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06. November 2025

Re-Commerce schafft Verbrauchern ein Kaufpolster

AKTUELLE STUDIE VON ECC KÖLN UND EBAY RUND UM DEN PRE-LOVED-HANDEL
Mit dem Verkauf von Pre-Loved-Artikeln schaffen sich viele Verbraucher finanziellen Freiraum.
Foto: AdobeStock / Jue

Während die Konsumstimmung in Deutschland gedämpft bleibt, zeigt ein aktuelles Thesenpapier des ECC KÖLN in Zusammenarbeit mit eBay Deutschland, dass Re-Commerce eine Möglichkeit ist, um finanziell flexibel zu bleiben oder um sich Kaufwünsche zu erfüllen. Wer Pre-Loved-Produkte verkauft, also nicht neue, gebrauchte oder wiederaufbereitete Artikel, kann sich damit einen finanziellen Freiraum eröffnen, um beispielsweise Black-Friday-Angebote wahrzunehmen oder Weihnachtsgeschenke zu kaufen.

So verkaufen 34 Prozent der Befragten, die im letzten Jahr aussortiert haben, gezielt vor Black Friday oder Weihnachten, um ihr Budget zu erhöhen, bei den 18- bis 29-Jährigen sogar 39 Prozent. Betrachtet man eine andere Gruppe innerhalb der Untersuchung, nämlich diejenigen, die bereits selbst Pre-Loved-Produkte gekauft haben, zeigt sich: Von ihnen verkaufen 43 Prozent aktiv aussortierte Artikel, um ihre finanzielle Situation zu verbessern. Bei den Jüngeren sind es 55 Prozent.

Preisbewusstsein und Nachhaltigkeit

Aber nicht nur das Verkaufen, sondern auch das Kaufen von gebrauchter Ware wird für viele zu einer willkommenen Option. 37 Prozent der Befragten, die bereits Pre-Loved-Erfahrung haben, sagen, dass sie aktuell eher Pre-Loved-Artikel kaufen als noch 2024. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es 51 Prozent. Preisbewusstsein und Nachhaltigkeit sind dabei die wichtigsten Motive: Von den in der aktuellen Studie Befragten nennen 66 Prozent den günstigeren Preis als Hauptgrund für ihren Kauf, 71 Prozent verbinden mit gebrauchten oder wiederaufbereiteten Waren Nachhaltigkeit und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. 64 Prozent der Pre-Loved-Erfahrenen würden lieber gebrauchte Qualitätsware kaufen als günstige Neuware auf asiatischen Plattformen wie Temu oder Shein, bei den 50- bis 59-Jährigen sind es 74 Prozent. „Pre-Loved ist längst Mainstream geworden und in dieser Saison relevanter denn je“, sagt Dr. Saskia Meier-Andrae, Geschäftsführerin von eBay in Deutschland. „Immer mehr Menschen nutzen eBay, um Dinge zu verkaufen, die sie nicht mehr brauchen, und schaffen sich so finanziellen Spielraum für neue Wünsche. Das ist klug, nachhaltig und Ausdruck einer modernen, selbstbestimmten Haltung zum Konsum.“

Händler reagieren zögerlich

Gleichzeitig offenbart die Studie eine wachsende Diskrepanz zwischen Verbrauchern und Handel. Während Erstere Pre-Loved längst als Strategie sehen, um finanziell flexibel zu bleiben, herrscht im Handel noch Zurückhaltung. 78 Prozent der teilnehmenden Konsumenten halten gebrauchte und wiederaufbereitete Produkte heute für einen wichtigen Bestandteil des Handels, aber nur 50 Prozent der Händler teilen diese Ansicht. 34 Prozent der befragten Händler bieten inzwischen wiederaufbereitete Waren an, 31 Prozent gebrauchte. Dennoch sehen nur 33 Prozent darin ein Wachstumspotenzial. Zum Vergleich: 2024 waren es noch 42 Prozent. Als größte Hürden nennen Händler den hohen Zeitaufwand, gefolgt von Kosten, einer Vielzahl an zu berücksichtigenden Interessen sowie Personalmangel. Das zeigt: Während Konsumenten Pre-Loved als Chance begreifen, sind viele Händler zögerlich.

Im Austausch bleiben

„Die Zahlen der aktuellen Studie zeigen, dass Händler ihr Angebot an Pre-Loved-Ware im letzten Jahr weiter ausgebaut haben. Nach wie vor sieht ein Drittel in diesem Bereich Wachstumspotenzial für ihr Unternehmen. Gleichzeitig ist die Zahl derjenigen Händler, die sich bezüglich der Chancen von gebrauchten oder aufbereiteten Produkten unsicher sind, im Vergleich zu 2024 gestiegen. Hier ist es wichtig, mit den Händlern im Austausch zu bleiben, um Unsicherheiten zu erörtern und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um diese abzubauen", so Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des ECC KÖLN am IFH KÖLN.

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