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24. Juni 2025

Weniger Banken finanzieren Handelsobjekte

VOR ALLEM SHOPPING CENTER UND HIGH-STREET-LAGEN STEHEN UNTER DRUCK
Die Finanzierung für Handelsobjekte ist schwieriger geworden.
Symbolbild: AdobeStock / goodluz

Die Finanzierung von Handelsimmobilien ist in den vergangenen zehn Jahren spürbar unter Druck geraten. Wie das aktuelle BF.Quartalsbarometer der BF.direkt AG in Zusammenarbeit mit der bulwiengesa AG zeigt, hat sich die Risikowahrnehmung der Finanzierer gegenüber Einzelhandelsobjekten drastisch verschärft – mit weitreichenden Folgen für Projektentwickler und Investoren.

Bereits vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie war ein rückläufiges Interesse von Banken an Handelsimmobilien erkennbar. Doch ab dem ersten Quartal 2020 fiel die Finanzierungsbereitschaft regelrecht ab – und liegt seither bei nur rund 40 Prozent. Im ersten Quartal 2024 wurde mit 32,6 Prozent sogar der bisherige Tiefststand erreicht. Eine Rückkehr auf das frühere Niveau von 60 bis 80 Prozent ist nach Einschätzung von Experten derzeit nicht in Sicht.

Verschärfte Risikoeinschätzung

„Die Risikoeinschätzung für Handelsimmobilien hat sich in den letzten fünf Jahren deutlich verschärft“, erklärt Professor Dr. Steffen Sebastian, Lehrstuhlinhaber für Immobilienfinanzierung an der IREBS und wissenschaftlicher Berater des Barometers. „Vor allem Shopping Center und High-Street-Lagen stehen unter Druck – nicht zuletzt aufgrund des veränderten Konsumverhaltens und der strukturellen Herausforderungen im stationären Einzelhandel.“ Banken ziehen sich spürbar aus diesen Segmenten zurück.

Segment bleibt belastet

Die Entwicklung spiegelt sich auch in der zunehmenden Zurückhaltung bei der Finanzierung größerer Handelsprojekte wider. Während Logistik- und Wohnimmobilien in Teilen von der Marktveränderung profitieren konnten, bleibt das Einzelhandelssegment belastet. Die Kombination aus sinkender Kundenfrequenz, gestiegenen Betriebskosten und wachsender Konkurrenz durch den Onlinehandel wirkt sich unmittelbar auf die Bonität von Mietern und damit auf die Finanzierbarkeit entsprechender Objekte aus. Francesco Fedele, CEO der BF.direkt AG, ordnet die Entwicklung ein: „Für Entwickler und Investoren ist die Finanzierung von Handelsimmobilien derzeit eine der größten Herausforderungen am Markt. Eine fundierte Standort- und Nutzungskonzeption ist wichtiger denn je, um überhaupt Zugang zu Fremdkapital zu erhalten.“

Komplexere Entscheidungen

Auch andere Nutzungsarten wie Büro-, Wohn- und Hotelimmobilien zeigen Veränderungen – jedoch in unterschiedlichem Ausmaß. Die Finanzierungsbereitschaft für Bestandsbüroimmobilien ist seit 2023 moderat auf rund 66 bis 70 Prozent zurückgegangen. Wohnimmobilien gelten weiterhin als vergleichsweise stabil, mit Finanzierungsquoten von 80 bis 90 Prozent. Hotelimmobilien erleben nach einem dramatischen Einbruch während der Pandemie derzeit eine schrittweise Erholung. Die Ergebnisse des BF.Quartalsbarometers machen deutlich: Die Anforderungen an Finanzierungsentscheidungen sind komplexer geworden – besonders für Handelsimmobilien. Die Zeiten pauschaler Finanzierungszusagen sind vorbei - gefragt sind maßgeschneiderte Strategien und realistische Risikoeinschätzungen.

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