GfK-Nachhaltigkeitsindex zeigt Alltagsverhalten auf

Konsumenten legen Wert auf Nachhaltigkeit, haben aber nicht immer das Geld dafür. Symbolbild: Pixabay / Mark Thomas

Trotz Dauerkrisen und hoher Inflation kaufen die Konsumenten in Deutschland weiterhin nachhaltig ein und sind bereit, dafür einen höheren Preis zu zahlen. Der neue GfK-Nachhaltigkeitsindex zeigt aber, dass Verbraucher bei Produkten des täglichen Bedarfs mit Schwierigkeiten haben, ihre Wertestandards zu halten.

Mit einem aktuellen Wert von 39,7 blieb der Index im Oktober stabil und stieg nach einem etwas niedrigeren Wert von 39,2 im Juli sogar wieder auf das Niveau von April 2022. 26 Prozent der Deutschen haben in den letzten zwölf Monaten größere Anschaffungen unter Nachhaltigkeitsaspekten getätigt. Insbesondere junge Menschen zwischen 18 und 39 Jahren sowie Konsumenten mit höherem Einkommen kaufen weiterhin nachhaltig.

Konsum stabil auf niedrigem Niveau

Der aktuelle GfK-Konsumklimaindex zeigt, dass sich die generelle Konsumneigung auf niedrigem Niveau stabilisiert hat. Auch die Anschaffungsneigung in Bezug auf nachhaltige Produkte bleibt stabil: Genau wie im Juli planen weiterhin 27 Prozent der Menschen, in den nächsten zwölf Monaten bei größeren Anschaffungen auf Nachhaltigkeit zu achten.

Fast drei Viertel der Deutschen (70 Prozent) gaben im Oktober an, dass sie im letzten Monat nachhaltige Alltagsprodukte gekauft haben. Im Juli lag der Wert noch bei 66 Prozent. Der Anteil der Deutschen, die in den nächsten vier Wochen nachhaltige FMCG-Produkte kaufen möchten, ist mit 66 Prozent nahezu stabil geblieben.

 

Auswirkungen des kleineren Geldbeutels

„Trotz geringerer Budgets bleiben Konsumenten ihren Werten treu und kaufen weiterhin nachhaltig“, stellt Petra Süptitz, Expertin für Nachhaltigkeit und Consumer Insights bei GfK, fest. „Dennoch beobachten wir die Auswirkungen des kleineren Geldbeutels: Die Konsumenten greifen inzwischen etwas seltener zu nachhaltigen Produkten des täglichen Bedarfs als vor wenigen Monaten.“ So gaben im Juli noch 26 Prozent an, dass sie häufig nachhaltige Produkte kaufen. Im Oktober waren es dagegen nur noch 23 Prozent. Stattdessen kauft nun beinahe die Hälfte (47 Prozent) nur gelegentlich nachhaltig ein; eine deutliche Steigerung zu noch 40 Prozent im Juli.

Investition in energiesparende Produkte

Nachhaltige Produkte sind häufig teurer als konventionelle Alternativen. Bei größeren Anschaffungen ist der Anteil derjenigen Konsumenten, die einen Kauf planen und bereit sind, für ein nachhaltiges Produkt einen höheren Preis zu zahlen, mit 75 Prozent im Vergleich zu 68 Prozent im Juli deutlich gestiegen. „Wegen der explodierenden Energiepreise suchen die Konsumenten derzeit gezielt nach energiesparenden Produkten wie Haushaltsgeräten. Für diese nachhaltigeren Produkte nehmen sie einen höheren Anschaffungspreis in Kauf“, erklärt Petra Süptitz das Wachstum. „Weniger Möglichkeiten zum finanziellen Ausgleich gibt es hingegen bei Lebensmitteln oder Hygieneartikeln, hier sparen die Verbraucher bei der Anschaffung.“ Bei Produkten des täglichen Bedarfs ist der Anteil der Konsumenten, die nachhaltig kaufen wollen und dafür bereit sind, tiefer in die Tasche zu greifen, von 69 auf 66 Prozent gesunken.