Im ersten Quartal 2017 sind nur noch 22 Prozent der Befragten optimistisch. Das ist eines der Ergebnisse des BF.Quartalsbarometers.

Das BF.Quartalsbarometer ist zwar im ersten Quartal 2017 gesunken, aber der Markt bleibt ausgeglichen. Grafik: BF.direkt AG
So hat sich das BF.Quartalsbarometer von 2014 bis 2017 entwickelt. Grafik: BF.direkt AG
Die Immobilienfinanzierer in Deutschland blicken im ersten Quartal 2017 weit weniger optimistisch auf den Markt als noch 2016. Foto: geralt / pixabay

Die BF.direkt AG, der Spezialist für die Finanzierung von Immobilienprojekten, veröffentlicht das BF.Quartalsbarometer für das erste Quartal 2017, das durch die bulwiengesa AG erarbeitet wurde. Der Index gibt die Stimmung und das Geschäftsklima der Immobilienfinanzierer in Deutschland umfassend wieder.

Das wichtigste Ergebnis: Der Barometerwert ist erheblich gefallen – von 2,05 auf 0,11. Ein positiver Barometerwert steht für eine hohe Finanzierungsbereitschaft der Banken und eine gute Versorgung der Immobilienwirtschaft mit Krediten. Ein negativer Barometerwert bedeutet das Gegenteil. Liegt der Barometerwert – wie aktuell – nahe Null, zeugt dies von einem ausgeglichenen Markt.

Befragte zeigen sich weniger optimistisch

Der Quartalsbarometerwert wird aus verschiedenen Einzelwerten errechnet. Die stärkste Veränderung in diesem Quartal: Der Anteil der Befragten, die die aktuelle Lage am Finanzierungsmarkt als progressiv einstufen, ist signifikant gefallen. Waren im vierten Quartal 2016 noch 47 Prozent der Befragten optimistisch, sind es im ersten Quartal 2017 nur noch 22 Prozent.

„Wir führen diese weniger optimistische Erwartung vor allem auf die größere Unsicherheit am Markt zurück“, so Francesco Fedele, CEO der BF.direkt AG. „Diese resultiert unserer Meinung nach aus den Zinsanhebungen in den USA und auch aus den noch unklaren Auswirkungen der Wirtschaftspolitik des neuen US-Präsidenten Donald Trump."

Margen wieder nahe am Tiefststand der letzten beiden Jahre

Steffen Sebastian, Professor für Immobilienfinanzierung an der Universität Regensburg und wissenschaftlicher Berater des BF.Quartalbarometers, dazu: „Wir beobachten in Deutschland seit Oktober 2016 einen langsamen, aber kontinuierlichen Anstieg der langfristigen Zinsen, obwohl die EZB ihre stark expansive Geldpolitik weiterhin verfolgt. Auch hierin spiegelt sich die steigende Unsicherheit wieder. Darüber hinaus zeigt dies, dass die Geldpolitik zwar ein sehr wichtiger, aber nicht der allein entscheidende Faktor im Zinsgeschäft ist.“

 

Ebenfalls negativ auf den Barometerwert wirkt, dass die Margen der Finanzierer im Vergleich zum Vorquartal gesunken sind. Diese bewegen sich derzeit wieder nahe am tiefsten Stand der letzten beiden Jahre – sowohl bei der Finanzierung von Projektentwicklungen als auch von Bestandsimmobilien.

Durchschnittsmarge bei Projektentwicklungen und Bestandsfinanzierungen

Bei Projektentwicklungen sank die Durchschnittsmarge (über alle Nutzungsarten) von 194 Basispunkten im Vorquartal auf 181 Basispunkte. Bei Bestandsfinanzierungen ging die Marge von 140 auf 135 Basispunkte zurück. „Den Hauptgrund für die sinkenden Margen sehen wir im nach wie vor starken Wettbewerb der Finanzierer untereinander“, sagt Manuel Köppel, CFO der BF.direkt AG.

BF.direkt und bulwiengesa haben das Barometer im ersten Quartal 2017 weiter optimiert. Anstatt der bisherigen Darstellung der Margen als Status-quo-Werte zum Stichtag werden fortan die durchschnittlichen Margen, LTVs (Loan-to-Value) und LTC (Loan-to-Cost) im Zeitablauf dargestellt.

BF.Quartalsbarometer: 120 Experten befragt

Zudem werden die Aktivitäten der Finanzierer nach Nutzungsarten ausführlicher dargestellt: So wird ergänzend ersichtlich, welcher Anteil der Finanzierer in welchem (Nutzungsarten-) Segment tätig ist. 

 

Zur Ermittlung des BF.Quartalsbarometers wurden insgesamt über 120 Experten befragt, die größtenteils direkt mit der Vergabe von Krediten an Immobilienunternehmen betraut sind. Das Panel besteht aus Vertretern unterschiedlicher Bankentypen.

So setzt sich der Fragebogen zusammen

Der Wert des BF.Quartalsbarometers setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen des Fragebogens zusammen. Zu den analysierten Komponenten gehören die Einschätzung zur Veränderung der Finanzierungsbedingungen, der Entwicklung des Neugeschäfts, der Höhe der gewährten Kredittranchen, der Risikobereitschaft der Finanzierung nach Assetklassen, der Höhe der LTV-/LTC-Werte, der Entwicklung der Margen, der Bedeutung alternativer Finanzierungsmöglichkeiten und der Entwicklung der Liquiditätskosten.