Laut der Untersuchungsergebnisse einer Langzeitstudie des DSSW

DECATHLON plant in diesem Jahr die Eröffnung von mindestens 15 neuen Standorten. Foto: DECATHLON

DECATHLON will Deutschland in den kommenden Monaten und Jahren noch sportlicher machen. Der französische Sportartikelhersteller und -händler eröffnete im Laufe des vergangenen Jahres 16 weitere Filialen, und damit ist das Sportfachgeschäft bis Jahresende 2018 an 65 Standorten in Deutschland vertreten.

Für dieses Jahr sind zahlreiche Neueröffnungen in Deutschland geplant - rund 15 neue Filialen, zum Beispiel in Fürth, München, Dortmund Innenstadt und weitere Eröffnungen am Standort Berlin. In ganz Deutschland soll so der Zugang zu den sportlichen Artikeln noch einfacher gemacht werden. Doch wie wirkt sich diese Entwicklung großflächiger Einzelhandelsbetriebe auf die Kommunen, Kunden und die Betriebe selbst aus?

Vorher-Nachher-Betrachtungen

Die GMA und der DSSW untersuchten die Auswirkung von großflächigen Einzelhandelsbetrieben. Nach drei Jahren Forschung durch 67 Standortuntersuchungen und Befragung von 5000 Personen wurde der Ergebnisbericht erstellt. Untersucht wurde die Ansiedlung von Lebensmittelbetrieben, Möbelanbieter, Einkaufszentren und Sportfachmärkten, letzteres speziell anhand von DECATHLON.
„Grundlage der Langzeitstudie sind Vorher-Nachher- Betrachtungen: Auswirkungsstudie nach der Ansiedlung von (großflächigen) Einzelhandelsbetrieben und der Abgleich mit der Situation vor der Ansiedlung”, so die DSSW-Langzeitstudie.

 

Mithilfe einer Auswirkungsanalyse wurden vier DECATHLON-Standorte vor, während und nach der Ansiedlung untersucht. Dazu wurde zum Beispiel untersucht, wie die Angebotssituation, die Versorgung der Bevölkerung oder die Kaufkraft vor der Ansiedlung war und wie sich diese Aspekte nach der Ansiedlung für die Bevölkerung verändert haben. Zudem wurde in der Studie auch die Erfahrung der Einzelhändler mit einbezogen. Mit den gesammelten Erkenntnissen wurden planerische und rechtspolitische Handlungsempfehlungen für die Betriebe erstellt.

Neuer Service Expresskassen

Der Aspekt der autokundenorientierten Standorte wurde in der Studie diskutiert, da DECATHLON verstärkt auf die Autonomie der Kunden in der Filiale setzt. Damit die Kunden ihre Sportprodukte noch schneller in den Händen halten können, wurden die Filialen mit Self-Checkout-Kassen ausgerüstet. Durch die Expresskassen möchte DECATHLON den Kunden einen neuen Service anbieten und ihnen so einen schnellen und bequemen Einkauf ermöglichen. Des Weiteren kann der Kunde alternativ mit speziellen Screens (Auswahl+) auch im Store weitere Kollektionen, Farben oder sportliche Leistungsstufen suchen und diese direkt bestellen, falls nicht vorhanden im Store.

Empfehlungen der Studie

„Bei einzelnen Betriebstypen gibt die Untersuchung Anlass, die Bezeichnung und den Umfang einzelner Sortimente auf den Prüfstand zu stellen. Deutlich zeigt sich dies an den Untersuchungen der Sportfachmärkte, die aktuell maßgeblich über die Begriffe Sportartikel und Sportgeräte oder ähnliches gesteuert werden. Die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchungen weisen darauf hin, insbesondere diese Sortimentsbezeichnungen auf ihren konkreten möglichen Umfang und die Zentrenrelevanz zu überprüfen, um die einzelnen Sortimente von solchen zu unterscheiden, in denen tatsächlich Auswirkungen auf den stationären Einzelhandel in der Ansiedlungsregion zu erwarten sind”, so die DSSW- Langzeitstudie.

Die Fokussierung ausschließlich auf den Sport und die Einzelsportarten zeigten nach der Ansiedlung positive Verkaufsflächenentwicklungen, was bedeutet, dass sich daraufhin der Bestand nach Eröffnung bei drei der DECATHLON-Filialen um rund 30 Prozent erhöht hat.