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08. Mai 2026

Fashionmarkt bleibt trotz Konsumflaute stabil

HERAUSFORDERUNGEN PRÄGEN DAS EINKAUFSVERHALTEN
Der Markt für Fashion und Accessoires konnte sich stabil entwickeln.
Foto: Unsplash / Finn

Politische und wirtschaftliche Unsicherheiten prägen weiterhin das Konsumverhalten in Deutschland: Mehr als jeder zweite Konsument (54 Prozent) sorgt sich aktuell darum, den eigenen Lebensstandard langfristig halten zu können. Die Folge: Konsumausgaben werden bewusster priorisiert, nicht alltagsnotwendige Anschaffungen häufiger aufgeschoben – auch zulasten von Bekleidung und Schuhen.

Trotz der angespannten Konsumstimmung konnte sich der Markt für Fashion und Accessoires insgesamt stabil entwickeln. Das zeigt der neue Branchenbericht Fashion von IFH KÖLN und der BBE Handelsberatung. Im Jahr 2025 erreichte er ein Marktvolumen von 58,5 Milliarden Euro und wuchs damit erneut leicht gegenüber dem Vorjahr. Wachstumsimpulse gingen zuletzt insbesondere von Sportbekleidung aus, doch hier deutet sich ein Wendepunkt an. Für 2026 rechnen die Marktexperten mit einem weiteren moderaten Anstieg auf 58,8 Milliarden Euro.

Konsumenten kaufen bewusster

„Inflation sowie politische und wirtschaftliche Unsicherheiten führen dazu, dass Konsumentinnen und Konsumenten Mode deutlich bewusster, strategischer und zunehmend saisonunabhängig einkaufen. Gefragt sind vor allem vielseitig kombinierbare Produkte mit eindeutigem, längerem Nutzwert. Zudem steht der Fashionmarkt durch Entwicklungen wie Agentic Shopping, den wachsenden Secondhandmarkt und das Abflachen einzelner Trendbewegungen unter zusätzlichem Druck. Für Anbieter wird es daher entscheidend, Sortimente, Stilkonzepte und Mehrwerte konsequent an die individuellen Erwartungen der Konsumenten anzupassen“, so Lukas Reischmann, Manager Strategieberatung bei der BBE Handelsberatung.

Sportbekleidung stark nachgefragt

Ein Blick auf die Warengruppen zeigt: Sportbekleidung bleibt gefragt und erzielt seit 2019 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 4,8 Prozent. Neben funktionalen Eigenschaften profitieren sportliche Produkte vor allem von ihrem Image, das für Aktivität, Gesundheit und einen naturnahen Lebensstil steht. Auch Berufsbekleidung entwickelte sich positiv und legte zwischen 2019 und 2025 jährlich um durchschnittlich 1,9 Prozent zu. Gründe hierfür sind unter anderem funktionale und „professionelle“ Styles, die zunehmend auch im privaten Umfeld getragen werden, etwa bei Schuhen. Dagegen verliert Kinderbekleidung weiter an Bedeutung: Sinkende Geburtenzahlen wirken sich spürbar auf die Nachfrage aus und führen zu rückläufigen Umsätzen.

KI-Beratung und Smart Casual

Bereits heute nutzen 35 Prozent der Konsumenten KI-Chatbots häufiger als klassische Suchmaschinen oder Plattformen. Künstliche Intelligenz dürfte damit auch im Modekauf künftig eine wachsende Rolle spielen. Schon jetzt ermöglichen KI-gestützte Systeme ganzheitliche Beratungslösungen – von der Stilberatung über Produktauswahl bis hin zu virtuellen Anproben – und erhöhen damit den Wettbewerbsdruck, insbesondere für stationäre Händler. Zudem befindet sich ein langanhaltender Trend der Branche rund um Casual- und Sportstyles aktuell im Umbruch und verschiebt sich in Richtung „Smart Casual“.

Hochwertigere Bereiche profitieren

„Casual- und Sportstyles sind nicht rückläufig, verändern sich aber deutlich. Fehlender Individualität in Outfits wird zunehmend durch bewussteres Kombinieren und gezieltes Styling entgegengewirkt – reiner Komfort reicht vielen Konsumentinnen und Konsumenten nicht mehr aus. Sneaker werden beispielsweise wieder häufiger durch Loafer oder Ballerinas ersetzt. Das neue Casual ist damit eher ein Smart Casual, wovon insbesondere hochwertigere Sortimentsbereiche wie Accessoires künftig wieder stärker profitieren könnten“, prognostiziert Carina Habke, Projektmanagerin am IFH KÖLN.

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