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Die landschaftlich schönsten Regionen Deutschlands sind oft auch wirtschaftlich die stärksten. Laut einer neuen Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln liegen die Landkreise Starnberg und Miesbach in Oberbayern mit der höchsten preisbereinigten Kaufkraft an der Spitze des Rankings.
Die Studie zeigt, dass Wohlstand nicht nur von Einkommen, sondern auch von Lebenshaltungskosten abhängt – und dass diese Unterschiede oft regionale und landschaftliche Muster aufweisen. Der Landkreis Starnberg führt die Liste mit einer Kaufkraft von 35.392 Euro pro Einwohner an, gefolgt von Miesbach (35.335 Euro). Beide Regionen punkten mit hohen Einkommen, die trotz überdurchschnittlicher Lebenshaltungskosten den bundesweiten Durchschnitt von 25.790 Euro weit übertreffen. Auch touristisch attraktive Gegenden wie der Hochtaunuskreis und Nordfriesland mit Sylt gehören zu den Top-Platzierungen. Auffällig: Unter den besten 50 Regionen stammen 28 allein aus Bayern.
Ein unerwarteter Aufsteiger ist der Landkreis Wunsiedel, der durch die viertniedrigsten Lebenshaltungskosten Deutschlands punktet. Mit einer Kaufkraft von 31.011 Euro rangiert die Region trotz nur durchschnittlicher Einkommen in der Spitzengruppe.
Wirtschaftsstarke Metropolen wie München, Düsseldorf oder Frankfurt am Main werden durch hohe Lebenshaltungskosten in den Rankings nach unten gedrückt. So landet München erst auf Platz 33, während Düsseldorf (Platz 131), Hamburg (Platz 304) und Frankfurt (Platz 389) teils drastische Abstürze verzeichnen. Der größte Preistreiber ist dabei der Wohnungsmarkt, der in teuren Städten bis zu 38 Prozent über dem Durchschnitt liegt.
Viele Kreise in der Spitzengruppe sind so genannte Hidden Champions: wirtschaftlich starke Regionen mit moderaten Lebenshaltungskosten. Beispiele sind der Landkreis Donau-Ries oder Bad Dürkheim, die durch eine Mischung aus gutem Einkommensniveau und erschwinglichen Preisen überzeugen.
Die Schlusslichter des Rankings finden sich fast ausschließlich in Städten wie Offenbach (19.022 Euro), Gelsenkirchen und Duisburg. Hier drücken geringe Einkommen die Kaufkraft, obwohl die Lebenshaltungskosten in diesen Regionen unter dem Durchschnitt liegen.
Während die Spitze von Bayern dominiert wird, sind ostdeutsche Regionen weiterhin unterrepräsentiert. Keiner der ostdeutschen Landkreise schafft es in die Top 100. Hingegen finden sich unter den 50 Regionen mit der niedrigsten Kaufkraft Einträge aus allen Bundesländern, wobei Nordrhein-Westfalen mit zehn Nennungen besonders häufig vertreten ist.
Die Analyse basiert auf Einkommensdaten des Statistischen Bundesamtes (2022) und einem regionalen Preisindex aus dem Jahr 2023. Hauptfaktor für Preisunterschiede bleibt der Bereich Wohnen, dessen Kosten die regionale Kaufkraft stark beeinflussen.
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