Der "Energie-Monitor 2016" des EHI stellt fest, dass Einzelhändler immer mehr in Energieeffizienz investieren.

Die deutschen Handelsunternehmen investieren, um sich mit ihrem Energieverbrauch effizient umzugehen. Foto: sumanley / pixabay
Die wichtigsten Energieeffizienzmaßnahmen 2016 im Food-Bereich. Grafik: EHI
Die wichtigsten Energieeffizienzmaßnahmen 2016 im Nonfood-Bereich. Grafik: EHI
So viel haben deutsche Handelsunternehmen in den vergangenen Jahren investiert, um effizienter mit ihrem Energieverbrauch umzugehen. Grafik: EHI

Die Investitionen der Händler in Energieeffizienzmaßnahmen sind in den vergangenen Jahren stark angestiegen, das geht aus der neuen EHI-Studie "Energie-Monitor 2016" hervor. Vor allem die umsatzstarken Filialisten haben deutlich mehr und langfristiger investiert.

Gesunken sind erneut die Energiekosten, wenn auch deutlich weniger als im Vorjahr. Sie liegen pro Jahr und Quadratmeter Verkaufsfläche im Food-Handel aktuell bei 57,31 Euro und im Bereich Nonfood bei 31,52 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich somit eine Kostensenkung von knapp zwei Prozent, im Bereich Food sind es 1,7 Prozent und im Bereich Nonfood 1,6 Prozent.

Leichter Anstieg der Energiekosten befürchtet

Für die kommenden beiden Jahre rechnen die Händler sogar wieder mit einem leichten Anstieg der Kosten aufgrund der zukünftig weiter steigenden staatlichen Abgaben und Netznutzungsentgelte. Das Potenzial, diese durch Energieeinsparungen zu kompensieren, sinkt.

Die Kostensenkung von im Schnitt zwei Prozent (Vorjahr sechs Prozent) ist vor allem auf deutliche Energieeinsparungen von 4,8 Prozent im Food-Handel und 5,8 Prozent im Nonfood-Handel zurückzuführen. Besonders ausschlaggebend für diese Entwicklung sind nach wie vor die Umstellung konventioneller Beleuchtungssysteme auf LED-Technik, der Einsatz energieeffizienterer Kältetechnik, sowie eine optimierte Gebäudetechnik, welche insbesondere die Regelung von Klima-, Lüftungs- und Heizungsanlagen beinhaltet.

Monitoring-Systeme decken Schwachstellen auf

Ein aktives Energiemanagement, das über Monitoring-Systeme Schwachstellen beim Verbrauch transparent macht, bildet bei Filialunternehmen zunehmend die Grundlage zur Einleitung solcher Maßnahmen. Über die Hälfte der umsatzstärksten Handelsfilialisten haben innerhalb der letzten fünf Jahre mehr als 25 Millionen Euro in Energieeffizienzmaßnahmen investiert, im Vorjahr hatte nur ein Drittel der Handelsketten mit einem Nettojahresumsatz von mehr als 2,5 Milliarden Euro so viel investiert.

Eine ähnliche Entwicklung ist in der Umsatzklasse zwischen 501 Millionen und 2,5 Milliarden Euro zu beobachten. Hier geben 50 Prozent der Händler an, in den vergangenen fünf Jahren mehr als 5 Mio. Euro investiert zu haben. Im Vorjahr lag dieser Anteil ebenfalls nur bei etwas mehr als einem Drittel. Mögliche Erklärung für den sprunghaften Anstieg in den Umsatzklassen ab 501 Millionen Euro könnten der finanzielle Aufwand für Energieaudits, der Aufbau von Energiemanagementsystemen sowie die daraus unmittelbar resultierenden Maßnahmen sein.

 

Investitionsverhalten weitgehend stabil

Die Gruppe der Unternehmen mit einem Nettojahresumsatz von bis zu 500 Millionen Euro, von denen jedoch der Großteil ebenfalls der Auditpflicht unterliegt, bleibt in ihrem Investitionsverhalten weitgehend stabil. Im Food-Handel entfällt mit 41 Prozent der größte Anteil der Energieeffizienz-Investitionen auf die Kältetechnik, während im Nonfood-Handel 52 Prozent der Investitionen auf Beleuchtungstechnik entfallen.

Natürliche Kältemittel Im Lebensmitteleinzelhandel setzt sich der Trend einer zunehmenden Verwendung natürlicher Kältemittel mit geringem Treibhauspotenzial fort. Zu durchschnittlich rund 94 Prozent kommen in Neubauten moderne Verbundkälteanlagen auf Basis natürlicher Kältemittel (vorwiegend Kohlendioxid) zum Einsatz. Der geringere Anteil moderner steckerfertiger Kühlmöbel wird vorwiegend mit dem Kältemittel Propan betrieben.

 

Die Datenbasis der EHI-Studie

An der Studie "Energiemanagement im Einzelhandel 2016" haben sich 49 marktführende Handelsunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beteiligt. Das entspricht über 28.000 Handelsfilialen bzw. etwa 43 Mio. Quadratmeter Verkaufsfläche. Dem Nonfood-Bereich sind dabei 48 Prozent der Befragten, dem Food-Bereich 52 Prozent zuzurechnen. Die Zahlen zu den Energiekosten beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2015, die Angaben zu Investitionen beziehen sich auf das Jahr 2016.

Die vollständige Studie „Energie-Monitor 2016“ erscheint im Dezember 2016. Mitglieder erhalten die Studie kostenlos.