Engel & Völkers legen aktuelle Zählergebnisse vor: Stuttgart belegt Spitzenplatz

Das Einkaufserlebnis am Wochenende steigert die Passantenfrequenzen: Zu diesem Schluss kamen die Experten von Engel & Völkers. Foto: Pixabay / Joergelmann

Stuttgart nimmt den Spitzenplatz bei der Passantenfrequenzzählung 2017 von Engel & Völkers Communication ein. An 86 Prozent der Zielorte hat der Fußgängerverkehr in der baden-württembergischen  Landeshauptstadt zugenommen. München und Köln folgen auf den nächsten Rängen.

Die Erhebung nahmen die Experten mittels Zählung am 28. März und 1. April in A-Lagen von 36 deutschen Städten vor, von Berlin bis zum kleineren Papenburg. Nach der Klicker-Methode maßen sie die Frequenz für jeweils zwei Stunden sowohl am Dienstag als einkaufsschwächstem Tag der Woche als auch am beliebten Shopping-Samstag und zogen dann einen Mittelwert.

Höhere Werte als im Vorjahr

Insgesamt wurden an 85 Prozent aller erhobenen Zählorte höhere Werte als im Vorjahr ermittelt.  An der Stuttgarter Königsstraße flanierten am relevanten Samstag 17.018 Menschen, an der Neuhauserstraße in München 15.248 und in der Kölner Schildergasse 15.089 Passanten. Für eine Überraschung unter den Top Ten sorgte Freiburg: Dort wurden in der Kaiser-Joseph-Straße 9594 Passanten pro Stunde gezählt. Unter den Top Twenty konnten sich auch Städte wie Trier mit der Simeonstraße (8263), Rostock mit der Kröpeliner Straße (8150), Mannheim mit P5/O5 (7978) sowie Dresden mit der Prager Straße (7958) positionieren.

 

München und Hamburg mehrfach platziert

Am häufigsten vertreten in diesem Ranking mit mehr als 7000 erfassten Passanten sind mit drei Platzierungen München mit der Neuhauser Straße (15.248), der Kaufinger Straße (14.816) und der Sendlinger Straße (8388) sowie Hamburg mit der Spitaler Straße (9248), der Mönckebergstraße (9183) sowie dem Jungfernstieg (7441). Auf je zwei Platzierungen kamen Köln mit Schildergasse (15.089) und Hohe Straße (9717) sowie Hannover mit Georgstraße (14.189) und Bahnhofstraße (8208). Frankfurt (Zeil mit 11.354), Dortmund (Westenhellweg mit 10.946), Düsseldorf (Schadowstraße mit 8157) und Berlin (Tauentzienstraße mit 8012) komplettieren das Feld.

Events bringen Zustrom

Einfluss auf die Ergebnisse hatten Faktoren wie das frühlingshafte, milde Wetter sowie Events wie der bundesweite Start der Glamour-Shopping-Week am 1. April oder samstägliche Fußballspiele. So bescherte beispielsweise ein Marathon der Stadt Freiburg eine gute Platzierung, und Trier profitierte vom Ostermarkt.

Berlin bleibt Place to be

Aus Berlin vermeldete Alexander Torwegge insgesamt sehr positive Ergebnisse und eine starke Zunahme der Passantenfrequenzen. Die Tauentziehnstraße mit Anlieger KaDeWe als Touristenmeile sei äußerst belebt, der Alexanderplatz profitiere vom S-Bahnhof mit 375.000 Pendlern pro Tag. „Für Retailer ist Berlin weiterhin Place to be“, resümierte er. „Jede internationale Marke möchte dort einen Flagshipstore eröffnen, trendige Hip-Labels sowie Conceptstores probieren sich in der Bundeshauptstadt aus.“

Frankfurter Fressgass im Umbruch

Aus Frankfurt berichtete Simone Semkowski. Trotz Bauarbeiten an der Galerie „Upper Zeil“ habe die Haupteinkaufsstraße Zeil nicht unter Einbrüchen zu leiden. An der Fressgass habe sich die Frequenz gar gesteigert, ungeachtet des Umstandes, dass dort eine Umstrukturierung im Gange sei: „Exklusivere Einzelhändler ziehen ein, Gastronomie steht bei den Eigentümern jetzt weniger hoch im Kurs.“ Gesamtprognose positiv: „Neue Marken und Flasghipstores werden nach Frankfurt kommen, und auch die Fertigstellung der Upper Zeil bis 2018 dürfte die Frequenzen verändern.“

Münchens Sendlingerstraße „spannend“

„Jeder, der eine Marke etablieren möchte, hat in München einen stationären Store“, so Bettina Nelles. Die Neuhauser / Kaufinger Straße erfreue sich seit Jahren Top-Platzierungen und sei auch unter der Woche stark frequentiert. An der Theatinerstraße erkläre eine Baustelle die leichten Schwankungen im Vergleich zum Vorjahr – „trotzdem eine konstante Premiumlage“. Und an der Sendlinger Straße sei mit der Fertigstellung der Fußgängerzone ein riesiger Entwicklungssprung zu erwarten, „eine der spannendsten Lagen in München“.

Shopping-Experience gibt den Ausschlag

Gelungener Mietermix und ein entsprechendes Angebot ist ausschlaggebend bei der Belebung der Citys – da waren sich die Experten von Engel & Völkers einig. Neue Storekonzepte seien ein stärkerer Motor, um Menschen auf die Meilen zu locken, als etablierte Marken. Der Onlinehandel wirke sich vornehmlich auf die Textilwirtschaft aus, daher würden immer mehr Einzelhändler auf Erlebnis und Teilgastronomie setzen.

„Ein interessantes Bild ergibt sich durch den direkten Vergleich zwischen den Dienstags- und Samstagsergebnissen“, resümiert Dr. Maike Brammer, Leiterin Research bei Engel & Völkers in Hamburg. Demnach wurden am Samstag insgesamt rund  89 Prozent mehr Passanten an den 36 Standorten gezählt als am Dienstag. Das Einkaufserlebnis am Wochenende mit Events und gastronomischen Angeboten in Kombination mit einer attraktiven Innenstadt gewinnt also weiterhin an Bedeutung.

 

Erstellt von smue