Laut GfK-Studie steigt die Kaufkraft auf 763 Euro plus pro Kopf

Nach einer aktuellen GfK-Studie steht Verbrauchern im kommenden Jahr mehr Geld für Extrawünsche zur Verfügung. Symbolbild: Pixabay / Counselling
Kaufkraft in Deutschland 2019. Grafik: GfK

Gute Nachricht für den Retail: Laut aktueller Studie des Marktforschungsunternehmens Growth from Knowledge (GfK) wird die Kaufkraft der Deutschen in 2019 auf 23.779 Euro pro Kopf ansteigen. Das entspricht einem rechnerischen Plus von nominal 3,3 Prozent und 763 Euro mehr pro Kopf.

Für Deutschland prognostiziert GfK für das Jahr 2019 eine Kaufkraftsumme von 1968,7 Milliarden Euro. Basierend auf der revidierten Vorjahresprognose, ergibt das oben genannte Summen, die für Konsumausgaben, Wohnen, Freizeit oder Sparen zur Verfügung stehen. 

Steigende Löhne und stabiler Arbeitsmarkt

Kaufkraft ist das nominal verfügbare Nettoeinkommen der Bevölkerung inklusive staatlicher Transferzahlungen wie Renten, Arbeitslosen- und Kindergeld. Die für 2019 prognostizierte positive Kaufkraftentwicklung stützt sich auf steigende Löhne in vielen Branchen und den stabilen Arbeitsmarkt. Auch bei den Renten wird 2019 ein Anstieg erwartet. Wie viel vom nominalen Kaufkraftzuwachs real übrig bleibt, hängt allerdings davon ab, wie sich nächstes Jahr die Verbraucherpreise entwickeln werden.

Kaufkraftverteilung regional betrachtet

Auf Ebene der Bundesländer wird es im Jahr 2019 ein paar Veränderungen geben. Niedersachen (Rang 7) und Rheinland-Pfalz (Rang 8) tauschen im Ranking die Plätze, während sich Brandenburg (Rang 10) sogar um zwei Plätze verbessert und an Berlin (Rang 11) und Bremen (Rang 12) vorbeizieht. In der Summe steigt im nächsten Jahr die nominale Pro-Kopf-Kaufkraft in allen Bundesländern an.

 

Höchste Kaufkraft in Starnberg

Auch 2019 wird der höchste Kaufkraftdurchschnitt Deutschlands im bayerischen Landkreis Starnberg zu finden sein: Mit 34.098 Euro pro Kopf liegen die Starnberger rund 43 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es jedoch zwei Veränderungen in den Top Ten der Stadt- und Landkreise. Miesbach in der Alpenregion Tegernsee Schliersee überholt den Stadtkreis Erlangen (Rang 11) und nimmt Platz 9 im Ranking ein. Böblingen zieht ebenfalls an Erlangen vorbei und hält damit auf dem zehnten Platz Einzug in die Top Ten. 

Berlin liegt unter dem Durchschnitt

Auch wenn die 25 einwohnerstärksten Stadtkreise bereits ein Viertel der Gesamtkaufkraft Deutschlands vereinen, erreichen nicht alle Großstädte in Deutschland ein überdurchschnittliches Kaufkraftniveau. Die Hauptstadt Berlin liegt bei der Pro-Kopf-Kaufkraft gut neun Prozent unter dem deutschen Durchschnitt, Dortmund und Dresden kommen auf ein ähnliches Niveau. Gut 13 Prozent unter dem Durchschnitt liegt Leipzig. München und Düsseldorf rangieren dagegen mit 34 und 17 Prozent deutlich darüber.

Hohe Potenzialabschöpfung auf kleinem Raum 

Dass die einwohnerstarken Städte und insbesondere die großen Metropolregionen für Einzelhändler und Dienstleister unverzichtbare Zielmärkte darstellen, zeigt ein Blick auf die Kaufkraftsummen. Die Kaufkraftdichte, also die verfügbare Kaufkraftsumme in Millionen Euro je Quadratkilometer, ist in Metropolen wie Berlin, Hamburg und München, aber auch in Nürnberg, im Ruhrgebiet, dem Großraum Stuttgart und Frankfurt am Main sehr hoch. Die Kaufkraftdichte ist somit ein wichtiger Indikator, dass Unternehmen dort auf kleinstem Raum viel Kaufkraftpotenzial allein schon bei den dort lebenden Menschen mobilisieren können, wenn sie ihre Zielgruppe gezielt ansprechen.