Cookie-Einstellungen

Diese Webseite verwendet Cookies, um die Bedienfreundlichkeit zu erhöhen.

Informationen zum Datenschutz

26. August 2025

26.08.: Wie Stadtentwicklung und Klamottenkauf zusammenhängen

NEUE EHI-STUDIE ZU ENTWICKLUNGEN IM STATIONÄREN EINZELHANDEL
Händler, die stationär mit digital verknüpfen, haben die besten Erfolgschancen.
Foto: AdobeStock / miss irine

Der deutsche Einzelhandel steht vor grundlegenden Veränderungen, wie die aktuelle EHI-Studie „Stationärer Einzelhandel Deutschland 2025“ zeigt. Während der Lebensmittelhandel mit über 63 Prozent des gesamten stationären Einzelhandelsumsatzes weiterhin dominiert, kämpft der Textilhandel mit strukturellen Herausforderungen und veränderten Konsumgewohnheiten. Die Branche Mode und Accessoires erreicht einen Umsatzanteil von 6,5 Prozent mit seinen 19.074 Verkaufsstellen. Der Lebensmittelhandel betreibt 58.014 Geschäfte.

Der Modehandel bleibt trotz rückläufiger Zahlen ein zentraler Frequenzbringer für deutsche Innenstädte, aber der Onlinehandel verändert die Marktstrukturen nachhaltig. „Es ist anerkannt, dass der Einkauf von Bekleidung, Schuhen oder Lederwaren der Hauptgrund für den Besuch der Stadtzentren ist“, erläutert Marco Atzberger, Mitglied der Geschäftsleitung EHI: „Der Modehandel hat eine herausragende Rolle als Kundenmagnet.“ In dieser Funktion gerät der Textilhandel jedoch zunehmend unter Druck. Der stationäre Modehandel verzeichnet 2024 einen Umsatzrückgang von 0,6 Prozent, nachdem bereits 2023 schwächere Entwicklungen zu beobachten waren. Besonders betroffen sind kleinere Fachhändler, während sich die Marktkonzentration auf wenige große Player verstärkt. Die Top Ten der umsatzstärksten Vertriebslinien der Branche Mode und Accessoires werden von H&M (2265 Millionen Euro), Deichmann (1900 Millionen Euro) und C&A (1600 Millionen Euro) angeführt.

Digitalisierung verändert Handel

Ein zentraler Befund der EHI-Analyse: Die Digitalisierung hat den Modehandel längst erreicht – mit gravierenden Auswirkungen. 70,4 Prozent der Mode- und Accessoires-Vertriebslinien verfügen bereits über einen Onlineshop. Damit steht die Branche an zweiter Stelle hinter den Technik-Händlern (78,9 Prozent) und vor den Anbietern von Hobby- und Freizeit-Artikeln (67,1 Prozent). Der Lebensmittelhandel mit nur 6,8 Prozent Onlineshop-Anteil liegt noch immer deutlich dahinter.

Herausforderungen des Marktes

Innerhalb der Branche Mode und Accessoires erwirtschaftet der vollsortimentierte Modehandel – also Modegeschäfte und Bekleidungshäuser - einen Umsatzanteil von 56,7 Prozent. Die spezialisierten Schuh- und Lederwarenhändler generieren 15,6 Prozent, und die preisorientierten Textildiscounter liegen bei 17,7 Prozent. Aggressive internationale Online-Plattformen wie Shein und Temu verstärken den Konkurrenzdruck auf den etablierten stationären Handel zusätzlich. „Diese neuen Marktakteure verändern nicht nur die Preisstrukturen, sondern auch die Kundenerwartungen hinsichtlich des Sortiments und der Liefergeschwindigkeit“, beschreibt Atzberger die Situation, „Stadt, Immobilienbesitzer und natürlich der lokale Einzelhandel sollten sich gemeinsam vor Ort am eigenen Standort engagieren, um den Modehandel als Anker für Erlebnis und Kauffreude wieder fest zu etablieren.“ Diese Aussage unterstreicht die enge Verbindung zwischen Textilhandel und Stadtentwicklung.

Erfolgreiche Zukunftsstrategien

Die EHI-Studie zeigt: Der deutsche Einzelhandel befindet sich in einer Phase des Umbruchs, in der traditionelle Strukturen neu justiert werden müssen. Während der Lebensmittelhandel aufgrund seiner logistisch anspruchsvollen Produkte und dem Wunsch des Kunden, gerade frische Ware vor dem Kauf zu prüfen, eine stabilere Position hat, muss sich der Textilhandel den Herausforderungen der Digitalisierung, veränderten Konsumgewohnheiten und Kaufzurückhaltung stellen. Erfolgreiche Zukunftsstrategien erfordern eine intelligente Verknüpfung von stationärem und digitalem Handel – ein Ansatz, den bereits viele der führenden Textilunternehmen verfolgen. Unternehmen mit entsprechendem Fachwissen und erforderlicher Infrastruktur sowie einem umfangreichen Kundenstamm haben bessere Chancen, im veränderten Marktumfeld zu bestehen.

Unsere Werbepartner

Impressum Datenschutz Cookie-Einstellungen Über uns

HANDELSIMMOBILIEN HEUTE (HIH) ist ein Nachrichten- und Serviceportal für die gesamte Handelsimmobilienbranche in Zusammenarbeit mit renommierten Verbänden und Instituten.