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05. August 2025

Einzelhandel bleibt Besuchermagnet Nummer eins

WEITERHIN WICHTIGES ZUGPFERD DER INNENSTÄDTE
Nach wie vor ist der Einzelhandel ein starkes Zugpferd für belebte Innenstädte.
Foto: AdobeStock / PRODPLEUM DESIGN

Trotz zunehmender Leerstände, wachsender Online-Konkurrenz und hitziger Mobilitätsdebatten bleibt der stationäre Einzelhandel das Rückgrat der Innenstadt. Das belegt die aktuelle Studie „Handelsstandort – Innenstadt 2025“, die von der CIMA Beratung + Management im Auftrag des Handelsverbands Bayern und der Günther Rid Stiftung durchgeführt wurde.

Demnach kommen rund 75 Prozent der Befragten (74,8 Prozent) vor allem zum Einkaufen in die Innenstadt – deutlich mehr als zur Nutzung von Gastronomieangeboten (66,3 Prozent), zum Stadtbummel oder Treffen mit Freunden (53,7 Prozent) oder für Arzt- und Gesundheitsbesuche (52,4 Prozent). Der Einzelhandel ist damit Hauptanziehungspunkt und wirtschaftliches Fundament städtischer Zentren. „Ohne Einzelhandel fehlt der Innenstadt die Lebendigkeit“, betont Michaela Pichlbauer, Vorständin der Günther Rid Stiftung. „Er ist der Taktgeber, um den sich Gastronomie, Dienstleistungen und öffentlicher Raum sinnvoll gruppieren.“

Erreichbarkeit fördert den Umsatz

Eine der zentralen Erkenntnisse der Studie: Wie Menschen in die Stadt gelangen, beeinflusst ihr Konsumverhalten maßgeblich. Wer mit dem Auto kommt, gibt im Schnitt 167 Euro pro Innenstadtbesuch aus – rund zehn bis 30 Euro mehr als andere Besuchergruppen. Auch der Einzelhandel profitiert: Pkw-Nutzerinnen und -Nutzer lassen dort im Schnitt 86,50 Euro – ebenfalls deutlich mehr als zu Fuß Gehende (79,40 Euro), Radfahrende (71,30 Euro) oder ÖPNV-Nutzende (65,10 Euro). Diese Zahlen zeigen, wie sensibel die Diskussion um Mobilität geführt werden muss. Gerade in kleineren Städten und im ländlichen Raum können Einschränkungen beim Autoverkehr spürbare Kaufkraftverluste nach sich ziehen. Es braucht daher intelligente Konzepte, die Aufenthaltsqualität, Erreichbarkeit und Nachhaltigkeit miteinander in Einklang bringen.

Qualität entscheidet über Aufenthaltsdauer

Auch die Qualität der Innenstadtangebote wurde in der Studie umfassend bewertet. Am besten schnitten Gastronomie (Note 2,30), Dienstleistungen (2,44), Gesundheitsangebote (2,60) und Shopping (2,65) ab. Weniger relevant für den Innenstadtbesuch und entsprechend schwächer bewertet: Bildungseinrichtungen, Bibliotheken und Sportangebote. Die Ergebnisse untermauern: Die Angebotsstruktur muss sich stärker an den tatsächlichen Besuchsanlässen orientieren. Die Menschen kommen vorrangig zum Einkaufen, Essen oder für Dienstleistungen. Freizeitangebote wie Kultur oder Events sind wichtige Ergänzungen – aber nicht der Hauptgrund für den Besuch.

Handlungsempfehlung für Kommunen

Die Bayernstudie liefert Kommunen, Stadtentwicklern und Einzelhändlern klare Ansatzpunkte: Um Innenstädte zukunftsfähig zu gestalten, braucht es ein integriertes Konzept, in dem der Einzelhandel als Frequenzbringer gestärkt wird – durch attraktive Ladenflächen, gute Erreichbarkeit und eine Stadtgestaltung, die Menschen zum Verweilen einlädt. Wer den urbanen Raum lebendig, wirtschaftlich stark und gesellschaftlich relevant halten will, muss ihm auch künftig zentrale Bedeutung beimessen.

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