Transaktionen von 4,5 Milliarden Euro in der ersten Jahreshälfte: Bewegung bei Handelsimmobilien – aber nicht so sehr wie 2015.

Das Immobilienberatungs-Unternehmen CBRE hat erneut den deutschen Gewerbeimmobilienmarkt analysiert. Foto: pixabay

Nach Analysen des Immobilienberatungs-Unternehmens CBRE wurden im ersten Halbjahr 2016 auf dem deutschen Investmentmarkt für Einzelhandelsimmobilien 4,5 Milliarden Euro umgesetzt. Auf Shopping-Center entfielen davon 1,1 Milliarden Euro.

Insgesamt ist das Transaktionsvolumen laut CBRE um 52 Prozent geringer als im Vorjahreszeitraum. Als Erklärung für den herausragenden Wert im Jahr 2015 nennt das Unternehmen den milliardenschweren Einstieg von „Hudson’s Bay Company“ in den deutschen Einzelhandelsmarkt im Zuge der Kaufhof-Übernahme sowie die Übernahme der Corio-Shopping-Center durch den französischen Centerbetreiber Klépierre. Doch auch in diesem Jahr finden sich große Einzeltransaktionen in den Berechnungen: Mit rund 3,4 Milliarden Euro seien rund 75 Prozent des Gesamtvolumens in Form von einzelnen Objekten investiert worden.

 

„Während sich der Jahresauftakt noch verhalten zeigte, belegen die aktuellen Zahlen, dass sich die hohe Investitionsdynamik des vergangenen Jahres auch bei den Handelsimmobilien weiter fortsetzt“, so Dr. Jan Linsin, Head of Research bei CBRE. Mit einem Investitionsvolumen von 2,8 Milliarden Euro allein im zweiten Quartal sei der langjährige Mittelwert von 2,4 Milliarden Euro klar übertroffen worden. „Allerdings sehen wir auch, dass die mangelnde Verfügbarkeit an geeigneten Assets weiterhin den limitierenden Faktor darstellt und ein noch höheres Transaktionsvolumen verhindert.“

Objekte außerhalb der Top-Standorte

Mit mehr als 3,5 Milliarden Euro und einem Anteil von 79 Prozent sei der überwiegende Teil der Investments in Objekte außerhalb der Top-Standorte geflossen. Als Ursache nennt CBRE das begrenzte Angebot, insbesondere im Core-Segment, welches das Investitionsvolumen begrenze. „Wir registrieren daher schon seit geraumer Zeit ein Ausweichen der Investoren, die sich verstärkt auf attraktive Regionalzentren sowie B-Standorte fokussieren und hier auch verstärkt Bestandsprodukte mit Wertsteigerungspotenzial nachfragen“, sagt Jan Dirk Poppinga, Head of Retail Investment bei der CBRE.

 

Investments in Fachmärkte und Fachmarktzentren sowie Supermärkte und Discounter hätten mit knapp zwei Milliarden Euro das erste Halbjahr 2016 deutlich dominiert – 44 Prozent. Ursache sei auch eine Ausweichstrategie der Investoren, die wegen eines geringen Angebots an Shopping-Centern und innerstädtischen Geschäuftshäusern in Top-Lagen entstanden sei.

Shopping-Center mit Transaktionsvolumen von 1,1 Milliarden Euro

Gleich an zweiter Stelle folgten laut CBRE in der ersten Jahreshälfte die Shopping-Center mit einem Transaktionsvolumen von rund 1,1 Milliarden Euro – 24 Prozent. „Neben zwei Objekten in Hamburg und München wurde hier überwiegend in Objekte außerhalb der Top-Standorte investiert, darunter Center in Fürth, Weinheim und Wiesbaden“, so CBRE.

Auf Platz drei des Rankings folgen mit einem Transaktionsvolumen von 917 Millionen Euro Investments in Geschäftshäuser in Innenstadtlagen – 20 Prozent.