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01. Oktober 2025

Onlinekäufe legen in Deutschland wieder zu

ANALYSE DER UMSATZSTÄRKSTEN MÄRKTEN
Onlineshoppingnimmt in Deutschland wieder Fahrt auf.
Foto: Depositphotos / Andrew Lozowvyi

Der Onlinehandel in Deutschland nimmt wieder Fahrt auf und verzeichnet für das vergangene Jahr erstmals seit 2021 ein Umsatzwachstum. Demnach konnten die tausend umsatzstärksten B2C-Onlineshops im Geschäftsjahr 2024 ihren Netto-E-Commerce-Umsatz von 77,5 auf 80,4 Milliarden Euro steigern.

Das entspricht einem nominalen Wachstum von 3,8 Prozent oder 2,9 Milliarden Euro (real + drei Prozent). Für das laufende Jahr wird bei den Umsätzen der Top-Tausend-Onlineshops sogar ein nominales Wachstum von 5,3 Prozent erwartet. Dies geht aus der neuen Studie „E-Commerce-Markt Deutschland 2025“ von EHI und ECDB hervor. Das Umsatzwachstum wird dabei stark von den zehn umsatzstärksten Shops getrieben. Diese verzeichnen ein Wachstum von acht Prozent, die übrigen 990 Shops hingegen nur um 1,3 Prozent. „Der Markt bleibt somit stark konzentriert. Große Anbieter wachsen schneller und sichern sich einen immer größeren Anteil am Gesamtmarkt“, erklärt Dr. Friedrich Schwandt, CEO von ECDB. So beläuft sich der Marktanteil der Top Ten auf 38,8 Prozent. Die Top Hundert generieren 70,7 Prozent des Gesamtumsatzes der Top Tausend.

Neue Entwicklungen

Amazon mit 15 Milliarden Euro, Otto mit 4,4 Milliarden Euro und Zalando mit 2,6 Milliarden Euro führen das Ranking weiterhin an. Shein steigt mit 1,1 Milliarden Euro erstmals in die Top Ten auf und belegt Platz sieben. Mit dem stärksten relativen Wachstum von 33,5 Prozent ist REWE mit 920 Millionen Euro als Neunter neu in den Top Ten vertreten. Einen Platz davor profitiert Shop-Apotheke mit 29,1 Prozent von einem starken Wachstum. „Neben den etablierten Playern gewinnen zunehmend auch Anbieter des täglichen Bedarfs an Bedeutung“, sagt E-Commerce-Experte Lars Hofacker vom EHI. „Das liegt vor allem an veränderten Einkaufsgewohnheiten: Lebensmittel werden häufiger online bestellt – zur Lieferung oder Abholung – und das E-Rezept treibt die digitale Bestellung in Apotheken voran.“

Verschobene Marktverhältnisse

Auch bei den führenden B2C-Marktplätzen zeigt sich diese Dynamik: Amazon, Ebay und Otto behaupten ihre Spitzenpositionen, wobei Otto mit einem Bruttohandelsvolumen von plus neun Prozent besonders deutlich zulegen kann. Den stärksten Sprung verzeichnet jedoch Temu, das sich mit einem GMV von 3,4 Millirden Euro neu in die Top Five schiebt und ein Wachstum von 285 Prozent erzielt. „Damit wird sichtbar, wie schnell neue internationale Anbieter die Marktstruktur verändern und etablierte Plattformen herausfordern“, erklärt Lars Hofacker. „Das Wachstum von Temu verdeutlicht, wie stark der Wettbewerbsdruck im E-Commerce steigt – und wie dynamisch sich die Marktverhältnisse verschieben.“

Wallets auf Vormarsch

Die diesjährige Analyse der Zahlungsarten bei den Top-Tausend-Onlineshops zeigt: Es tut sich einiges. Wallets gewinnen weiter an Bedeutung. So wird Apple Pay inzwischen von mehr als einem Drittel der untersuchten Onlineshops angeboten – ein Anstieg um rund 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Google Pay verzeichnet sogar ein Plus um 63 Prozent und rückt damit auf Platz drei der meistverbreiteten Wallets vor. Paypal bleibt mit einer Verfügbarkeit von 95 Prozent der mit Abstand am weitesten verbreitete Anbieter. Mit Spannung wird zudem erwartet, welchen Einfluss neue Anbieter wie Wero im kommenden Jahr auf den Markt haben werden – insbesondere, wenn eine Integration in den Onlinehandel möglich wird.

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