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30. März 2026

Einzelhandel und Gesundheitsmarkt kommen sich immer näher

WACHSENDE OFFENHEIT FÜR MEDIZINISCHE SERVICES AUSSERHALB VON ARZTPRAXEN
Immer mehr Verbraucher können sich medizinische Angebote im Einzelhandel vorstellen.
Foto: Pixabay / Mizianitka

Der Einzelhandel könnte künftig eine deutlich größere Rolle in der Gesundheitsversorgung spielen. Angesichts wachsender Engpässe im klassischen System zeigen sich laut einer neuen Studie des Beratungsunternehmens Deloitte viele Verbraucher offen für alternative Angebote außerhalb von Arztpraxen und Apotheken.

Ein erheblicher Teil der Bevölkerung bewertet die aktuelle medizinische Versorgung kritisch. Vor allem lange Wartezeiten und die schwierige Terminvergabe sorgen für Unzufriedenheit. Diese strukturellen Probleme eröffnen neuen Anbietern die Möglichkeit, in den Markt einzutreten. Eine Mehrheit der Verbraucher kann sich vorstellen, ausgewählte Gesundheitsleistungen im Einzelhandel in Anspruch zu nehmen. Besonders Drogerien werden als geeigneter Ort wahrgenommen, gefolgt von Einkaufszentren und Supermärkten.

Alltagstaugliche Services

Gefragt sind vor allem einfache diagnostische Angebote wie Seh- oder Hauttests, wie sie beispielsweise bereits von der Drogeriekette dm angeboten werden. Auch niedrigschwellige Dienstleistungen wie Blutabnahmen stoßen auf Interesse. Der Reiz solcher Angebote liegt vor allem in ihrer Alltagstauglichkeit. Kürzere Wartezeiten, unkomplizierte Terminvereinbarungen und die Möglichkeit, Gesundheitsleistungen in bestehende Einkaufswege zu integrieren, sind für viele Verbraucher zentrale Argumente. Der Einzelhandel bringt dafür strukturelle Vorteile mit. Dazu zählen eine hohe Flächenpräsenz, lange Öffnungszeiten sowie eine ausgeprägte Kundenorientierung.

Qualitätsstandards etablieren

Trotz der grundsätzlichen Offenheit bestehen jedoch auch Vorbehalte. Viele Verbraucher äußern Zweifel an der Qualität medizinischer Leistungen im Einzelhandel. Auch Vertrauen und Hygienestandards spielen eine Rolle, wenn auch eine weniger zentrale. Für den Erfolg entsprechender Angebote wird daher entscheidend sein, glaubwürdige Qualitätsstandards zu etablieren. Kooperationen mit medizinischen Fachkräften und zertifizierten Anbietern könnten dabei eine wichtige Rolle spielen. Das Potenzial für den Handel geht dabei über einzelne Dienstleistungen hinaus. Ein erheblicher Teil der Verbraucher wäre bereit, gezielt Geschäfte aufzusuchen, die Gesundheitsservices anbieten. Zugleich besteht Interesse an ergänzenden Sortimenten wie Nahrungsergänzungsmitteln, Naturheilprodukten oder medizinischen Hilfsmitteln. Dadurch könnten Händler zusätzliche Umsatzpotenziale erschließen und ihre Position im Wettbewerb stärken.

Chance für den Handel

Die Entwicklung zeigt, dass sich die Grenzen zwischen klassischer Gesundheitsversorgung und Einzelhandel zunehmend verschieben. Während das traditionelle System an Kapazitätsgrenzen stößt, entstehen neue hybride Modelle. Für den Einzelhandel eröffnet sich damit die Chance, sich als ergänzender Anbieter im Gesundheitsmarkt zu etablieren – vorausgesetzt, Vertrauen, Qualität und professionelle Standards werden konsequent sichergestellt.

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