter dem Zehn-Jahres-Durchschnitt von 27 Prozent. Den größten Anteil am Gesamtinvestitionsvolumen verbuchen nach wie vor Büroimmobilien mit einem Investitionsvolumen von 20,8 Milliarden Euro. Dies entspricht einem leichten Verlust im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (21,7 Milliarden Euro) um vier Prozent.