Der Anteil der Kartenzahler steigt. Dennoch fließt weiterhin viel Bargeld in die Kassen. Mehr High-Tech in den Läden könnte für eine Veränderung sorgen.

Die Bargeldzahler sind in Deutschland weiter in der Mehrheit. Foto: pixabay

Noch fließt über die Hälfte des Umsatzes im deutschen Einzelhandel als Bargeld in die Kassen, aber die Zahlungsgewohnheiten der Kunden ändern sich zusehends.

Das geht aus einer Studie des EHI Retail Institute hervor. Demnach legt der bargeldlose Anteil seit Jahren immer mehr zu. Besonders kontaktloses und mobiles Bezahlen sollen diesen Trend deutlich verstärken.

Das Volumen der Kartenzahlung hat sich seit Mitte der 1990er Jahre mehr als verachtfacht. Dennoch werden mehr als drei Viertel aller Einkäufe auch heute noch mit Bargeld beglichen, da vor allem Kleinbeträge in Deutschland gern bar beglichen werden. Von den 18 bis 20 Milliarden Transaktionen im deutschen Einzelhandel liegt der größte Teil unter einem Betrag von 15 Euro. In Drogeriemärkten (12,28 Euro) und Supermärkten (13,93 Euro) liegen die durchschnittlichen Einkaufsbeträge sogar unter dieser Schwelle.

Ein Durchschnittseinkauf kostet 21,18 Euro

Das EHI hat über alle Branchen in „klassischen“ Filialbetrieben des Handels einen Durchschnittseinkaufsbetrag von 21,18 Euro ermittelt. Inklusive der zahlreichen Kioske, Büdchen und Bäckereien liegt der Betrag mit 18,75 Euro bis 20,80 Euro sogar noch niedriger.

 

Drogerie- und Supermärkte haben in den vergangen Jahren beim bargeldlosen Bezahlen deutlich zugelegt. Der Umsatzanteil der Barzahlung lag im Jahr 2015 selbst hier nur noch bei 62 Prozent. Zehn Jahre zuvor waren es noch 83 Prozent (Supermärkte) bzw. 87 Prozent (Drogeriemärkte). Der Trend zum unbaren Bezahlen ist also gerade in diesen Kleinbetragsbranchen besonders stark.

High-Tech an der Kasse

Die Händler versuchen, den geänderten Zahlungsgewohnheiten ihrer Kunden mit High-Tech an der Kasse gerecht zur werden. In den letzten fünf Jahren standen Investitionen zur Erhöhung der Geschwindigkeit von Karten-Zahlungsvorgängen im Vordergrund. Benchmark hierbei war die Dauer eines Barzahlungsvorgangs, für den das EHI branchenabhängig durchschnittliche Zeiten zwischen 15 und 28 Sekunden ermittelt hat. Die Kartenzahlung konnte diese Werte lange nicht erreichen.

Ein Hoffnungsträger für höhere Geschwindigkeit ist die NFC-Technologie (Near-Field-Communication) und die darauf aufbauende kontaktlose Kartenzahlung. 60 Prozent der großen Handelsunternehmen werden bis Ende 2016 kontaktlose Kartenzahlungen akzeptieren können. Damit werden Beträge bis 25 Euro ohne zusätzliche Authentifizierung per PIN oder Unterschrift verarbeitet, was zu einer deutlichen zeitlichen Entlastung an der Kasse führt.

Karten sind NFC-fähig

Parallel haben die Deutsche Kreditwirtschaft und die Kreditkartenorganisationen einen Großteil der von ihnen ausgegebenen Karten NFC-fähig gemacht. MasterCard hat für Händler, die Kreditkarten oder Maestro akzeptieren, sogar die NFC-Fähigkeit bis 2018 verpflichtend gemacht. Auch die beliebteste Karte der Deutschen, die girocard, wird sukzessive kontaktlos. In der Pilotregion Kassel ist girocard kontaktlos bereits nutzbar.

Die Voraussetzungen für schnelle Bezahlvorgänge sind damit auf der Anbieterseite erfüllt – es fehlt allerdings die Nachfrage. Selbst bei Handelsunternehmen und Tankstellenbetreibern, die zu den ersten kontaktlos-Anbietern zählten, bewegen sich Kontaktloszahlungen nach wie vor nur in unteren einstelligen Nutzungsraten.

Kunden fehlt häufig das Vertrauen

Mit Payback Pay ist im Juni das mit 28 Millionen Kunden führende Bonuspunkteprogramm in die Welt des innovativen Bezahlens eingestiegen. Bei dm-drogerie markt und real,- später auch bei weiteren Partnern ist es nun möglich per SmartPhone-App.