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06. Februar 2026

Stationärer Einzelhandel gewinnt wieder an Dynamik

AENGEVELT: REALE UMSATZSTEIGERUNGEN SORGEN FÜR NEUE IMPULSE
Aengevelt sieht positive Tendenzen im stationären Einzelhandel.
Foto: AdobeStock / itchaznong

Aengevelt Immobilien sieht den stationären Einzelhandel im Aufwind. Das Unternehmen verweist darauf, dass der reale Umsatz im stationären Einzelhandel im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Prozent gestiegen ist und damit das BIP-Wachstum von 0,2 Prozent deutlich übertroffen hat. Das Immobilienhaus bewertet diese Entwicklung als Zeichen dafür, dass die Schwächephase des stationären Einzelhandels ausläuft, und erwartet vor diesem Hintergrund eine weitere Belebung des Transaktionsgeschehens im Marktsegment Handelsimmobilien.

Nach aktuellen Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamts ist der preisbereinigte Umsatz im gesamten Einzelhandel im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 2,7 Prozent gestiegen. Besonders stark entwickelte sich der Internet- und Versandhandel, der binnen Jahresfrist um 10,1 Prozent zulegte, während der Einzelhandel in Verkaufsräumen immerhin ein Wachstum von 1,1 Prozent verzeichnete. Im Dezember 2025 meldete der stationäre Einzelhandel sogar einen realen Zuwachs von 2,7 Prozent gegenüber dem Dezember 2024. Ein Blick auf die monatlichen Zahlen zeigt dabei, dass es sich nicht lediglich um ein außergewöhnlich gutes Weihnachtsgeschäft handelte. Bereits seit September ist ein Anstieg der Umsätze gegenüber dem jeweiligen Vorjahreszeitraum zu beobachten, der sich seitdem kontinuierlich fortgesetzt hat. Besonders stark wuchsen die Umsätze bei Apotheken sowie bei kosmetischen, pharmazeutischen und medizinischen Produkten mit einem Plus von 3,5 Prozent. Nach Einschätzung von Aengevelt dürfte sich dieses überproportionale Wachstum im Health-Sektor aufgrund der demografischen Entwicklung langfristig fortsetzen.

Wachsende Konsumausgaben

Die tatsächliche Verbesserung der realen Umsätze steht im Gegensatz zum GfK-Konsumklimaindex. Dieser verschlechterte sich in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 wieder und erreichte im Dezember einen markant negativen Wert von minus 23,4. Damit ist die Stimmung der Verbraucher deutlich gedämpfter als ihre tatsächliche Konsumfreudigkeit. Aengevelt weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die wachsenden Konsumausgaben mit kräftigen Reallohnzuwächsen einhergehen. So lagen die Reallöhne im dritten Quartal 2025 um 2,7 Prozent über dem Vorjahresquartal, was exakt der Steigerungsrate der realen Einzelhandelsumsätze im Gesamtjahr 2025 entspricht.

Nachhaltige Trendwende

Nach Einschätzung von Aengevelt handelt es sich bei der Entwicklung der Einzelhandelsumsätze um eine nachhaltige Trendwende. Die Bundesbank erwartet für das Jahr 2026 eine weitere, wenn auch kleinere Steigerung des BIP-Wachstums von 0,2 Prozent auf 0,9 Prozent und für 2027 sogar ein Wachstum von 1,4 Prozent. Gründe hierfür sind neben Kalendereffekten vor allem die massiv gestiegenen staatlichen Ausgaben für Rüstung und Infrastruktur sowie ein wieder leicht anziehender Export. Zusätzlich hat die in den vergangenen Jahren gestiegene Sparquote dazu geführt, dass Verbraucher finanzielle Reserven aufgebaut haben, die im Zuge wirtschaftlicher Erholung zu Nachholeffekten bei Anschaffungen und laufenden Konsumausgaben führen können.

Belebung bei Handelsimmobilien

Diese Entwicklung hat mehrere Auswirkungen. Aengevelt erwartet, dass steigende Umsätze im stationären Einzelhandel sich schrittweise auch in einer Belebung der Transaktions- und Investmentdynamik in der Assetklasse Handelsimmobilien widerspiegeln. Bereits 2025 zeichnete sich dies durch einen Anstieg des Transaktionsvolumens um rund zehn Prozent auf knapp 6,5 Milliarden Euro ab. Angesichts der positiven Umsatzentwicklung werden zudem wieder Neueröffnungen von Standorten und Erweiterungen vorgenommen. In den Top-Einzelhandelslagen werden erstmals seit mehreren Jahren vereinzelt steigende Spitzenmieten gemeldet, darunter auch für exklusive Showrooms, etwa im Technik- und Automobilbereich. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Umsatzrückgänge im Bekleidungssektor damit korrespondieren, dass Food und Health zunehmend Fashion ersetzen. Die Gastronomie, die von der Senkung des Umsatzsteuersatzes profitiert, befindet sich weiterhin auf einem verhaltenen Expansionskurs, insbesondere getragen von Systemgastronomieketten. Das Discountsegment bleibt sowohl im Food- als auch im Nonfood-Bereich weiterhin stark.

Zahlen besser als Stimmung

Dr. Wulff Aengevelt, geschäftsführender Gesellschafter von Aengevelt Immobilien, fasst zusammen, dass die Zahlen besser seien als die Stimmung. Vielerorts werde die Entwicklung der Konsumneigung derzeit schlechter dargestellt, als sie tatsächlich sei, was nicht dem realen Verhalten der Verbraucher entspreche. Die Mehrheit der fundamentalen Daten, darunter BIP, Inflation, Reallöhne und Beschäftigung, spreche für eine Fortsetzung des positiven Trends der Einzelhandelsumsätze, auch im stationären Bereich. Damit eröffneten sich nach längerer Zeit wieder interessante Investmentperspektiven in der Assetklasse Handelsimmobilien.

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