Die deutschen Kunden seien bereit für die neue Technik. Aber im Vergleich zu anderen europäischen Ländern hinkt der Einzelhandel hinterher.

Die Hauptmotive, warum Kunden Self-Scanning nutzen. Grafik: EHI
Was denken die Kunden über Rescanning zur Kontrolle? Grafik: EHI
Self-Scanning hat sich in Deutschland noch nicht durchgesetzt. Hier bezahlt eine Kundin in einem Walmart ihre Waren selbst. Foto: SchuminWeb / Wikipedia

Self-Checkout-Systeme haben mittlerweile Marktreife erreicht. Im deutschen Einzelhandel gibt es bisher dennoch wenige Angebote – ganz im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern wie den Niederlanden, Frankreich, Skandinavien oder Großbritannien, wo solche Services bereits häufig anzutreffen sind.

Derzeit finden sich bundesweit 300 bis 310 Geschäfte mit stationären SB-Kassen und nur rund 25 Geschäfte, die mobiles Self-Scanning anbieten. An der Kundenakzeptanz liegt das weniger, wie die EHI-Studie Kunden-Befragung „Self-Scanning-Systeme“ zeigt.

 

Zufrieden und loyal

Nahezu alle Nutzer von mobilen Self-Scanning-Systemen (99 Prozent) sind zufrieden mit dem Service, davon 70 sogar sehr. Daher sind die Nutzer der Self-Scanning-Systeme sehr loyal: 61 Prozent von ihnen nutzen diesen Service immer und 36 Prozent häufig. Die größte Gruppe der Self-Scanning-Fans sind die 30 bis 39-Jährigen, knapp zwei Drittel von ihnen gehören zu den immer oder häufigen Nutzern. Kartenzahler haben grundsätzlich eine höhere Affinität zu Self-Scanning-Systemen als Barzahler.

Komfortabel und schnell

Gefragt nach dem Grund Self-Scanning-Systeme zu nutzen, sagen fast alle (96 Prozent), dass sie den Komfort schätzen, die Ware an der Kasse nicht noch einmal umpacken zu müssen – was besonders bei großen Einkäufen erheblich schneller ist. Komfort und Zeitersparnis, inklusive der Vermeidung von Wartezeiten an der Kasse, sind daher auch die Top-Motivatoren für Self-Scanning-Nutzer, gefolgt von der Freude am Kennenlernen technischer Innovationen und der Selbstbestimmtheit und der Preiskontrolle während des Kassiervorgangs.

 

Verständnisvoll und vorsichtig

Fast alle Nutzer (98 Prozent) hatten schon einmal einen Rescan, aber nur wenige empfinden dies als störend. 90 Prozent zeigen Verständnis oder fühlen sich nach erfolgreicher Prüfung sogar bestätigt, alles richtig gemacht zu haben. Nur wenige bemängeln den dadurch entstehenden Zeitverlust oder empfinden die Rescans als zu häufig sowie unangenehm, weil ihnen Fehlverhalten unterstellt würde.

Von denjenigen, die Self-Scanning nicht nutzen, geben 35 Prozent die Registrierungspflicht als Störfaktor an und 38 Prozent möchten aus Datenschutzgründen keine persönlichen Angaben machen.