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16. März 2026

Was sich der Einzelhandel vom Asia-Boom abschauen kann

VERBRAUCHER SHOPPEN TROTZ BEDENKEN OFT BEI TEMU UND SHEIN
Einzelhändler können sich Strategien von Asia-Plattformen zu Eigen machen.
Foto: AdobeStock / PixieMe

Der Kauf auf der Onlineplattform Amazon gehört für viele Konsumenten in Deutschland zum Kauf-Alltag. In den letzten Jahren drängen jedoch auch immer mehr Asia-Plattformen wie Temu, SHEIN und Co. auf den Markt. Doch während Amazon ein relativ großes Vertrauen genießt, fällt dies bei den Asia-Plattformen geringer aus. Das zeigt die neue ECC-CLUB-Studie „Zwischen Vertrauen und Vorbehalten: Wie nah lassen Konsumentinnen und Konsumenten Temu, SHEIN und Co. an sich heran?“, für die 1028 Verbraucher internetrepräsentativ nach Alter und Geschlecht über ein Onlinepanel befragt wurden.

Die Studie beleuchtet die Diskrepanz zwischen der oftmals eher negativen Wahrnehmung von Asia-Plattformen und dem tatsächlichen Einkaufsverhalten von Konsumenten. So geben mehr als ein Drittel (38 Prozent) an, schon einmal bei Temu bestellt zu haben, bei SHEIN sind es 21 und bei AliExpress 16 Prozent. Zudem sagen knapp drei von zehn Befragten (28 Prozent), dass sie bei Temu ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sehen. Andererseits verbinden die Befragten Asia-Plattformen im Vergleich zu Amazon, Amazon Haul und OTTO eher mit einer schlechten Qualität, einer niedrigen Produktsicherheit sowie einem schlechten Image.

Schlechtes Gefühl überwiegt

Die Mehrheit der Befragten hat bei Asia-Plattformen — insbesondere bei Temu (70 Prozent), SHEIN (64 Prozent) und AliExpress (55 Prozent) — ein schlechtes Gefühl. Vor allem bei sensiblen, körpernahen Produktkategorien sind die Sicherheitsbedenken bei Asia-Plattformen groß. So haben Befragte insbesondere bei Beauty-/Körperpflegeprodukten (Temu 89 Prozent, AliExpress 88 Prozent, SHEIN 87 Prozent), Lebensmitteln und rezeptfreien Medikamenten (Temu 94 Prozent, AliExpress und SHEIN je 93 Prozent) sowie Baby- und Kinderspielzeug/-kleidung (Temu und SHEIN je 88 Prozent, AliExpress 87 Prozent) große Vorbehalte.

Vertrauen ist gestiegen

Trotz Bedenken ist das Vertrauen in Asia-Plattformen in den letzten Jahren gestiegen. So geben 16 Prozent der Befragten an, dass sie Temu heute stärker vertrauen als noch vor ein paar Jahren, bei SHEIN und bei AliExpress sind es jeweils sieben Prozent (SHEIN: 20- bis –29-Jährige 14 Prozent). Als wichtiger Grund für das stärkere Vertrauen in die Plattformen werden gute eigene Erfahrungen genannt (Temu 14 Prozent, SHEIN und AliExpress jeweils sechs Prozent). Weitere Gründe sind positive Erfahrungen von Familie und Freunden (Temu 15 Prozent, SHEIN sechs Prozent, AliExpress fünf Prozent) sowie ein professionellerer Auftritt (Temu 13 Prozent, SHEIN sieben Prozent, AliExpress fünf Prozent).

Komplexes Spannungsfeld

„Die neue ECC-CLUB-Studie macht deutlich, dass die Beziehung zwischen Konsumenten und Plattformen weit über eine reine Kaufentscheidung hinausgeht. Rational wichtige Aspekte wie beispielsweise Produktqualität können zugunsten anderer Kriterien in den Hintergrund treten. Insgesamt kann man festhalten, dass es sich dabei in großen Teilen um ein Spannungsverhältnis von Nähe und Distanz, von Vertrauen und Skepsis sowie von Convenience und Kontrolle handelt. Dieses komplexe Spannungsfeld sollten Händler und Hersteller verstehen, um ihre Marken-, Verkaufs- und Vertriebsstrategie entsprechend auszurichten“, stellt Dr. Ralf Deckers, Bereichsleiter Strategic Insights & Analytics ECC KÖLN, fest.

Vertrauen stärken

Insgesamt zeigt sich, dass Konsumenten je nach Vertrauensbasis Onlineplattformen unterschiedlich nah an sich heranlassen. Welche Rolle in diesem Kontext stationäre Händler und Marken spielen können, um etwa das Vertrauen zu stärken, welche Unterschiede hinsichtlich Sicherheitsbedenken in den Produktkategorien je nach POS - Plattformen vs. stationärer Handel - bestehen und inwieweit Marken und Produkte von Plattformen für deutsche Ladengeschäfte gewünscht werden, beleuchtet der Full Report der Studie.

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