Aktuelle Studie: 27 Prozent der deutschen nutzen Lebensmitteldienste

Sich Lebensmittel nach Hause zu ordern, wird laut aktueller GfK-Studie immer beliebter. Foto: Depositphotos / Alex Fedorenko

Der noch junge Online-Lebensmittelhandel in Deutschland entwickelt sich rasant weiter. Das belegt eine aktuelle repräsentative GfK-Studie im Auftrag von Mastercard.

Die Corona-Pandemie und neue Quick-Commerce-Geschäftsmodelle ändern demnach das Verhalten und die Erwartungen von Verbrauchern. Für E-Food gilt Corona als Booster – doch wie lange hält die Wirkung? Die Studie zeigt, dass Lieferservice-Angebote für Lebensmittel nachhaltig angenommen werden und dass Quick-Commerce-Anbieter mit ihrer Lieferung binnen Minuten den Nerv treffen.

Ob Wocheneinkauf, Impulskauf bei fehlenden Eiern für das Kuchenbacken oder der kontaktfreie Notkauf im Krankheitsfall – E-Food und Q-Commerce liefern Convenience in Alltagssituationen. 27 Prozent der Deutschen haben bereits Lebensmittel online bestellt und sich direkt an die Tür bringen lassen. Mehr als ein Drittel der E-Food-Besteller (34 Prozent) lässt sich mindestens einmal pro Woche und jeder Fünfte (21 Prozent) sogar mehrmals die Woche mit Lebensmitteln beliefern. Besonders beliebt sind Online-Lebensmittellieferungen in Ballungszentren wie Berlin (46 Prozent) und bei Familien mit Kindern (36 Prozent).

80 Prozent neue Nutzer bleiben dabei

Doch waren die Corona-Zeiten mit Kontaktbeschränkungen und zeitweisen Lockdowns ein Booster für die Alternative zum stationären Lebensmitteleinzelhandel? Ja und nein – zu diesem Schluss kommt die Studie. Immerhin nutzten mehr als vier von zehn Befragten (42 Prozent), die Lebensmittel bestellt haben, E-Food-Angebote bereits vor dem Ausbruch der Pandemie. Auf den Geschmack gekommen sind ein Viertel der Befragten, die erstmals während der Pandemie Lebensmittel online orderten und nun regelmäßig nutzen. 22 Prozent nutzen weiterhin Lebensmittellieferdienste, bestellen aber seltener als während der Corona-Krise. Das heißt:  80 Prozent der neuen Nutzer, die Lebensmittel erstmals in der Corona-Pandemie bestellten, bleiben dabei. E-Food ist demnach ein nachhaltiger Trend, der anhält, da nur jeder fünfte Nutzer während der Pandemie nun wieder in den Supermarkt geht.

 

Q-Commerce ändert Erwartungshaltung

Ein großer Trend im Online-Lebensmittelhandel ist Q-Commerce und gilt als die neue Generation des E-Commerce. Am Markt noch junge Schnelllieferdienste wie Gorillas, Flink oder Getir verändern mit ihrem Versprechen einer Lieferung binnen Minuten die Erwartungshaltung der Kunden. Aktuell wünschen sich bereits sechs Prozent der Nutzer, ihre bestellten Lebensmittel innerhalb von 15 Minuten zu empfangen, bei den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar 15 Prozent. Weitere 16 Prozent erwarten ihre Lebensmittellieferung innerhalb von 30 Minuten nach Aufgabe der Online-Bestellung. Für rund ein Drittel (31 Prozent) ist die Planbarkeit des Liefertermins viel wichtiger als eine umgehende Lieferung. Eine Bargeldzahlung ihrer Bestellung vor Ort präferieren sechs Prozent und einen Kauf auf Rechnung neun Prozent der Befragten. Die Mehrheit (84 Prozent) bevorzugt integrierte Bezahlverfahren – beispielsweise mit hinterlegten Kartendaten oder mobilen Bezahllösungen.

Heute schon beachtlicher Anteil

Der Online-Lebensmittelhandel gilt als Wachstumsmarkt in Deutschland. Die Experten von Accenture und GfK erwarten, dass der Online-Anteil von einem derzeit niedrigen einstelligen Prozentanteil bis 2030 auf zehn bis 15 Prozent aller Lebensmitteleinkäufe steigt. Die meisten Nutzer (29 Prozent) geben zwischen 51 und 75 Euro pro Lebensmittelbestellung aus. 14 Prozent geben sogar mehr als 100 Euro pro Bestellung für E-Food aus. Gemessen an den durchschnittlichen Konsumausgaben privater Haushalte von 387 Euro für Nahrungsmittel, Getränke, Tabakwaren und Ähnliches ist laut Statistischem Bundesamt der E-Food-Anteil bereits heute beachtlich.