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02. Dezember 2025

Weltweiter Trend: Luxusbranche erfindet sich neu

ERLEBNIS LÖST REINE STATUSSYMBOLE IN DER BELIEBTHEIT AB
Lieber mal zum Fine Dining als die neueste It-Bag am Start: Der Luxusmarkt setzt neue Prioritäten.
Foto: Depositphotos / Y-Boychenko

Der weltweite Luxusmarkt zeigt im Jahr 2025 eine bemerkenswerte Resilienz – und dennoch deutet vieles auf einen historischen Wandel hin. Mit einem erwarteten Gesamtvolumen von rund 1,44 Billionen Euro bleibt die Branche laut der aktuellen Studie von Bain & Company und der Fondazione Altagamma auf Wachstumskurs. Doch hinter stabilen Zahlen verbirgt sich eine neue Realität: Luxus wird zunehmend nicht mehr gekauft, sondern erlebt.

Reisen, Wellness-Retreats, Fine Dining – exklusive Erlebnisse entwickeln sich zur neuen Währung des Prestiges. Was früher die It-Bag oder die Designeruhr war, ist heute das unvergessliche Dinner, die außergewöhnliche Reise oder der maßgeschneiderte Spa-Moment. Klassische Statussymbole verlieren an Strahlkraft, dafür boomen Luxushotellerie, Kreuzfahrten und kulinarische Erlebnisse. Dagegen stagniert etwa der Markt für Luxusautos – mit Ausnahme hochpreisiger Sportmodelle, die weiterhin ihre treue Klientel finden.

Verschobene Prioritäten

Auch der Markt für persönliche Luxusgüter bleibt 2025 mit geschätzten 358 Milliarden Euro konstant, zeigt jedoch ein deutliches Leistungsgefälle. Der erschwingliche Luxus, einst Wachstumsmotor, verliert an Momentum. Das Premiumsegment hingegen wird weiterhin von kaufkräftigen Konsumenten getragen. Zu den Gewinnern zählt vor allem die Schmuckbranche: Emotionale Kaufmotive und personalisierte Designs machen sie zum dynamischsten Segment. Das Beauty-Segment erlebt insbesondere bei Parfums starken Aufwind, während Hautpflege und Make-up unter einer zunehmenden Polarisierung leiden. Im Uhrensektor setzt sich die Trennung fort: High-End-Modelle florieren, während der Wiederverkaufsmarkt durch Preisdruck und neue Handelsbarrieren an Fahrt gewinnt. Modehäuser, die junge und preissensible Käufer ansprechen, wachsen überdurchschnittlich.

Regionale Gegensätze

Mit Blick auf die Weltmärkte zeigt sich ein deutlicher Ost-West-Gegensatz. China und Europa verzeichnen Rückgänge von bis zu fünf beziehungsweise drei Prozent. Dagegen entwickelt sich der Nahe Osten zur dynamischsten Luxusregion der Welt: Mit Wachstumsraten von bis zu sechs Prozent profitiert er von einer steigenden lokalen Kaufkraft und einem florierenden Tourismussektor. Auch Lateinamerika, Afrika, Indien und Südostasien gewinnen spürbar an Bedeutung für internationale Marken.

Weniger Käufer, gezieltere Käufe

Die Zahl der Luxuskonsumenten sinkt von 400 Millionen im Jahr 2022 auf geschätzte 340 Millionen im Jahr 2025. Der Massenmarkt für Luxus schrumpft – und mit ihm die spontane Kaufbereitschaft. Konsumenten agieren bewusster, belohnen sich mit kleineren Anschaffungen, nutzen Rabatte und entdecken den Wiederverkauf als neue Option. Konstante Stabilität kommt jedoch von ganz oben: Die Big Spender erhöhen ihren Anteil am Gesamtmarkt auf 46 bis 47 Prozent. Ihre Kaufkraft bleibt der entscheidende Faktor für die Branche.

Marken unter Zugzwang

Trotz stabilem Marktvolumen stehen Luxusanbieter vor finanziellen Herausforderungen. Sinkende EBIT-Margen von nur noch 15 bis 16 Prozent führen zu erheblichen Wertverlusten. Marken reagieren mit strategischen Neuausrichtungen: Sie erschließen neue Preissegmente, investieren in Gastronomie, Wellness und Hospitality und setzen verstärkt auf digitale Kanäle, um Konsumenten emotional und zielgerichtet zu erreichen.

Ethik und Emotionen

Was macht Luxus morgen aus? Laut der Studie gewinnen jene Marken, die Erlebnisse, Ethik und Emotion in ihrem Kernversprechen vereinen. Exklusivität allein reicht nicht mehr – gefragt sind Verantwortung, Nähe zur Zielgruppe und technologische Exzellenz. In einer Welt, in der Besitz an Bedeutung verliert, entsteht ein neues Verständnis von Luxus: eines, das weniger im Regal steht, sondern vor allem eines, das Menschen bewegt, verbindet und in Erinnerung bleibt.

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