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Der europäische Einzelhandelsimmobilienmarkt blickt mit neuem Optimismus auf das Jahr 2026. Laut dem aktuellen „European Outlook 2026“ von Cushman & Wakefield profitieren insbesondere erstklassige Lagen und innovative Store-Konzepte von einer spürbaren Stimmungsaufhellung bei Konsumenten, Mietern und Investoren.
„Vor dem Jahreswechsel 2025/2026 hat sich die Marktstimmung deutlich gewandelt“, erklärt Kevin Thorpe, Chief Economist bei Cushman & Wakefield. „Das Vertrauen in den gewerblichen Immobiliensektor wächst wieder, Kapital fließt zurück in den Markt, und stabile bis rückläufige Zinssätze schaffen bessere Rahmenbedingungen – auch für den Einzelhandel.“
In europäischen Metropolen wie Madrid, Mailand und Paris ziehen die Einzelhandelsumsätze wieder an. Gestiegenes Verbrauchervertrauen und eine höhere Passantenfrequenz in innerstädtischen Top-Lagen sorgen für eine Belebung des stationären Handels. Händler investieren verstärkt in ihre Flächen, um Marken erlebbarer zu machen und sich klar vom Onlinehandel abzugrenzen. Der klassische Verkaufsraum entwickelt sich dabei zunehmend zur Erlebnisfläche: Flagship-Stores, Showrooms und hybride Konzepte mit Events, Gastronomie oder digitalen Elementen gewinnen an Bedeutung. Diese Entwicklung stärkt vor allem hochwertige Innenstadtlagen mit hoher Aufenthaltsqualität.
Für erstklassige Einzelhandelslagen in Europa erwartet Cushman & Wakefield in den kommenden zwei Jahren einen durchschnittlichen Mietanstieg von rund 1,9 Prozent pro Jahr. Wachstumstreiber sind vor allem Top-Standorte in großen Metropolen sowie innovative Nutzungskonzepte, die Frequenz und Markenbindung erhöhen. Sekundärlagen und weniger profilierte Shopping-Formate bleiben dagegen selektiv gefragt. Die Schere zwischen Top-Produkten und durchschnittlichen Objekten öffnet sich weiter – Qualität, Lage und Flexibilität werden entscheidend für die Vermietbarkeit.
Parallel zur operativen Erholung steigt laut der Studie auch das Investoreninteresse spürbar. Der Anteil des Einzelhandels am gesamten europäischen Immobilien-Investitionsvolumen liegt mittlerweile bei 16 Prozent, nachdem er 2021 noch auf einem Tiefstand von zwölf Prozent lag. Insbesondere größere Transaktionen mit Volumina ab 250 Millionen Euro nehmen zu – vor allem in Süd- und Mitteleuropa. In mehreren Märkten stabilisieren sich die Preise, während Fachmarktzentren und ausgewählte Shopping Center zuletzt bereits eine leichte Renditekompression verzeichneten. Für den Zeitraum 2026 bis 2029 prognostiziert Cushman & Wakefield einen weiteren Rückgang der Spitzenrenditen im Einzelhandel um 15 bis 55 Basispunkte, was auf steigende Kaufpreise hindeutet. Investoren fokussieren sich dabei zunehmend auf resilientere Formate mit stabilen Cashflows und guter Drittverwendungsfähigkeit.
Der europäische Einzelhandel startet damit mit spürbarem Rückenwind ins Jahr 2026. Während sich der Markt insgesamt erholt, profitieren vor allem Top-Lagen, starke Marken und zukunftsfähige Konzepte. Erlebnisorientierung, Flächenflexibilität und die Integration digitaler Elemente werden zu zentralen Erfolgsfaktoren. „Der Einzelhandel ist wieder fest auf dem Radar der Investoren“, resümiert Guilherme Neves, Senior Research Analyst für EMEA-Prognosen bei Cushman & Wakefield. „Wer auf Qualität, Lage und ein klares Nutzungskonzept setzt, findet im aktuellen Marktumfeld attraktive Chancen.“
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